Motorradzulassungen 2013 – Es geht weiter aufwärts – aber nicht für alle

Nach dem dritten Jahr in Folge mit positiver Marktentwicklung scheint der deutsche Motorradmarkt langsam wieder eine solide Basis zu finden. Mit rund 87.500 Neuzulassungen (+ 2,65 %) von Motorrädern über 125 Kubikzentimeter Hubraum übertrumpften die Händler erstmals wieder den 2009 erreichten Wert von 86.300 Stück; 2010 hatte die Nachfrage als Folge von Finanz- und Wirtschaftskrise mit knapp über 80.000 Zulassungen ihren Tiefpunkt erreicht.

BMW bleibt laut Statistik des Industrieverbandes Motorrad (IVM) mit rund 20.000 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 23 Prozent deutlich an der Spitze. Wobei es bemerkenswert ist, dass fast alle Modelle des bayerischen Herstellers in der „Top 50“-Zulassungshitliste verzeichnet sind. Unangefochtenes Spitzenmodell ist die für das Modelljahr 2013 erneuerte Reiseenduro R 1200 GS, auf die alleine fast 8.000 Fahrzeuge entfallen – so eine hohe Zahl wurde für ein einzelnes Modell in Deutschland nie zuvor registriert.

Dank der vor zwei Jahren neu auf den Markt gebrachter Modelle der Baureihen CB 500 und NC 700 hat auch der japanische Hersteller Honda seinen Absatz wieder deutlich gesteigert und seinen zweiten Platz in der Zulassungsrangliste gesichert. 2013 wurden 12.000 Motorräder mit dem Honda-Emblem neu zugelassen, der Marktanteil stieg dank eines zehnprozentigen Absatzplus gegenüber dem Vorjahr von knapp 13 auf fast 14 Prozent.

Das zweite Jahr in Folge geht Harley-Davidson auf dem dritten Rang ins neue Jahr: Fast 10.000 abgesetzte Motorräder entsprechen einem Marktanteil von gut elf Prozent. Mit immerhin sechs Modellen unter den 50 bestverkauften Motorrädern schneidet die US-Traditionsmarke in Deutschland sehr gut ab.

Einen stabilen vierten Platz am deutschen Markt nimmt Kawasaki ein, nach Produktionszahlen kleinster der vier japanischen Hersteller. Fast 9.500 abgesetzte Einheiten (+ 5%) – ganz vorne rangieren die Mittelklasse-Typen ER-6n und Z800 – führen zu einem Marktanteil von knapp elf Prozent.

Das bei weitem beste Ergebnis seiner Firmengeschichte schrieb 2013 auf dem deutschen Markt der österreichische Hersteller KTM: Nahezu 7.000 neu zugelassene Motorräder (+ 13 %) entsprechen einem Marktanteil von acht Prozent. 2009 lag die Marke noch bei 4.250 Zulassungen und unter fünf Prozent Marktanteil. Gut eingeschlagen hat die teure Oberklasse-Reiseenduro vom Typ 1190 Adventure, von der 1.100 Stück in den deutschen Markt gebracht wurden.

Nur noch ein Schatten früherer Größe ist dagegen momentan der japanische Großhersteller Suzuki, der das Jahr 2013 mit gut 6.000 abgesetzten Motorrädern auf dem sechsten Platz der Herstellerwertung abgeschlossen hat. Suzukis seit Jahren anhaltender Zulassungsrückgang fiel mit einem Minus von 14 Prozent erneut zweistellig aus und ist damit der aktuell höchste aller registrierten Marken. Mit nur noch rund sieben Prozent Marktanteil erhalten die Japaner derzeit die Quittung für eine mehrjährige Untätigkeit bei der Entwicklung von Neumodellen. Indikator dafür ist die Tatsache, dass das bestverkaufte Einzelmodell sich erst auf Rang 14 der Verkaufsliste platzieren kann. Weil für 2014 lediglich ein neues Modell mit guter Verkaufsprognose vorgestellt wird, stehen Suzuki-Händlern weiterhin harte Zeiten bevor.

Mit einem siebenprozentigen Zulassungsplus hat es der englische Hersteller Triumph auf Rang sieben geschafft. Fast 5.700 Fahrzeuge entsprechen einem Marktanteil von 6,5 Prozent. Besonders gefragt sind die Dreizylinder-Modelle vom Typ Street Triple 675 und Tiger 800.

Ebenfalls ein Problemfall in Deutschland ist die japanische Marke Yamaha. Sie musste 2013 einen Rückgang von 14 Prozent verkraften und steht nun bei rund 5.400 Fahrzeugen und einem Marktanteil von nur noch gut sechs Prozent. Dank zahlreicher für 2014 neu vorgestellter Modelle ist für dieses Jahr jedoch eine Trendumkehr zu erwarten.

Nach wie vor auf dem aufsteigenden Ast befindet sich der italienische Sportmotorradhersteller Ducati, der rund zehn Prozent seiner Produktion in Deutschland absetzt. Mit rund 4.700 Einheiten und einem Marktanteil von gut fünf Prozent liegt Ducati auf Rang acht der wichtigsten Marken. Besonders gut verkauft sich die Oberklasse-Maschine Multistrada 1200, und auch der nicht unter 20.000 Euro zu habende Supersportler 1199 Panigale fand 2013 viele Käufer.

Besonders kräftig ist das Wachstum dieses Jahr bei den kleinen Marken Moto Guzzi (+ 26 %), Husqvarna (+ 25 %) und MV Agusta (+ 57 %) ausgefallen. Wohl größtes Sorgenkind der Branche bleibt derzeit die italienische Marke Aprilia, die mit Ausnahme des Jahres 2011 in den letzten fünf Jahren in Deutschland stets Rückgänge zu verzeichnen hatte; 2013 sanken die Stückzahlen um elf Prozent auf nur noch 1.350 Fahrzeuge. Wegen dramatischer Absatzprobleme auch auf dem italienischen Heimatmarkt mussten die Aprilia-Mitarbeiter bereits im Herbst 2013 wochenlang kurzarbeiten. Geht es mit der Marke so weiter, könnte Moto Guzzi erstmals in der Geschichte an der Schwestermarke vorbeiziehen: Beide trennen in Deutschland nur noch 350 Neuzulassungen. Die neue deutsche Marke Horex, 2013 erstmals gelistet, schloss das Jahr übrigens mit 87 Zulassungen und einem Plus von 8.600 Prozent ab. Kunststück, 2012 war nur eine Horex zugelassen worden.

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