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Doppeltest: Purismus vs. Komfort – Mazda MX-5 gegen Peugeot 207 CC
Doppeltest: Purismus vs. Komfort - Mazda MX-5 gegen Peugeot 207 CC Bilder

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Stoffverdeck gegen Metalldach, Front- gegen Hinterradantrieb, Komfort gegen Purismus: Die Unterschiede zwischen den Cabriomodellen Peugeot 207 CC und Mazda MX-5 sind grundsätzlicher Art. Zwar bieten beide Fahrspaß unter freiem Himmel, doch das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Nur beim Preis kommen sie sich noch einmal nahe. Der Franzose ist mit dem 110 kW/150 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner ab 22 100 Euro erhältlich, die japanische Roadster-Legende mit dem 118 kW/160 PS starken 2,0-Liter-Benziner kostet mindestens 24 000 Euro.

Frauenlieblinge

Beide Cabrios sind Frauenlieblinge; doch vor allem der Mazda hat im Laufe der Jahre aber auch viele männliche Fans gefunden. Frisch geliftet, wirkt die 2006 gestartete dritte Modellgeneration mit neuem Fünf-Punkt-Lufteinlass an der Front jetzt etwas aggressiver und kraftvoller. Am grundsätzlich sympathischen Auftreten ändert das aber nichts. [foto id=“94296″ size=“small“ position=“right“]Auch der Peugeot 207 CC sieht etwas markanter aus als sein Vorgänger und leidet nun nicht mehr so stark unter dem pummeligen Heck. Das große Löwen-Logo und die weit nach hinten gezogenen Scheinwerfer passen zur Peugeot-Mode.

Alltagstauglichkeit

Der aktuelle Mazda MX-5 ist die erste Modellgeneration, in der auch Menschen mit mehr als 1,80 Metern Länge eine adäquate Sitzposition finden. Alles ist an seinem Platz, Schalthebel und Lenkrad liegen perfekt zur Hand. Das Wort Raumgefühl wurde hier drin aber nicht erfunden. Der Peugeot 207 CC bietet nominell zwei Sitze mehr, die aber für kaum mehr als das Abstellen von Einkaufstüten taugen. Dennoch schlägt der Franzose den Japaner in Sachen Alltagstauglichkeit: Das Gepäckabteil fasst 370 Liter Volumen; das ist Kompaktklasseniveau. Wenn sich das zweiteilige Dach auf Knopfdruck in 25 Sekunden in den Kofferraum faltet, bleiben allerdings nur noch kümmerliche 145 Liter übrig – fünf Liter weniger als beim MX-5, dessen Stoffdach noch per Hand geöffnet wird. Das kostet nur wenig Kraft, geht viel schneller und sieht irgendwie auch cooler aus.

Sicherheit

In Fragen der Sicherheit geben sich die beiden Kontrahenten keine Blöße. ESP und vier Airbags sind Serie, der 207 CC schützt zudem die Beine des Fahrers mit Hilfe eines Lenksäulen-Airbags. Weil es den Turbobenziner erst ab der Ausstattungslinie „Sport“ gibt, gehören auch eine Klimaanlage, Leichtmetallfelgen und ein statisches Kurvenlicht zum Serienumfang. Auf das Ausleuchten von Kurven muss man beim MX-5 verzichten; dafür hat der Japaner ein MP3-fähiges Audiosystem mit AUX-Eingang und Lenkradbedientasten an Bord.

Fahrverhalten

Der 110 kW/150 PS starke 1,6-Liter-Turbomotor, den Peugeot zusammen mit BMW entwickelt hat, ist eine Wucht. Der Turboschub kommt früh und kraftvoll, aber etwas unharmonisch. Dabei ist der Vierzylindermotor elastisch genug, [foto id=“94297″ size=“small“ position=“left“]um auch bei einer gelassenen und schaltfaulen Fahrweise genügend Kraft zur Verfügung zu stellen. Schade, dass Peugeot nur ein Fünfganggetriebe im Angebot hat. Gerade auf der Autobahn, bei zunehmendem Lärmpegel, vermisst man einen drehzahlsenkenden sechsten Gang. Das hohe Geräuschniveau bei geschlossenem Dach liegt aber auch an den starken Wind- und Abrollgeräuschen. Bei offenem Dach sitzt man eher windgeschützt, aber die Frontscheibe ist nicht mehr so weit über die Köpfe der Frontpassagiere gezogen wie beim Vorgänger. Was wirklich nervt, ist der hinter der Schulter im Fahrtwind flatternde Gurt. Auch der MX-5 ist laut: Weil der Japaner aber ein puristisches Konzept verfolgt, verzeiht man ihm das eher. Der Roadster beschleunigt subjektiv ein wenig zahmer als der zwangsbeatmete Turbo im Peugeot, nimmt ihm auf dem Papier jedoch beim Standardsprint auf 100 km/h mit 7,4 Sekunden mehr als eine Sekunde ab. Zudem bietet der MX-5 gegen Aufpreis einen sechsten Gang.

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Dynamische Qualität

Die dynamischen Qualitäten des Roadsters sind auch schon in der Grundversion unerreicht: Diese Leichtfüßigkeit, diese unterschwellige, aber gut zu kontrollierende Giftigkeit macht ihm kaum ein anderes Fahrzeug dieser Preisklasse nach. Auch nicht der 207 CC, der zwar ebenfalls knackig abgestimmt ist, aber in schnellen Kurven Untersteuerungstendenzen nicht verleugnen kann und beim zügigen Herausbeschleunigen Antriebseinflüsse in die Lenkung überträgt. Insgesamt kommt dem MX-5 nicht nur seine ideale Gewichtsverteilung zugute, [foto id=“94301″ size=“small“ position=“right“]sondern auch die Tatsache, dass er weniger Gewicht zu verteilen hat: Trotz vergleichbarer Abmessungen bringt der Japaner 350 Kilogramm weniger auf die Waage als der 1,5 Tonnen schwere 207 CC.

Anschaffung und Unterhaltung

Der Peugeot 207 CC kostet in der Basisversion mit 88 kW/120 PS ab 19 600 Euro und in der gefahrenen Motorvariante mit 110 kW/150 PS mindestens 22 100 Euro. Der Mazda MX-5 (Grundpreis 22 000 Euro) hat zehn PS mehr und ist ab 24 000 Euro erhältlich. Die Ausstattungsunterschiede gleichen sich weitgehend aus, und auch beim Tanken geht das Duell unentschieden aus: Der 207 CC verbraucht im Durchschnitt 7,2 Liter je 100 Kilometer, der MX-5 genehmigt sich 0,2 Liter mehr. Bei beiden Fahrzeugen ist in der Praxis mit Verbräuchen um neun Liter zu rechnen. Der MX-5 ist in der Versicherung etwas günstiger: Bei der AXA fallen für die Haftpflicht 414 Euro im Jahr an, der Peugeot kostet 480 Euro. Dafür muss der Mazda aber jedes Jahr oder alle 20 000 Kilometer zur Inspektion, während dem Peugeot ein Zweijahresintervall oder 30 000 Kilometer reichen. Alles in allem hat der 207 CC im Kostenkapitel so leicht die Nase vorn.

Geschmackssache

Am Ende ist die Wahl aber Geschmackssache: Wer Fahrfreude richtig buchstabieren kann, der kauft den Mazda MX-5. Der Roadster wendet sich an Kunden, [foto id=“94303″ size=“small“ position=“left“]die die sportliche Passgenauigkeit lieben und so oft wie möglich offen fahren wollen. Allerdings ist der Zweisitzer ein reiner Spaßwagen; sollen häufig Passagiere und Gepäck befördert werden, muss ein Zweitwagen her. Wer ein alltagstauglicheres Cabrio sucht, nimmt daher den Peugeot 207 CC. Mit seiner Rückbank bietet er deutlich mehr Stauraum, das Stahldach macht ihn winterfest. Wem die feinen Unterschiede der Fahrdynamik im Zweifelsfall egal sind, findet so in dem kleinen Franzosen einen komfortablen Begleiter für viele Einsatzzwecke und alle Jahrezeiten.

Teststeno

Peugeot 207 CC – 2+2-sitziges Kleinwagen-Cabriolet mit Stahldach

Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,04 Meter/1,75 Meter/1,40 Meter/2,54 Meter; 1,6-Liter-Turbobenziner mit 110 kW/150 PS, max. Drehmoment 240 Nm bei 1 400 U/min, 0-100 km/h in 8,1 Sek., Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Verbrauch 7,2 Liter/100 km, CO2-Ausstoß 171 g/km, Euro 4, Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 480 Euro (Typklasse 14, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 535 Euro (Typklasse 18, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 70 Euro (Typklasse 17, 150 Euro SB), Preis ab 22 100 Euro

Mazda MX-5 – zweisitziger Roadster mit Stoffdach oder Kunststoff-Hardtop

Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,02 Meter/1,72 Meter/1,25 Meter/2,27 Meter; 2,0-Liter-Benziner mit 118 kW/160 PS, 188 Nm/5 000 U/min, 7,6 Sek., 212 km/h, 7,4 Liter/100 km, 177 g/km, Euro 4, Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 414 Euro (Typklasse 12, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 535 Euro (Typklasse 18, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 132 Euro (Typklasse 23, 150 Euro SB) Preis ab 24 000 Euro.

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