Pininfarina „Sergio Concept“ – Autokunst aus dem Rechner
Pininfarina „Sergio Concept“ - Autokunst aus dem Rechner Bilder

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Was man dem Konzept nicht auf Anhieb ansieht, ist sein bemerkenswerter Entstehungsprozess Bilder

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Der Chefdesigner und sein Team wollten unbedingt in wenigen Monaten ein ausgereiftes Konzeptfahrzeug bauen Bilder

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Denn der „Sergio“ ist der erste Pininfarina, dessen Form komplett am Computer entstanden ist Bilder

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Die Designschmiede hat einmal mehr bewiesen, dass sie die Kunst der Zeichnung formschöner Supersportwagen beherrscht Bilder

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Benannt nach dem  verstorbenen Firmenchef basiert der offene Zweisitzer auf dem Ferrari 458 Spider Bilder

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Längst hat der Computer Einzug in die tägliche Arbeit der Designer gehalten Bilder

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Mit dem „Sergio“‘ wurde erstmals ein Konzeptfahrzeug komplett mit Hilfe innovativer 3D-Technologie entwickelt Bilder

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Als das Concept Car „Sergio“ im Frühjahr auf dem Genfer Autosalon erstmals gezeigt wurde, war sich die Fachwelt einig: Die Designschmiede Pininfarina hatte einmal mehr bewiesen, dass sie die Kunst der Zeichnung formschöner Supersportwagen beherrscht.

Benannt nach dem im Sommer 2012 verstorbenen Firmenchef basiert der offene Zweisitzer auf dem Ferrari 458 Spider. Das markanteste Detail ist die fehlende Windschutzscheibe. Was man dem Konzept allerdings nicht auf Anhieb ansieht, ist sein bemerkenswerter Entstehungsprozess. Denn [foto id=“468588″ size=“small“ position=“left“]der „Sergio“ ist der erste Pininfarina, dessen extravagante und schwungvolle Form komplett am Computer entstanden ist. Das italienische Unternehmen benutzte dafür ein Gestaltungsprogramm des französischen Software-Entwicklers Dassault Systèmes.

Der Firmensitz von Pininfarina liegt außerhalb von Turin in der kleinen Gemeinde Cambiano. In dieser Traumfabrik für Autos entstanden beispielsweise in Kooperation mit Ferrari der Testarossa oder der 250 SWB aus den sechziger Jahren. Aber auch alltagstauglichere Modelle wie das Peugeot 306 Cabriolet von 1994 oder das Ford Focus Coupé und Cabriolet wurden hier ersonnen, ebenso wie elektrische Fahrzeugkonzepte, Jets, Espressomaschinen und die olympische Fackel der Winterspiele von Turin. Anfang der sechziger Jahre entwarf Sergio Pininfarina zusammen mit seinem Vater den Dino Berlinetta Speciale – ein Meilenstein in der Partnerschaft mit Ferraro. Dieser Dino mit seiner für das Designhaus typischen Verbindung aus Eleganz und Aerodynamik dient auch als Vorbild für den Sergio.

Die Umsetzung der Form eines Fahrzeugs von den ersten Skizzen der Designer über Zeichnungen, die mit Klebebändern korrigiert werden können, bis hin zu den maßstabsgetreuen Tonmodellen ist ein traditionell langwieriger Prozeß. Ganz früher wurden sogar noch aufwendige Holzskelette des Autos geschreinert. Danach begann der noch langwierigere Abstimmungsprozeß mit den Ingenieuren, die alles vom Antriebsstrang bis zur Lichttechnik unter dem Blechkleid unterbringen mußten. „Den Zeitaufwand konnten wir uns hier schlicht nicht leisten“, stellt Fabio Filippini klar. Der Chefdesigner von Pininfarina und sein zehnköpfiges Team wollten unbedingt in den wenigen Monaten zwischen Juli 2012 und der Genfer [foto id=“468589″ size=“small“ position=“right“]Automesse im März 2013 ein ausgereiftes Konzeptfahrzeug als Würdigung des großen Sergio Pininfarina bauen. Eine zeitliche Herausforderung, die ohne Unterstützung durch eine moderne Software nicht möglich gewesen wäre.

Die Software „3D Experience“ von Dassault Systèmes bietet den Vorteil, dass mit Hilfe einzelner Module die Ingenieure am zweidimensionalen Bildschirm realistische und präzise dreidimensionale Ansichten von Elementen generieren und Modifikationen simulieren können. In einem weiteren Schritt lassen sich auch die Werkzeuge und Maschinen für die spätere Herstellung einrichten. Ein Verfahren, dass nicht nur Zeit, sondern natürlich auch Kosten spart.

Vor einiger Zeit wurde diese sogenannte Catia-Software mit einer eigenen Version auf die Bedürfnisse von Industriedesignern erweitert. „Einerseits wird der Stellenwert des Designs bei Autoherstellern immer höher“, erklärt Filippini, „andererseits beschleunigt die Globalisierung auch bei uns den kreativen Prozess.“[foto id=“468590″ size=“small“ position=“left“]

So müssen sich die Designer zum Beispiel nicht mehr ständig per Mail mit den Ingenieuren austauschen. Denn zum System gehört auch ein gemeinsamer Server, mit Chat-Möglichkeit. Alle Beteiligten haben das Projekt gemeinsam auf dem Bildschirm und können das Projekt in Echtzeit gleichzeitig bearbeiten.

Auch das klassische Zeichnen kann auf Wunsch digitalisiert werden. Mit dem Programm Natural Sketch bekommt der Entwerfer einen Stift in die Hand, um direkt auf das Display des Computers Ideen in Daten zu verwandeln. „Aber ich will nicht, dass unsere Designer zuviel Zeit damit [foto id=“468591″ size=“small“ position=“right“]verbringen, schließlich sind sie keine digitalen Modelleure. Ich will, daß sie die Freiheit behalten, eine Skizze auf Papier hinzuwerfen“, betont Filippini.

Für Xavier Melkonian hingegen hat die Zeitenwende schon begonnen. Der Leiter für Anwendungen im Bereich Creative Design bei Dassault Systèmes war früher Berater französischer Designschulen. Er beobachtet, dass die nächste Kreativ-Generation, die bereits mit der Zweidimensionalität des Computers aufgewachsen ist, die plastische Körperlichkeit eines Autos direkt am Rechner gestalten möchte. So erreicht die IT-Revolution mit etwas Verspätung auch einen Beruf, der traditionell Kreativität mit großer Handwerkskunst und sicherem Papierstrich zu verbunden wusste.

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