Mit Leasingrückläufern steht Ärger ins Haus

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Auf deutsche Autohändler kommen im nächsten Jahr schwere Zeiten zu. Das Ende der Abwrackprämie zwingt die Händler zu Preisnachlässen bei Neuwagen; nun droht auch noch bei den Gebrauchten Ärger. Der Fahrzeugbewerter Eurotax-Schwacke beziffert den Verlust bei Gebrauchtwagen bis Ende 2010 mit bis zu 20 Prozent, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Zu groß ist die Differenz zwischen kalkuliertem Restwert von Leasingfahrzeugen und ihrem aktuellen Marktwert. Hohe Abschreibungen sind die Folge und damit Verluste. BMW musste 2008 in den USA fast zwei Milliarden Euro auf nicht gedeckte Restwerte abschreiben. Anders als in den USA trägt in Deutschland der Händler das Restwertrisiko, nicht der Hersteller.

„Leasingrückläufer sind ein großes Problem, das sich in erster Linie auf Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse bezieht. Betroffen sind Audi, BMW, Mercedes, Porsche und auch VW, etwa beim Touareg“, so Robert Rademacher, Präsident des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Er warnt: „Die Hersteller müssen sich in irgendeiner Form zu einer Einigung durchringen, sonst käme es zu einer unkontrollierten Erosion.“

Erste Schritte zur Lösung des Problems sind getan. Mercedes hat sich mit seinen Vertragspartnern grundsätzlich geeinigt und nimmt den Händlern das Restwertrisiko. Lob kommt vom Verbandspräsidenten für diese „vorbildliche Abwicklungsfunktion“. Was dieses Entgegenkommen die Stuttgarter kostet, ist allerdings offen. Volkswagen bietet seinen Händlern die Übernahme des Vermarktungsrisikos für zukünftige Leasingverträge an. Im Gegenzug machen die Händler Zugeständnisse in Sachen Rendite. Audi hat ein umfassendes Unterstützungsprogramm für seine deutschen Händler angekündigt. Bei anderen Herstellern laufen Gespräche.

Dennoch bedarf es auch einer Lösung für Bestandsverträge. Gerhard Fischer, Vorstandschef der Münchener Lease Trend AG, schätzt, dass mehrere Hunderttausend Autos mit zu hohen Restwerten angesetzt wurden. Bei einem zu hoch bewerteten Mittelklassewagen geht es schnell um 5.000 Euro, wenn der Restwert zehn oder fünfzehn Prozent über dem Marktwert liegt. „Der Schaden geht in die Milliarden“, sagt Fischer.

Das Geschäft mit kredit- oder leasingfinanzierten Fahrzeugen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Zurzeit beträgt der Wert dieser Autos auf Deutschlands Straßen rund 25 Milliarden Euro. Besonders hoch ist der Anteil im Premiumsegment. Fast die Hälfte aller BMW 5er oder Audi A6 sind über Leasing finanziert.

Johann Cürten, ehemaliger Geschäftsführer der insolventen Handelsgruppe Kroymans, geht davon aus, dass am Ende die Autohersteller in die Pflicht genommen werden. Um ein funktionierendes Händlernetz zu erhalten, würden sie tief in die Tasche greifen müssen. Für ihn steht aber fest, dass die goldenen Autoleasing-Zeiten vorbei sind, denn das Restwertrisiko wird künftig auf die Kunden verlagert werden müssen.

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