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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: BMW- Designerin Verena Kloos im auto.de-Gespräch
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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Neuer M-BMW X6. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Blick ins BMW-3er-Cabrio-Cockpit. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Aufgefrischtes BMW-3er-Coupé. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Neuer BMW-Gran-Turismo 5er GT. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Leuchtdetail vom neuen 5er vor 5er-Zeichnung. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: Präsentationswand mit 5er-Zeichnungen. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: BMW-Z4-Roadster geschlossen. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: BMW-Z4-Roadster offen. Bilder

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Wenn Frauen (Männer-)Autos entwerfen: BMW-Designerin Verena Kloos. Bilder

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München – „Es ist im Unterschied zu den meisten anderen Designbranchen in der Automobilindustrie noch nicht lange Usus, dass einzelne Designer – ob männlich oder weiblich – in der öffentlichen Kommunikation genannt werden“, sagt Verena Kloos im auto.de-Gespräch auf die Frage, wie (un-)gewöhnlich es noch in der Branche ist, dass Frauen Autos entwerfen. „Meist“, so die Leiterin der Abteilung Kontextdesign und Vorentwicklung der BMW Group, „präsentiert der verantwortliche Leiter eines Designstudios das neueste Produkt am Markt, Designerinnen und Designer sind zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder in neue Projekte involviert.“

Innerhalb des Designprozesses ist es bei Ihnen also keine Besonderheit, wenn die Arbeiten von Frauen kommen?

Verena Kloos: Nein. Wenn Sie unser Designteam in München besuchen, treffen Sie auf eine gute Mischung aus Frauen und Männern, Älteren und Jüngeren und eine große Bandbreite an Nationalitäten.

Gibt es Unterschiede in der Art und Weise, wie Frauen/Männer Autos konzipieren?

Verena Kloos: Ich denke nicht. Das Briefing ist für alle gleich, die Prozessschritte innerhalb des internen Designwettbewerbs bei jedem Automobil sind für alle gleich. Es mag sein, dass Frauen ab und an andere Blickwinkel einnehmen, dass sie vielleicht auch in der Teamarbeit andere Wertigkeiten setzen. Aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, die beste Idee gewinnt – egal von wem sie kommt.

Worauf kommt es überhaupt generell an, in dieser Zeit ein neues Auto zu entwerfen?

Verena Kloos: Auf die beste und sinnvollste Idee. Wir haben viele Herausforderungen. Gesetzliche, ökologische, soziale und natürlich ökonomische Anforderungen werden an unser Designteam herangetragen. Und es gilt, intelligente Lösungen zu finden. Lösungen, die uns nicht nur kurzfristige Erfolge bescheren, sondern nachhaltig die Wünsche des Einzelnen an Mobilität erfüllen und für die Gemeinschaft Sinn machen.

Wie schwierig ist es, heute schon zu wissen, was (über-)morgen gefragt sein könnte?

Verena Kloos: Das ist in der Tat herausfordernd. Deshalb nehmen wir uns auch die Zeit, jedes einzelne Konzept gewissenhaft zu überprüfen, sei es nun ein völlig neues wie der 5er Gran Turismo oder ein bestehendes und sehr [foto id=“299654″ size=“small“ position=“right“]erfolgreiches Konzept wie die gerade präsentierte sechste Generation der 5er Limousine. Wir versuchen immer im ersten Schritt unseres Designprozesses, die Anforderungen zu identifizieren, das gesellschaftliche Umfeld zu verstehen, die Vorstellungen des Kunden zu hören und entwickeln auf dieser Basis unsere Konzepte.

Und dann?

Verena Kloos: Es dauert bis zu fünf Jahre, bevor Sie das neue Fahrzeug auf der Straße sehen. Es bleibt schwierig, alle Faktoren über diesen langen Zeitraum richtig einzuschätzen. Deshalb ist es uns so wichtig, nicht Mitarbeiter auszuwählen, die ausschließlich im Heute perfekte Arbeit liefern. Wir suchen junge Leute, die schon heute für morgen arbeiten können. Und am liebsten mit der Vision für übermorgen.

Was macht für Sie den besonderen Reiz aus, ein Auto zu konzipieren?

Verena Kloos: Ein Fahrzeug spielt nach wie vor eine ganz besondere Rolle in unserem Anspruch an individuelle Mobilität. Es ist faszinierend zu sehen, wie das Automobil unser Leben beeinflusst. Daher haben Designer, Ingenieure oder generell Produktentwickler eine enorme Verantwortung, Automobile sicher und ästhetisch hochwertig zu gestalten. Automobile sind immer Skulpturen unserer Zeit. Diese Komplexität des Produktes Auto finde ich immer wieder aufs Neue begeisternd.

Nehmen wir ein Beispiel: Worauf wurde bei Ihrem Roadster Z4, bei dem auch Frauen maßgeblich beteiligt waren besonders geachtet?

Verena Kloos: Der Z4 ist ein reinrassiger Sportroadster. Wir wollten hier kein weichgewaschenes Fahrzeug auf die Straße bringen, sondern einen echten Sportwagen. Der Z4 soll bereits im Exterieur Design zeigen, was in ihm steckt. Und im Interieur soll alles am richtigen Platz sein. Nicht zu viele Knöpfe und Tasten sollen vom klaren Fahrgefühl ablenken, kein sinnloses Schmuckwerk soll den Fahrer irritieren. Der Z4 soll Spaß machen, er soll das Gefühl der freien und selbstbestimmten Mobilität unterstützen, und er soll einladen, Mobilität zu erleben und zu genießen.

Gehen wir weiter davon aus, dass der Z4 vor allem ein Männerauto ist. Woher wissen Sie, was Männer wollen?

Verena Kloos: Wir denken bei der Entwicklung unserer Produkte nicht in Kategorien wie Männer- oder Frauenauto. Der Z4 ist ein Auto für Menschen, die sportlich unterwegs sein und die Freiheit der Mobilität spüren wollen.[foto id=“299655″ size=“small“ position=“left“] Wenn Sie jemals an einem schönen Frühlingstag eine Passstraße mit einem Roadster gefahren sind, werden Sie dieses Gefühl nie wieder vergessen.

Und Frauen: Worauf legen sie (mehr) Wert?

Verena Kloos: Wir beobachten schon, dass es in der Entscheidung für ein neues Auto gewisse Gewichtungsunterschiede bei Frauen und Männern gibt. Aber meist sind die Unterschiede sehr marginal. Bedienungskomfort, Ergonomie, perfekte Verarbeitung und die Unterstützung des eigenen Ichs spielen für alle Kunden eine Rolle. Dabei haben Vielfahrer natürlich andere Anforderungen als Menschen, die nur am Wochenende in die Berge fahren wollen, Familien haben andere Anforderungen als Singles, und jüngere Menschen haben meist völlig andere Bedürfnisse als Ältere.

Mal angenommen, es gibt keinerlei Einschränkungen: Was für ein Auto würden Sie dann gern konzipieren?

Verena Kloos: Einen BMW.

Und wie würde der aussehen?

Verena Kloos: Ich denke, man sollte zuerst das Wort Einschränkungen durch das Wort „Herausforderungen“ ersetzen. Herausforderungen haben nicht nur Nachteile. Die Diskussion über Umweltstandards von Fahrzeugen zum Beispiel hat zu vielen guten, neuen Lösungen geführt. Forschungsgelder für Leichtbau und Aerodynamikoptimierungen können jetzt noch gezielter eingesetzt werden. Auch gesetzliche Anforderungen haben zu einem besseren Schutz für Insassen und zum Beispiel auch Fußgänger geführt. Das alles fließt natürlich in das Design unsere Fahrzeuge mit ein. Und so verändert sich dieses Design immer wieder. Technologische und gesellschaftliche Veränderungen werden unser Design auch in Zukunft prägen.

In welche Richtung geht die künftige Designsprache von BMW?

Verena Kloos: Sie bleibt lebendig! BMW steht für dynamisches Fahren – und für den Anspruch, Produkte anzubieten, die neu, einzigartig und begehrenswert sind, die funktional überzeugen und emotional anregen. Seien Sie gespannt!

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