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Fahrbericht: Mercedes B-Klasse Electric Drive – Unter Strom gesetzt
Fahrbericht: Mercedes B-Klasse Electric Drive - Unter Strom gesetzt Bilder

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Der E-Motor kommt von Tesla und liefert 180 PS Bilder

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Der Schriftzug kennzeichnet auf Wunsch die E-Modelle der Marke Bilder

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Keiner dreht sich um, wenn die saubere B-Klasse vorbeiflüstert Bilder

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Rund 1,6 Tonnen wiegt die B-Klasse Bilder

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Die Reichweite soll rund 200 Kilometer betragen Bilder

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Der „S“-Modus liefert die ganze Durchzugskraft von 340 Newtonmetern, lässt die B-Klasse mit ihren 180 PS in weniger als acht Sekunden auf 100 km/h spurten Bilder

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Noch halten sich die Mercedes-Manager mit einer konkreten Preisvorstellung für ihre elektrische B-Klasse zurück Bilder

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Dieses Auto fällt einfach nicht auf, es ist schlicht zu normal Bilder

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Im Display gibt es spezielle Anzeigen Bilder

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Die elektrische B-Klasse kann man Ende des Jahres kaufen Bilder

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Wir zählen uns zu denen, die kurz noch die Welt retten wollen, die zu Hause sorgfältig die grünen von den weißen und braunen Flaschen trennen und den Joghurt-Becher ausspülen, bevor der dann bei über 2.000 Grad eingeschmolzen wird. Und wir sitzen wir am Steuer eines abgasfreien Elektroautos, mit dem guten Gewissen als Beifahrer. Eine Genugtuung, in deren Genuss auch Mercedes-Fahrer kommen können, wenn sie demnächst die „Electric Drive“-Version der vertrauten B-Klasse ordern. Der erste fünfsitzige Mercedes mit rein elektrischem Antrieb ist nun keine Studie mehr, sondern ein Serienauto, das man ab Jahresende kaufen kann.

Palo Alto in Kalifornien, ganz nah am Silicon-Valley. Hier wird die Zukunft immer wieder neu erfunden. Das Areal rund um San Franzisco passt gut zur ersten Testfahrt mit dem kompakten Mercedes. Apple oder Google sind ebenso Nachbarn wie die noch junge Automarke Tesla, die für die B-Klasse den Antrieb liefert. „Das hat uns zwei Jahre eigener Entwicklungszeit erspart“, sagt Chefingenieur Andreas Soens. Dabei kennen die Amerikaner die B-Klasse noch gar nicht. Erst jetzt, da sie elektrisch unterwegs ist, [foto id=“509814″ size=“small“ position=“right“]wird sie auch in die USA verschifft. Umso mehr erweist sich die ausbleibende Aufmerksamkeit als kleine Enttäuschung: Keiner dreht sich um, wenn die saubere B-Klasse vorbeiflüstert, keine Fragen nach Preis und Reichweite beim Ampelstopp, keine gezückten Foto-Handys. Dieses Auto fällt einfach nicht auf, es ist schlicht zu normal, verschwimmt regelrecht im endlosen Strom der Tausenden von Fahrzeugen des kalifornischen Verkehrsalltags. Das ist beim expressiv gestylten BMW i3 völlig anders – in den USA ebenso wie in Europa.

„Wir haben unsere Kunden befragt“, berichtet Jochen Mager, der Produktmanager der B-Klasse mit dem Zusatz „Electric Drive“. „Die meisten wollen nicht um jeden Preis auffallen, wollen die neueste Technik in einem alltagstauglichen Auto mit viel Platz für Insassen und Gepäck“. Und den hat die B-Klasse schon von Haus zu bieten. Dadurch, dass die Batterie im Untergeschoß des doppelten Bodens verschwindet, bleiben erstaunliche 510 Liter Laderaum, bei umgelegten Rücksitzen sogar bis zu 1.456 Liter. So viel Raum bietet kein anderes Elektroauto. Für Unaufmerksamkeit sorgen auch die nur minimalen Veränderungen gegenüber den B-Klasse-Versionen mit Benzin- oder Dieselmotor. Die um vier Zentimeter gewachsene Höhe ist mit bloßem Auge ebenso wenig zu erkennen wie leichte Retuschen an den Stoßfängern vorne und hinten. [foto id=“509815″ size=“small“ position=“left“]Fast rührend wirkt da, dass schneeweiße E-Modelle blaue Rückspiegel haben und umgekehrt. Bei anderen Lackierungen bleibt künftigen Kunden dieser Gag erspart.

Es geht in die Berge, dem topographischen Feind aller Elektroautos. Enge Serpentinen, recht steile Anstiege und Geduldsproben hinter schleichenden Logistik-Trucks. Das kostet Strom, die Anzeige der Restreichweite schmilzt dahin. Gut 1,6 Tonnen müssen bei Laune gehalten werden. Vor dem Start hatte der verantwortliche Ingenieur Andreas Soens den Testfahrern die verschiedenen Einstellungen ans Herz gelegt. Sie regeln per Schaltwippen hinter dem Lenkrad, wie stark die B-Klasse rekuperiert, wie intensiv also die beim Rollen oder Bremsen freiwerdende Energie zum Aufladen des Batterie genutzt wird. „Die besten Werte werden erreicht, wenn man mit Radarhilfe den Abstand zu Vordermann hält und dessen Bewegungen automatisch mitmacht“, sagt Soens. „Wird der langsamer, können wir hintersegeln und dabei laden“. Der im Mercedes-Stern versteckte Radarsensor dient sonst übrigens dem Kollisionswarnsystem, das bei einem drohenden Zusammenstoß Alarm schlägt.

Eine andere Taste erlaubt dem Stern-Stromer, die volle Kraft des Tesla-Motors zu nutzen. Der „S“-Modus liefert die ganze Durchzugskraft von 340 Newtonmetern, lässt die B-Klasse mit ihren 180 PS in weniger als acht Sekunden auf 100 km/h spurten und bremst sie erst bei 160 km/h elektronisch ein. Das alles klingt gut, lässt die Reichweite von rund 200 Kilometern aber schmelzen. Als ratsam und vernünftig [foto id=“509816″ size=“small“ position=“right“]erweist sich die Stellung „E“, die die Motorleistung deutlich auf gut 130 PS dämpft, aber immer noch für flottes Fortkommen sorgt. Wenn es mal ans Überholen geht, mobilisiert ein kräftiger Tritt aufs rechte Pedal auch bei dieser Wahl alle elektrischen Pferde. Der Fahrer ist also durchaus gefordert, beim Wechselspiel der möglichen Einstellungen.

Die Fahrt geht vorbei an zahllosen Einfamilienhäusern, schmucken Villen mit hohen Zäunen ums Grundstück. Garagentore überall. Kein Problem, hier eine sogenannte Wallbox zu montieren, die Spezial-Steckdose mit bis zu 400 Volt. Nach weniger als zwei Stunden ist wieder Saft für gut 100 Kilometer an Bord. Nach weniger als drei Stunden ist sie sogar vollgeladen. Es kommt schnell das gute alte Europa in den Sinn, die Altbauviertel in Rom, Paris oder Berlin. Wer Geld hat, lebt im fünften Stock oder baut sich ein Dachgeschoß aus. Und nimmt in Kauf, jeden Abend eine halbe Stunde auf Parkplatzsuche seine Adresse zu umkreisen. Ein Elektroauto steht durchaus auf der Wunschliste dieser betuchten Klientel. Aber wo sollte er es laden können? Per Verlängerungsschnur vom Balkon aus dem 5. Stock? Ein Problem, das alle trifft – nicht nur die B-Klasse.

Noch halten sich die Mercedes-Manager mit einer konkreten Preisvorstellung für ihre elektrische B-Klasse zurück. Von einem Preis haarscharf unter der 40.000-Euro-Marke ist auszugehen. Dazu kommen noch Mehrkosten für die erwähnte Wallbox daheim, für die Vernetzung per Handy, ein Navi, das den kürzesten Weg zur nächsten freien Ladestation weist und für vieles andere mehr. Also wird die modernste aller B-Klassen wohl das Dasein als teurer Zweitwagen führen, der in den Garagen besserverdienender Stadtrandbewohner parkt.

Technische Daten Mercedes B-Klasse Electric Drive

Antrieb: Tesla-Elektromotor mit 132 kW/180 PS, 340 Newtonmetern, Reichweite bis zu 200 Kilometern pro Batterieladung.

Ladezeit: 100 Prozent in rund drei Stunden, in weniger als 1,5 Stunden weitere 100 Kilometer Reichweite (bei 400 Volt Ladebox, Haushaltssteckdose bis zu zehn Stunden).

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (limitiert), 0-100 km/h: 7,9 sec.

Grundpreis: vermutlich ca. 40 000 Euro

Mercedes B-Klasse Electric Drive- Kurzcharakteristik

Alternative zu: BMW i3 , VW E-Golf, Nissan Leaf

Sieht gut aus: Naja, die B-Klasse war schon immer Geschmackssache. Gelobt wird aber seit jeher die hohe Sitzposition und die gute Rundumsicht.

Wann kommt er: Ende 2014

Passt zu: Betuchten, aber verantwortungsbewussten Ökologisten ohne ausgeprägtem Hang zur Zurschaustellung ihres Tuns

Was kommt noch: In Planung auch ein Mercedes GLA mit ähnlicher Technik, vielleicht aber als aufladbarer Plug-In-Hybrid.

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