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Im Mazda 3 durch Sibirien: Das gefühlte Ende der Welt
Im Mazda 3 durch Sibirien: Das gefühlte Ende der Welt Bilder

Copyright: Michael Specht/mid / hersteller

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Wenn auf der IAA in Frankfurt nächsten Monat der Mazda 3 sein Messe-Debüt feiert, soll unter den blankpolierten Neulingen auch eine Version stehen, die bereits 15 000 Kilometer auf dem Tacho hat. Stellvertretend für die Teilnehmer an Mazdas Marathon-Tour von Japan über Sibirien nach Europa. Ob es wirklich so kommt wie geplant, wird sich zeigen. Noch arbeitet sich der Corso durch Russlands östliches Riesenreich – mit unkalkulierbaren Risiken.

Krasnojarsk, Kemerowo, Artybash, Barnaul, schon mal gehört?

Wohl jeder müsste diese Orte googeln, um zu sehen, wo genau sie liegen: im tiefsten Sibirien. Die 2 500 Kilometer der 4. Etappe dürften zu den schwierigste Abschnitten gehören, die Mazdas neues Kompaktmodell unter die Räder nimmt. Wer hier westliche Maßstäbe anlegt, wird herb enttäuscht. Straßen mit glattem Asphalt gehören zu den Ausnahmen. Sie sind überwiegend zweispurig, meist wellig, löchrig und mit unbefestigtem [foto id=“479299″ size=“small“ position=“left“]Rand. Oft fehlen Mittelsteifen und seitliche Markierungen. Gelegentlich rappelt es mächtig in den Radhäusern, weil abrupt Schotter auf Asphalt folgt. Der Preis dafür sind Staub und schlechte Sicht. Waschbrettartige Pisten rütteln die Insassen kräftig durch, Federn und Dämpfer arbeiten an ihrer Belastungsgrenze. Es überrascht, wie ausgewogen der Mazda 3 diese Unebenheiten wegsteckt.

Doch, egal welche Fahrbahnbeschaffenheit gerade unter den Rädern ist, dass die sibirischen Straßen nicht nur den Autos gehören, dürfte jedem spätestens nach der ersten Fahrt durch die Dörfer oder entlang der endlos scheinenden Felder und Wälder klar sein. Die Autos teilen sich diese Lebensadern mit Rindern und Pferden, Fußgängern und Fuhrwerken, Mopeds und Mähdreschern. Gefahr droht hier vor allem abends. Bei Tagesetappen von teils bis zu 800 Kilometern gerät auch der Mazda-Tross in die Dunkelheit. Denn viel mehr als eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h zu erreichen, zählt in Sibirien zu den frommen Wünschen. Zwar gilt außerhalb der Ortschaften 90 km/h, doch hier bestimmen die Laster das Tempo. Häufig klapprige Kisten, überladen und schlecht beleuchtet, denen auch an leichten Steigungen schon die Puste ausgeht und deren schwarze Rußwolken zusätzlich die Sicht versperren. Ist endlich einer überholt, taucht in der Ferne bereits der nächste auf. Das Spiel beginnt von vorn. Für ein einzelnes Auto prinzipiell keine schwierige Aufgabe. Da wir aber als Konvoi mit acht Mazda 3 und sieben CX-9 Servicefahrzeugen unterwegs sind, können diese Überholmanöver je nach Gegenverkehr sehr lange dauern, mitunter bis zu 20 Kilometer.

Als wären dies nicht schon genug Hemmnisse für sicheres Reisen, gesellt sich dazu die rabiate russische Fahrweise. Unfälle lassen sich nur durch Umsicht und Reaktionsschnelligkeit vermeiden. Viele Einheimische drängeln, lassen grundsätzlich keinen einscheren, überholen waghalsig trotz durchgezogener Linie und in Kurven. Motto: Irgendjemand wird schon Platz machen, falls es eng werden sollte. Auffällig ist, dass ausgerechnet jene am rüpelhaftesten unterwegs sind, die in dicken SUVs sitzen, vorwiegend Zweitonnen-Brocken vom Kaliber Porsche Cayenne, BMW X6 und Toyota Land Cruiser. Weitere Gefahr droht von Rechtslenkern. Durch die relative Nähe zu Japan fahren hier viele Russen japanische Gebrauchtimporte. [foto id=“479300″ size=“small“ position=“right“]Weil der Fahrer rechts sitzend, den Gegenverkehr nicht mehr einsehen kann, muss er, will er überholen, zunächst weit über die Fahrbahnmitte ausscheren.

Auch der Verkehr hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Rollten früher nur wenige Lada und Wolga über Sibiriens Straßen, dominieren heute hauptsächlich japanische und koreanische Marken das Straßenbild – fast ausschließlich Benziner. Auch Mazda ging nicht das Risiko ein, seine Dreier-Modelle hier mit Dieselkraftstoff fahren zu lassen, obwohl dies lange Reichweiten ohne Tankstopps erlaubt hätte. Zu dreckig ist der Sprit, zu groß die Gefahr, irgendwo in der sibirischen Taiga mit defekter Einspritzanlage liegen zu bleiben. Ihr Ziel Frankfurt hätten die Mazda 3 dann mit ziemlicher Sicherheit nicht erreicht.

Die fünftägige Tour ist nicht mehr als ein Blick auf Sibirien durchs Seitenfenster. Zurück bleibt ein trostloser Eindruck, trotz überwältigender Natur. In den Städten bröckeln die Fassaden von den Plattenbauten, die Toiletten der Tankstellen sind Löcher im Boden. Kein Ort lädt zum Anhalten ein, nirgends ist es gemütlich oder einladend. Kein Café, kein Restaurant ist zu entdecken, weder Stühle noch Tische stehen draußen, selbst an [foto id=“479301″ size=“small“ position=“left“]heißen Sommertagen nicht. Von einem Urlaubsland ist Sibirien noch unendlich weit entfernt. Mögen die Dörfer mit ihren alten Holzhäusern, den Lattenzäunen, den Kleingärten und Sandwegen auch noch so idyllisch aussehen.

Neue Autos, die Mazda in Frankfurt auf einer IAA vorstellt oder in Deutschland vorstellt, per Achse aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ – so die wörtliche Übersetzung von Nippon – zu überführen, gehört fast schon zur Tradition des Herstellers. 1977 fuhren abenteuerlustige Journalisten den ersten kompakten Mazda 323 des damals gerade vier Jahre alten japanischen Importeurs von Hiroshima nach Frankfurt. Soweit das damals durch Südostasien, Bangladesh, Indien, Afghanistan, Iran und die Türkei möglich war. 1990 durfte die überarbeitete Mittelklasse-Limousine 626, das damals erfolgreichste Importauto Deutschlands, quer durch die gerade geöffnete Sowjetunion zum Marktstart fahren.

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