Mercedes-Benz

Der heimliche Star: Begegnung mit dem Mercedes 300 SL, Nummer 2
Der heimliche Star: Begegnung mit dem Mercedes 300 SL, Nummer 2 Bilder

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Links der neue SL, rechts der Mercedes 300 SL als einer der Ur-Ahnen. Bilder

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Auch schon eine Ikone: SL Roadster aus dem Jahr 1957. Bilder

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Blick ins ebenfalls sauber wiederhergestellte Cockpit. Bilder

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Unter der Haube arbeitet ein 125/170 kW/PS starker Sechszylinder. Bilder

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Feinarbeit auch bei der Verbindung des Schalthebels mit dem Getriebe. Bilder

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So sah die Rohkarosse aus. Bilder

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Die Originalplakette mit der Fahrgestellnummer 00002 oben rechts. Bilder

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Der älteste existierende Mercedes SL erstrahlt in neuem Glanz. Bilder

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Verkaufschef Joachim Schmidt erinnert in Detroit an Männer wie Versuchsleiter Rudolf Uhlenhaut und US-Importeur Max Hoffmann, die auf ihre Weise zum Erfolg der Mercedes-Ikone SL beigetragen haben. Bilder

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Markenstern und Modellschriftzug auf dem Heck des Oldtimers. Bilder

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Daimler-/Mercedes-Chef Zetsche in Detroit vor dem Bild eines aufgebockten SL in einer Holzgarage. Bilder

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Aufwändig restauriert: Mercedes 300 SL, Baujahr 1952, Nummer 2. Bilder

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Detroit – Seit Anfang der 1950er-Jahre baut Mercedes den SL. Die Neuauflage des großen Roadsters, dessen Kürzel für Sport und Leicht steht, geht in sechster Generation bei uns, gegenüber dem Vorgänger um bis zu 140 Kilo abgespeckt, Ende März an den Start. Ihr hat bei der Weltpremiere gerade bei der Autoschau in Detroit nur einer (fast) die Show gestohlen, ein Mercedes 300 SL aus dem Jahr 1952.

Benzingeruch liegt in der Luft

Dabei handelt es sich um einen restaurierten Oldtimer dieses Typs mit der Chassisnummer 2. Wenn der, wie beim Neujahrsempfang der Stuttgarter in Detroit im Westin Book Cadillac und tags darauf bei der Mercedes-Präsentation in der Cobo Hall, ins Rampenlicht fährt, liegt sofort Benzingeruch in der Luft – und [foto id=“403123″ size=“small“ position=“left“]Sicherheitspersonal gruppiert sich anschließend sofort um ihn herum mit dem Hinweis „Don’t touch“, wenn einer dem heimlichen Start zu nahe kommen will. Nicht berühren!

Der Erste ist leider schon verschrottet

Den ersten 300 SL gibt’s nicht mehr; er ist fatalerweise sogar noch im Werksbesitz verschrottet worden. Aber der zweite, Fahrgestellnummer 194-010-00002/52, ist noch da. Ihn haben die Stuttgarter, denen er ununterbrochen gehörte, zum 2012 anstehenden Jubiläum „60 Jahre SL“ aufwändig restauriert. Dazu mussten die Experten im Fellbacher Classic Center von Mercedes alle Teile des vollständig demontierten Originals wieder instand setzen. Klare Vorgabe dabei sei gewesen, heißt es in einer Mitteilung darüber, „die Substanz in jeder Hinsicht zu erhalten“.

Stolze Spuren eines langen Autolebens

Auch wenn der zweite jemals gebaute 300 SL, Baureihen-Kennung W194, nun in neuem Glanz strahlt, „zeigt er doch die Spuren eines langen und aufregenden Fahrzeuglebens weiterhin stolz“, finden die Restauratoren. Besonders umfangreich sei die Wiederherstellung der aus sehr dünnem Aluminium-[foto id=“403124″ size=“small“ position=“right“]Magnesium-Blech gefertigten und damit schon von Haus aus empfindlichen Karosserie gewesen. „Zudem hatte die Zeit sie an vielen Stellen stark gezeichnet.“

Zunächst nur reine Einstiegsluke

Rund sechs Monate dauerten die Arbeiten der Spezialisten, bis allein das Blechkleid des ältesten noch existierenden SL der Welt wieder soweit in Ordnung war. Insgesamt hat die Restaurierung zehn Monate gedauert. Charakteristisch sind das flache Gesicht mit einem auf dem Gitter der Kühlluftöffnung angebrachten Mercedes-Stern sowie die für das Coupé berühmten, tief ins Dach eingeschnittenen Flügeltüren, die sich nach oben öffnen, zunächst als reine Einstiegsluken nur bis zur Gürtellinie ausgeführt worden sind, später aber vergrößert wurden.

Stoppuhr noch im Original

Der Innenraum ist voll verkleidet, strahlt den Experten zufolge eine „für einen Rennwagen ungewöhnliche Behaglichkeit“ aus. Tacho und Drehzahlmesser liegen direkt im Blickfeld des Fahrers, darunter sind die kleineren Instrumente für Wassertemperatur, Benzindruck, Öltemperatur und Öldruck installiert; die [foto id=“403125″ size=“small“ position=“left“]Stoppuhr dort ist noch original. Die hochbordigen Schalensitze sind aus kariertem Wollstoff gepolstert. Um den Einstieg zu erleichtern, ist das Vierspeichen-Lenkrad abnehmbar. Der Reihensechszylinder ist abgeleitet von dem Motor, der damals sogar eine Staatslimousine, den Adenauer-Mercedes 300, angetrieben hat.

In der Spitze Tempo 230

Für Technik-Interessierte: Er verfügt über eine obenliegende Nockenwelle, drei Solex-Doppelvergaser und über eine für Sportmotoren typische Trockensumpfschmierung. Das 3,0-Liter-Aggregat leistet 125/170 kW/PS bei 5200 Touren, macht das nur rund 1060 Kilo schwere Leichtgewicht in der Spitze 230 Stundenkilometer schnell.

Erster Roadster kam 1957

Die Wurzeln des SL reichen bis Anfang der 1950er-Jahre zurück, liegen eigentlich im Rennsport. Denn den Ur-SL entwickeln die Stuttgarter damals unter der Bezeichnung 300 SL als Rennsportwagen, der viele Erfolge einfährt, darunter in Le Mans oder bei der Panamericana. Die ersten Probefahrten finden im November 1951 noch auf der Solitude-Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts statt, ebenso auf dem Nürburg- und dem Hockenheimring. Der Presse wird der Wagen im März 1952 auf der Autobahn zwischen Stuttgart [foto id=“403126″ size=“small“ position=“left“]und Heilbronn vorgestellt. Der erste richtige SL Roadster kam 1957 auf den Markt. Seitdem hat Mercedes rund 700 000 Einheiten dieses Sportwagens an Kunden ausgeliefert.

Lange vergessener Schatz in der Garage

Bloß zehn Exemplare haben die Stuttgarter 1952 vom 300 SL auf die Räder gestellt. Die aus ihm entwickelte Serienversion wird 1999 mit der Auszeichnung „Sportwagen des Jahrhunderts“ bedacht. Was Oldtimer wie der 300 SL wert sind, macht Dieter Zetsche in Detroit deutlich: Der Daimler-/Mercedes-Chef berichtet von einem ursprünglichen Modell dieses Typs, das unlängst in einer Garage als lange vergessener Schatz entdeckt worden und danach für 2,5 Millionen Dollar verkauft worden ist – schon vor der Restaurierung.

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