Ausblick auf den Motorradmarkt 2014, Teil 2 – Supersport ist nicht mehr alles
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Copyright: Foto © Honda

Der Wettbewerb auf dem deutschen Motorradmarkt ist hart: Acht größere, einige kleinere und ein Dutzend kleine Hersteller bieten insgesamt an die 200 verschiedene Modelle an. Dass BMW, Honda und Harley-Davidson am Ende des Jahres 2014 – in dieser Reihenfolge – wieder an der Spitze liegen werden, gilt in der Branche als sicher. Doch dahinter ist alles im Fluss.

Yamaha, einst Marktriese, aber über Jahre hinweg größter Verlierer, hat mit diversen neuen Modellen offenbar den Nerv der Kunden getroffen, KTM prosperiert bereits seit Jahren, Kawasaki glänzt mit einem modernen, breit aufgestellten Modellprogramm, Triumph lässt so gut wie kein Segment unbesetzt und Ducati pflegt seine sportliche Attitüde gepaart mit einem mittlerweile sehr hohen Qualitätsanspruch. Suzuki will sich wieder stärker nach vorne schieben, nachdem man über Jahre hinweg kontinuierlich Marktanteile verloren hat; allerdings ist die Erneuerung des Modellprogramms noch nicht weit vorangeschritten. Viele Neumodelle, insbesondere von Yamaha und KTM, machen eine auch nur halbwegs seriöse Prognose über die Entwicklung des Motorradmarktes in Deutschland im Jahr 2014 sehr schwierig.

Supersportler

Dieses Segment ist nach übereinstimmender Überzeugung aller Branchenkenner derzeit so gut wie tot – und doch gibt es zwei echte Erfolgsmodelle, nämlich die BMW S 1000RR mit ihrem Mega-Hightech-Ableger HP4 und die ebenso über 190 PS starke Ducati 1199 Panigale. Sowohl die BMW S 1000RR wie auch die Ducati haben 2013 im Vergleich zum Jahr zuvor ein wenig Federn lassen müssen, doch die HP4 hat für BMW die Verluste mehr als wettgemacht. Das könnte bei Ducati heuer der neuen, hubraum- und leistungsschwächeren 899 Panigale gelingen. Keine rühmliche Rolle mehr am Markt spielen konnten in den letzten beiden Jahren die vier japanischen Supersportler Honda Fireblade, Kawasaki ZX-10R, Suzuki GSX-R 1000 und Yamaha R1. Das wird wohl auch 2014 nicht anders; die Nachfrage nach Supersportlern lahmt weltweit, und deshalb investieren die japanischen Hersteller hier auch nicht mehr stark. Die kleinere 600er Klasse ist gar so nachfrageschwach, dass Honda für 2014 seine heiße CBR 600RR gleich ganz vom deutschen Markt genommen hat. Zwar wurde die Honda Fireblade für die neue Saison technisch leicht überarbeitet – u.a. stieg die Leistung geringfügig -, doch dürfte sich dies nicht dramatisch auf den Absatz auswirken. Zudem droht den Superbikes verstärktes Ungemach durch die sogenannten „Power Nakeds“ wie die neue BMW S 1000R, die KTM 1290 Super Duke R oder die Kawasaki  Z1000; diese bieten mehr oder weniger die Fahrleistungen von Supersportlern, sind aber im öffentlichen Straßenverkehr angenehmer zu fahren.

Tourensportler/Sporttourer

In diesem schwierig zu definierenden Nischensegment – steht hier mehr der Sport oder mehr das Touring im Vordergrund? – finden sich einige technisch hoch interessante Motorräder, die für 2014 teilweise kräftig überarbeitet worden sind. Das gilt für die 106 PS leistende Honda VFR 800F mit V4-Motor und die Kawasaki Z 1000SX mit ihrem 142 PS starken Vierzylinder-Reihenmotor. Erst 2013 geliftet wurde die nur zweizylindrige BMW F 800GT (90 PS), die sich in ihrem ersten Verkaufsjahr wacker geschlagen hat. Weitere Vertreter dieser Spezies sind die 172 PS starke Honda VFR 1200F, die es auch mit einem sehr innovativen Doppelkupplungsgetriebe gibt, und die 175 PS leistende BMW K 1300S. Am Rande dieser Nische ist die sehr agile und leichte Ducati Hyperstrada mit ihrem 821 ccm großen Zweizylindermotor und 110 PS Leistung sowie die brandneue MV Agusta Turismo Veloce 800 (125 PS) anzusiedeln. Nur ausgesprochene Leistungsfetischisten werden zur Kawasaki ZZR 1400 mit ihren 200 PS und zur nahezu ebenso starken Suzuki Hayabusa 1300 greifen.

Tourenbikes

Die in diesem Segment zusammengefassten Modelle glänzen mit hohem Fahrkomfort auch auf langen Strecken, bieten zumeist viel  Leistung und oft auch reichlich Hubraum, weshalb sie sich souverän und schaltarm fahren lassen. Neu in diesem Segment tritt 2014 die BMW R 1200RT an; mit dem typgleichen Vorgängermodell hat sie nur das Bauprinzip des Boxermotors gemeinsam, alles andere ist neu. Es wäre eine große Überraschung, wenn sich dieses mit vielen Hightech-Schmankerln ausgestattete BMW-Modell nicht auf Anhieb an die Spitze dieses Zweiradsegments setzen würde. Das Leben schwer machen wird sie insbesondere der erst ein Jahr alten Triumph Trophy, die nach dem Erscheinen der dynamisch gezeichneten und schlank wirkenden BMW relativ altbacken und pummelig aussieht. Weiterhin für stabile Absatzzahlen gut sind die mit Sechszylinder-Triebwerken ausgestatteten Modelle BMW K 1600 GT und GTL sowie die ebenfalls sechszylindrige Honda Gold Wing 1800. Deutlich besser als bisher in Szene setzen dürfte sich 2014 die jetzt endlich mit einem innovativen Elektronik-Fahrwerk erhältliche Yamaha FJR 1300, während die Kawasaki 1400GTR und – mehr noch – die Honda Pan European 1300 – über ein Statistendasein auf dem deutschen Markt kaum hinauskommen dürften. Nach wie vor ihre Liebhaber (2013 nämlich gut 800) findet die bekannte Suzuki 1250F Bandit, deren ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis sie für viele Kunden unverändert begehrenswert erscheinen lässt, auch wenn dieses Modell technisch etwas angestaubt erscheint.

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