CO2-Limit: Pkw-Flotten auf der Zielgeraden
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Den Automobilherstellern drohen Strafzahlungen. Die Pkw verbrauchen zwar immer weniger Kraftstoff, doch noch liegt der Spritkonsum einiger Flotten über dem zulässigen CO2-Grenzwert. Auf der Zielgeraden müssen sich meist deutsche Hersteller dieses Jahr sputen, um 2015 das Flotten-Limit der EU zu unterschreiten. Reißt eine Marke die Messlatte, greift das Folterinstrument „Überschreitungsgramm“ in Form von Millionen-Zahlungen an den Staat.

Im Mittel erreichten 2013 die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland fast das ab 2015 geforderte CO2-Limit von 130 g/km. Die laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 2,95 Millionen (minus 4,2 Prozent weniger als 2012) neu zugelassenen Pkw überschreiten mit 135,4 g CO2/km den Zielwert geringfügig. Vor fünf Jahren lag die CO2-Emission mit 154,2 g/km noch um 18,9 Gramm höher.

Im Einzelnen sank der CO2-Ausstoß der 2013 registrierten gut 1,4 Millionen Diesel-Pkw gegenüber 2009 um 24 Gramm auf 138,7 g/km, das entspricht einem Verbrauch von rund 5,2 Litern pro 100 km. Die CO2-Emission der mehr als 1,5 Millionen Benziner verringerte sich in den vergangenen fünf Jahren um gut 16 Gramm auf 135,7 g/km, was im EU-Testzyklus einem Benzinkonsum von 5,8 Litern auf 100 km entspricht. Doch bindend ist der Flottenverbrauch der einzelnen Marke in der EU.

Von dem nächsten Jahr geforderten CO2-Limit 130 g/km für den Flottenverbrauch sind meist deutsche Pkw-Hersteller noch entfernt. Abgesehen vom Smart mit 92,4 g CO2/km und Ford bewegen sich die Flotten-Werte beispielsweise in Deutschland noch deutlich über dem obligatorischen Limit von 2015. Ford legte mit einem Flottendurchschnitt von 130 g CO2/km eine Punktlandung hin. Die neu zugelassenen Pkw der Flotte von VW erreichten 2013 im Mittel einen CO2-Ausstoß von 133,9 g/km, Opel 137,2 g/km, BMW 139,4 g/km, Audi 139,7 g/km, Mercedes 148,7 g/km und Porsche 204 g/km.

In Deutschland war die Pkw-Flotte von Toyota 2013 die umweltfreundlichste bei den Importmarken. Für sie bilanzierte das KBA einen gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent verminderten CO-Ausstoß auf 121,2 g/km. Den Wert erreichte die japanische Marke, weil sich unter ihren rund 74 000 Neuzulassungen fast 20 000 Hybrid-Pkw befinden. Im Bereich bis knapp unter 130 g/km folgen mit 123,8 g/km Seat, Renault mit 124,8 g/km, Peugeot mit 125,3/km, Citroën mit 127,2 g/km und Skoda mit 128,8 g/km.Die deutschen Hersteller müssen noch einen Gang zulegen. Denn erstmals gelten 2015 die 130 g CO2/km zu 100 Prozent. Der Grenzwert gilt zwar schon seit 2012, aber bisher wurde bei der CO2-Ermittlung nur ein bestimmter Teil der Neuzulassungen berücksichtigt: 65 Prozent 2012, vergangenes Jahr 75 Prozent und 80 Prozent in 2014. Die Stunde der Wahrheit schlägt 2015. Dann dürfen in der EU die Neuwagenflotten der Marken zu 100 Prozent den obligatorischen CO2-Wert nicht überschreiten.

Kommen sie nichts in Ziel, greift das Folterinstrument „Überschreitungsgramm“: Bis 2018 müssen Pkw-Hersteller für das erste Gramm, das den jeweiligen CO2-Flottendurchschnittswert überschreitet, je abgesetztem Auto fünf Euro Strafe zahlen, für das zweite Gramm 15 Euro, für das dritte Gramm 25 Euro. Noch teurer wird es ab dem vierten Gramm, für das je 95 Euro zu zahlen sind. Das kann sich krass auswirken. Wird für die Flotte einer Marke ein CO2-Grenzwert von 134 g/km in der EU ermittelt, muss sie für die 4 g/km Überschreitung je Pkw 140 Euro in Kauf nehmen. Beim Absatz von einer Million Pkw wäre das ein Negativ-Posten von 140 Millionen Euro in der Bilanz.

Harte Folter droht der Marke, die 2019 die CO2-Ziellinie reißt. Ab dann gelten für jedes „Überschreitungsgramm“ 95 Euro. Das sind für vier Gramm 380 Euro je verkauftem Pkw. Bei einem CO2-Grenzwert von 95 g CO2/km, den Flotten ab 2021 nicht überschreiten dürfen, hat die Automobilindustrie also noch eine Herkulesarbeit zu leisten.

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