Mercedes-Benz

Erste Testfahrt mit dem SLK 55 AMG

Wolf Zimmermann, Mitglied der Geschäftsleitung Mercedes-AMG und verantwortlich für die Entwicklung und Produktion, über gab den brandneuen Mercedes-Benz SLK 55 AMG zu einer ersten Testfahrt. Am Steuer Paul Frére und Hubert Hahne, zwei erfolgreiche Rennfahrer in den 50er und 70er Jahren. Der 43-jährige Mercedes-AMG Ingenieur Zimmermann freut sich, "pünktlich zum Abschluss der Gesamtfahrzeug-Entwicklung und zwei Monate vor Markteinführung kompetente Rückmeldungen von zwei erfahrenen Profis zu bekommen".
Mercedes-Benz SLK AMG 55. Foto: Auto-Reporter/Mercedes-Benz
Treffpunkt zur Testfahrt ist die Rennstrecke Paul Ricard in Südfrankreich, die von den Mercedes-AMG Ingenieure gerne zu Abstimmungsfahrten genutzt wird. Allerdings fahren Paul Frére, Jahrgang 1917, und Hubert Hahne, Jahrgang 1935, im neuen SLK 55 AMG nicht um die Bestzeit. Abseits der Rennstrecke führt eine Straße hinauf zum Col de lEspigoulier östlich von Marseille. Hier finden der Le Mans Sieger von 1960 und der Tourenwagen-Europameister von 1963 und 1964 ideale Streckenbedingungen mit dem neuen Roadster aus der Mercedes-AMG Schmiede in Affalterbach. Dass beide Ex-Motorsportler ein zügiges Tempo im 360 PS starken SLK 55 AMG vorlegen überrascht nicht. Auch Jahre nach ihrer aktiven Rennfahrer-Karriere sind die typischen Reflexe und die Portion Benzin im Blut nicht verlorengegangen.
Ingenieure Wolf Zimmermann nimmt auch einmal auf dem Beifahrersitz Platz und erläutert die technische Philosophie des SLK aus dem Hause Mercedes-AMG: "Der 5,5-Liter V8-Motor wiegt mit 167 Kilogramm nur sechs Kilogramm mehr als der V6-Kompressormotor des Vorgängermodells SLK 32 AMG. Die dadurch erzielte Gewichtsverteilung von 53 zu 47 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse ist ein sehr guter Wert, der sich letztlich auf die Fahrdynamik positiv auswirkt." Die erste Ausfahrt im SLK 55 AMG scheint Paul Frére zu beeindrucken: "Dass die Mercedes-AMG Ingenieure in den SLK einen V8 eingebaut haben, ist schon eine Leistung. Aber man spürt das große Achtzylinder-Triebwerk nicht. Der Roadster ist überhaupt nicht kopflastig und bereitet jede Menge Fahrspaß." Mercedes-AMG Entwickler Zimmermann bestätigt, "dass wir als einziger Hersteller einen V8 in diesem Fahrzeugsegment haben. Wir wollten uns bewusst von den anderen abheben." Dies ist ihnen auch gut gelungen.
Auf den herrlichen provencalischen Straßen, bei denen sich langsame wie schnelle Kurvenpassagen abwechseln, fährt der in Monaco lebende Paul Frére ganz fasziniert, "die enorme Beschleunigung und das bullige Drehmoment des AMG-Achtzylinders von 510 Newtonmetern sind schon beeindruckend. Das ist zweifellos ein ernst zu nehmender Sportwagen." Auch Hubert Hahne zeigt sich begeisternd: "Die spontane Reaktion des Saugmotors auf jede Gaspedalbewegung faszinieren ebenso wie der Sound, speziell wenn man mit offenem Vario-Dach unterwegs ist. Ansaug- und Abgasanlage sind gut aufeinander abgestimmt. Meine Erwartungen in Bezug auf die Geräuschkulisse eines V8-Sportwagens wurden nicht enttäuscht."
Der SLK 55 AMG ist nicht mit einem manuell zu bedienenden Schaltgetriebe ausgerüstet, sondern mit dem neuen 7G-Tronic Automatikgetriebe mit AMG Speedshift. "Für mich ist die enge Abstufung der Siebengang-Automatik sehr gut gelungen", sagte Frére nach der Testfahrt und auch Hubert Hahne hält sich mit einem Lob nicht zurück: "Das Zusammenspiel dieses unaufhörlich leistungsbereiten AMG V8-Motors und der schnell agierenden und dennoch weich schaltenden AMG Speedshift-Automatik gefällt mir wirklich gut."
Der in Moers und heute in Genua lebende Hubert Hahne war 1964 als erster Tourenwagen-Pilot auf der Nordschleife des Nürburgring unter der magischen Zehn Minuten Grenze geblieben, weiß das AMG Sportfahrwerk im SLK 55 AMG genau einzuschätzen, "der Roadster kann zwar Rennwagen-ähnliche Querbeschleunigungen erzielen, aber dennoch genau die Portion Komfort bieten, die man von einem dynamisch orientierten Straßenauto erwartet." Mercedes-AMG Ingenieur Wolf Zimmermann erläutert: "Das ist eben auch das Ergebnis unseres aufwändigen Versuchs- und Erprobungsprogramms. Zu den strengen Mercedes-AMG Entwicklungsstandards gehört, dass jedes neue AMG Hochleistungsautomobil ein bestimmtes Pensum auf der Nürburgring-Nordschleife absolviert. Mit dem SLK 55 AMG haben wir dort insgesamt 10 000 Kilometer zurückgelegt, um Motor, Kraftübertragung, Fahrwerk und Bremsen zu erproben."
Paul Frére wagt einen Vergleich aus den guten alten Rennfahrerzeiten: "Wenn ich mich an meinen Le Mans Sieg von 1960 erinnere, dann fällt mir auf, wie leicht dieser SLK 55 AMG im Vergleich zu damals zu fahren ist." Auch Tourenwagen-Spezialist Hubert Hahne erinnert sich an die Rennautos in den Sechzigern und Siebzigern zurück: "In der Tat waren 100 oder 200 PS in so einem Auto wesentlich anstrengender als 360 PS im neuen SLK 55 AMG." (pha)
Von Peter Hartmann
13. August 2004. Quelle: Auto-Reporter

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