Mobilität in China – Die elektrische Revolution lässt auf sich warten
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Der Smart electric drive erhielt als erstes Import-Modell ein Zulassungs-Zertifikat Bilder

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Die automobile Minimallösung E30L von Dongfeng Bilder

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In keinem anderen Land ist Umweltbelastung so sichtbar wie in China. Inzwischen zählen die Menschen in vielen Regionen die Tage, an denen sich blauer Himmel zeigt und Jogger handeln sich mit ihrem Hobby Raucherlungen ein. Keine Frage, es muss sich etwas ändern im Reich der Mitte, und als eine Lösung haben die Verantwortlichen batterieelektrische Autos erkannt. Mit finanziellen Anreizen sollen Autokäufer von den lokal abgasfreien Modellen überzeugt werden.

In Peking sind die Besitzer solcher Modelle zudem von der monatlichen Zulassungs-Lotterie befreit, und in Shanghai müssen sie nicht an der monatlichen Auktion zur Vergabe von Neuwagen-Kennzeichen teilnehmen. Wie in Deutschland haben die Verantwortlichen ehrgeizige Ziele, danach sollen 2020 fünf Millionen E-Mobile verkauft werden. Aktuell ist die Bilanz ähnlich wie bei uns allerdings ernüchternd. Im vergangenen Jahr wurden in der Volksrepublik nur 11.375 Elektromodelle überwiegend zudem bei  Behörden zugelassen, und ein Blick auf die Stände der chinesischen Hersteller in bei der „Auto Shanghai“ stimmt nicht optimistisch. Noch dominiert eindeutig der Verbrennungsmotor, stehen batterieelektrische Fahrzeuge am Rand.[foto id=“463430″ size=“small“ position=“right“]

Wie kompliziert der Weg auf die chinesischen Straßen ist, muss aktuell auch Smart erleben. Zwar erhielt der Elektro-Smart jetzt als erstes Import-Modell ein Zulassungs-Zertifikat, doch „ein Kennzeichen erhalten wir dadurch nicht, weil wir noch nicht auf die Zulassungsliste kommen“, erklärt Ralf Noha, bei Daimler Manager für Homologation, Umwelt und Regulierungen. Aktuell stehen in Shanghai vier Fahrzeuge auf dieser ominösen Liste, und „außerdem erhalten die Smart-Kunden auch keine Fördergelder. Die sind allein den in China produzierten Modellen vorbehalten“, so Noha. Konkret müssen die Smart-Kunden so auf umgerechnet 9.200 bis 11.500 Euro verzichten. Um den chinesischen Verantwortlichen zu zeigen, welche Rahmenbedingungen für die Verbreitung der E-Mobilität geschaffen werden müssen, haben sich deutsche und amerikanische Hersteller im Rahmen des Projektes „Electrocity“ zusammengeschlossen. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung einer Ladeinfrastruktur, die bisher immer wieder an überkommenen gesetzlichen Vorschriften scheitert. So dürfen zum Beispiel Elektromodelle nicht in Tiefgaragen aufgeladen werden, und die Montage von zusätzlichen Zählern für die Ladestationen ist ebenfalls nicht zulässig. Auch die Entwicklung der Standards läuft zähflüssig. „Die Chinesen wollen alles selbst machen und nicht einfach europäische Regeln übernehmen“, erklärt Noha. „China hätte Weltmarktführer für die E-Mobilität werden können, doch sie haben es vergeigt.“

Angesichts dieser Rahmenbedingungen wird das überschaubare Angebot an Produktpräsentationen bei den E-Mobilen verständlich. General Motors zeigte in Shanghai mit dem Sail Springo das erste chinesische Elektromodell des Konzerns, das eine Reichweite von 200 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erreichen soll. Bei Volvo-Eigner Geely steht der EK2, ein Kleinwagen mit einer Reichweite von 112 Kilometern. Bei den nächsten Modellen des japanischen Herstellers werden Antriebseinheit und Batterien in Zusammenarbeit mit Detroit Electric entstehen. Das junge amerikanische Unternehmen zeigt auf der Auto Shanghai sein Modell SP:01 erstmals auf einer Messe, von dem 999 Exemplare gebaut werden sollen. Im kommenden Jahr soll ein kompaktes Familienmodell folgen, das auch in Europa angeboten wird. [foto id=“463431″ size=“small“ position=“left“]“Gemeinsam mit Geely entwickeln wir eine Antriebseinheit, die eine Reichweite von 260 Kilometer erreichen wird“, erklärt der Gründer von Detroit Electric, Albert Lam. Dongfeng stellt mit dem E30L eine automobile Minimallösung vor. Der Kleinstwagen ist maximal 80 km/h schnell und kommt auf eine Reichweite von 110 bis 180 Kilometern.

Auf dem Roewe-Stand steht der E50, von dem der Hersteller SAIC allerdings lediglich 1.000 Exemplare pro Jahr verkaufen will. Nach Abzug aller Subventionen kostet der Kleinwagen mit einer Reichweite von rund 180 Kilometern (bei konstant 60 km/h) umgerechnet rund 16.500 Euro. Parallel zur Vorstellung des Wagens im vergangenen November stellte SAIC auch 1.170 Ladestationen bereit, die allerdings fast alle in den Vorstädten liegen, was bereits zu viel Kritik geführt hat.

Wesentlich weiter als die Konkurrenz ist BYD (Build Your Dreams) bei alternativen Antrieben. Neben Hybrid-Modellen (konventionell und Plug-in) hat das Unternehmen, an dem Daimler beteiligt ist, auch intelligente Ladetechniken entwickelt, mit denen zum Beispiel anderen batterieelektrischen Modellen eine Notladung gegeben werden kann. Außerdem stehen elektrisch angetriebene Busse ebenso im Programm wie Elektro-Taxis. Für den Privatkunden bietet BYD den gut 4,50 Meter langen Familientransporter e6 an, der nach Werksangaben mit 300 Kilometern eine beachtliche Reichweite besitzt.

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