Mobile Zukunft (IX): Scheinwerfer denken mit, Infrarot macht Unsichtbares sichtbar

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Die Rückleuchte beim VW Touareg geht in die Heckklappe über. Bilder

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Die Xenon-Scheinwerfer im VW Touareg sorgen für mehr Sicherheit und Komfort. Bilder

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Bei Audis R8 geht die Leuchteinheit am Heck eher in die Breite. Bilder

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LED-Lampen zeichnen sich vor allem durch eine längere Lebensdauer aus. Bilder

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Audis R8 war 2007 das erste Serienfahrzeug mit LED-Technik. Bilder

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Leipzig – Die ersten Automobile sind bei Dunkelheit stehen gelassen worden, „weil die Fahrer kaum sehen konnten, wohin sie fuhren“. Einzige Lichtquelle am Auto seien damals Laternen mit Kerzenlicht gewesen; elektrische Lampen kamen erst in den 1920er-Jahren auf. Lange Zeit sei dem Autofahrer nur die Wahl zwischen Ein- und Ausschalten des Lichts geblieben. „Heute“, so eine entsprechende „Viavision“-Ausgabe der Volkswagen-Gruppe, „ist das anders.“

Halogen-, Xenon-, LED-Licht

Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen, die auf verschiedene Arten erzeugt werden können. Seit den 1960er-Jahren setzen Hersteller bei Autoscheinwerfern Halogenlampen ein, seit Anfang der 1990er-Jahre helleres Xenonlicht, inzwischen auch Leuchtdioden, so genannte LED, deren Schein dem natürlichen Tageslicht am nächsten kommt. 2020 soll der LED-Anteil der Fahrzeugbeleuchtung weltweit 34 Prozent betragen, 2010 sind es zwölf Prozent gewesen. Von den gängigen Lichtarten hat Xenonlicht die höchste Leuchtdichte. LED-Lampen haben die mit Abstand die längste Lebensdauer. Als erster Hersteller hat der [foto id=“434770″ size=“small“ position=“left“]Volkswagen-Konzern 2007 mit dem Audi R8 ein Serienauto mit LED-Scheinwerfern ausgestattet. Im Audi R15 kühlt allein der Fahrtwind die Dioden.

Um die Ecke leuchten

Entsprechenden Umfragen zufolge fühlt sich fast jeder zweite Autofahrer durch schlechte Sichtverhältnisse gestresst. 34 Prozent nutzen aber bereits Systeme wie Kurvenlicht oder Fernlichtassistent. Mehr als 25 Prozent der deutschen Neuwagen waren zuletzt schon mit Kurvenlicht mit schwenkbaren oder solchen Scheinwerfern bestückt, die sich mit dem Blinker einschalten und der angezeigten Richtung folgen.

Über eine Kamera im Innenspiegel

Bei der Fernlichtassistenz blenden Scheinwerfer automatisch ab. Im Innenspiegel ist eine Kamera eingebaut, die als Lichtsensor funktioniert, entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge erkennt und merkt, wenn eine genügende Beleuchtung der Straße die Elektronik überflüssig macht. Nach Angaben der „Zeitschrift für Verkehrssicherheit“ ist die Hälfte der Fahrzeit das Fernlicht bei automatischer Steuerung aktiv, bei manueller Betätigung im Schnitt nur während 20 Prozent der Fahrzeit.

Übergänge schon fließend

Erweiterte Fernlichthelfer gestalten dem „Viavision“-Bericht zufolge die Übergänge fließend. „Verschiedene Hersteller haben Systeme entwickelt, die den Lichtkegel immer kurz hinter vorausfahrenden Autos sowie kurz vor dem Gegenverkehr enden lassen und in der Lage sind, einzelne Bereiche auszusparen.“ Die Reichweite des Fernlichts verringere sich so nur da, wo andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden könnten. Den Angaben zufolge haben Teilnehmer eines speziellen Versuchs [foto id=“434771″ size=“small“ position=“right“]damit 14 bis 78 Meter weiter sehen können als mit Abblendlicht.

Bessere Sicht auch bei Dunkelheit

40 Prozent aller tödlichen Unfälle geschehen laut Statistischem Bundesamt bei Nacht oder bei Dämmerung, obwohl nur 20 Prozent aller Fahrten nachts stattfinden. Vor allem Personen oder unbeleuchtete Objekte gerieten da erst spät ins Blickfeld. Nachtsichtsysteme schafften jedoch Abhilfe, indem sie den Sichtbereich des Fahrers bei Dunkelheit erweiterten. Infrarotkameras machten Personen, Tiere oder Hindernisse auf einem Bildschirm im Auto sichtbar, lange bevor sie in den Lichtkegel des Scheinwerfers kämen. „So können Unfälle vermieden werden.“

Gegenstände reflektieren zurück

Nach Angaben des Karlsruher Instituts für Technologie kann ein Fahrer bei Dunkelheit mit einem Nachtsichtsystem 150 Meter weit sehen, was in etwa der Reichweite des Fernlichts entspricht. Passive Infrarotsysteme erzeugen ein Wärmebild der Umgebung, zeigen auf einem Bildschirm im Auto Personen oder Tiere an, die nachts mit bloßem Auge nicht zu erkennen wären, aktive besitzen zusätzlich ein Infrarotlicht, das nach vorn strahlt und von Gegenständen zurück zur Kamera reflektiert wird, so dass auch Objekte, die keine Wärme abgeben, von der Kamera erkannt und auf dem Bildschirm angezeigt werden.

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