Lexus

Vorstellung Lexus IS: Wie selbstverständlich

Aber jetzt will man perfekt werden und auch im Heimatland der automobilen Selbstzufriedenheit überzeugen. Nach 3400 Lexus in diesem Jahr sollen es im kommenden mehr als 5000 werden, also 35 Prozent mehr. Dieses Wachstum wollen Toyotas Deutsche auch in Zukunft beibehalten. Dabei soll ihnen als Zugpferd der neue Kleine helfen, der Lexus IS, den es als ersten seiner Herkunft auch mit Dieselmotor geben wird.
Lexus IS. Foto: UnitedPictures
Beim Vorgänger hatte Toyota noch einen klaren Gegner vor Augen: den 3er BMW. Jetzt will man von Audi, BMW und Mercedes-Benz Kunden der Premium-Mittelklasse abjagen. Augenscheinlich meint Toyota das ernst; denn die neuen Lexus-Typen sehen nicht mehr aus wie andere und nicht mehr so eigenwillig wie die Vorgänger. Sie sind nun eigenständig und in einer Formensprache gehalten, die hierzulande mühelos Freunde finden dürfte. Der IS zeigt sich mit langer Schnauze, kurzem vorderen Überhang, coupéhaftem Dach und kurzem Heck als sportlich, aber gleichzeitig auch als elegant und eher zurückhaltend.
Für den IS stehen zwei Motoren zur Wahl. Im IS 250 ein Sechs-Zylinder-Benziner mit 2,5 Liter Hubraum und 153 kW/208 PS mit einem maximalen Drehmoment von 252 Newtonmeter (Nm). Die 100-km/h-Marke erreicht der Benziner nach 8,1 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Toyota 230 km/h und als durchschnittlichen Verbrauch weniger als 10 Liter Super bleifrei an.
Der IS tritt als erster Lexus überhaupt mit einem Diesel-Motor an, einem Common-Rail Vier-Zylinder mit 2,2 Liter Hubraum und Turboaufladung für 130 kW/177 PS. Der Motor verhält sich gegenüber der Umwelt vorbildlich mit der Toyota Clean-Diesel-Technologie, die nicht nur Feinstaub zurückhält, sondern auch für niedrigen Stickoxid-Ausstoß sorgt. Das maximale Drehmoment von 400 Nm steht zwischen 2000 und 2600 Umdrehungen bereit. Das reicht für eine Beschleunigung bis 100 km/h in 8,9 Sekunden und für eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 6,3 Litern bei der Normalversion und bei 7,2 Litern bei der Sportversion mit einer kürzeren Hinterachsübersetzung liegen.
Zum günstigen Verbrauch trägt auch die Aerodynamik bei. Deren Qualität erweist sich an dem ungewöhnlich niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27, aber auch mit dem sehr geringen Geräuschniveau im Innenraum. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten stammt das eher von den Reifen als vom Fahrtwind.
Die Motoren drängen sich akustisch ebenfalls nicht in den Vordergrund. Sie stellen ihre Kraft in allen Fahrbereichen unspektakulär zur Verfügung, sei es über das serienmäßige Sechs-Gang-Getriebe oder den Sechs-Gang-Automaten, den es zunächst nur für den Benziner gibt. Ebenfalls wie selbstverständlich bügelt das Fahrwerk die Straßen glatt, regelt das ESP – beim Lexus VSC genannt – unauffällig aber mit Warnton, vermittelt die ausreichend direkte Lenkung unaufdringlich den Kontakt zur Straße. So vermittelt das Gesamtpaket IS die Souveränität, die Fahrer von einem Premium-Fahrzeug erwarten.
Einen erheblichen Beitrag zur wohltuenden Gewissheit, ein Premium-Fahrzeug zu besitzen, leistet auch der Innenraum mit gut platzierten und gut ablesbaren Instrumenten, fast intuitiv möglicher Bedienbarkeit der Funktionen rund um den Bildschirm der Navigation in der Mittelkonsole, den gut konturierten, vielfach einstellbaren Sitzen und der serienmäßigen Klimaautomatik. Mehr noch als die Funktionen sind es das Design und die Materialien, die hier der Erwartung an ein luxuriöses Fahrzeug gerecht werden.
Auf den Vordersitzen lässt sich diese neue Lexus-Welt in vollen Zügen genießen. Gerät man aber als durchschnittlich gebauter Mitteleuropäer auf die hinteren Sitze, wird es eng. Trotz der auf 4,56 Meter gewachsen Länge und des ebenfalls gewachsenen Radstands fehlt den Hinterbänklern der Raum, um sich luxuriös untergebracht zu fühlen. Auch der Kofferraum ist mit einem Volumen von 378 Litern nicht gerade groß. Dafür gibt es eine Durchladeeinrichtung, und der im Kofferraum-Keller findet man weitere Fächer, die sich intelligent variieren lassen. Dennoch ist angesichts einer für einen Fünfsitzer geringen Zuladung von nur rund 350 Kilogramm Vorsicht beim Beladen geboten.
Der kleine Lexus für Einsteiger in die Nobelmarke kostet als Diesel 29 600 Euro und als Benziner 31 000 Euro. Dazu kommen noch zwei Ausstattungsvarianten, deren Namen für sich sprechen "Luxury Line" und "Sport Line". Dabei ist die Ausstattung schon in der Grundausstattung so umfangreich, dass die Aufpreisliste nur noch wenige Möglichkeiten hergibt. Wer die alle ausnutzen will, wird es nicht schaffen, die 40 000-Euro-Marke zu überspringen.
Selbstverständlich komplett ist die Sicherheitsausstattung. Zehn Airbags, darunter zwei für die Knie von Fahrer und Beifahrer, gegen Aufpreis ein Radar gestütztes Adaptive Cruise Control mit einem Precrash-System sowie adaptives Kurvenlicht und viele Details wie eine Rückfahrkamera für kontaktloses Einparken sorgen im Falle des Falles für Schutz vor den kleinen und großen Folgen. Beeindruckt hat uns besonders die Weiterentwicklung des ESP-Systems namens Vehicle Dynamics Integrated Management (VDIM), bei dem durch Vernetzung der vorhandenen Fahrdynamik-Systeme wie ein besonders sicheres Fahren in kritischen Situationen möglich wird. Es regelt frühzeitig und sanft, eben wie selbstverständlich.
Wird Lexus nun mit seinen neuen Produkten und dem Einsteiger-Modell IS auch den Weg zu den deutschen Liebhabern luxuriöser Fahrzeuge finden? Die Voraussetzungen dafür sind gegeben; denn mit seinem souveränen Auftritt, seiner ihm nachgesagten hohen Qualität und seiner Preisstellung sind die Weichen gestellt. Jetzt müssen die noch nicht einmal vier Dutzend Lexus-Händler in Deutschland zeigen, was sie können. (ar/Sm)
Weitere Fotos finden Sie bei unseren Kollegen unter www.unitedpictures.com
Von Peter Schwerdtmann
1. Dezember 2005. Quelle: Auto-Reporter

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