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“Ohne wertvolle Zeit zu vergeuden“: Mercedes im auto.de-Allradgespräch

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... die M-Klassen-Pendants, bei denen der Mercedes-Allrad Standard ist. Bilder

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Vor dem „Dorfstadl“ in Kühtai: E-Klasse-4Matic-Testflotte und ... Bilder

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Expertengespräch am Allradtriebstrang, rechts Entwickler Rolf Schröder. Bilder

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Auch der Vierzylinder-E250-Diesel, hier als Kombi vor der Mautstelle zum Timmelsjoch bei Hochgurgl, ist mit Allrad kombiniert Bilder

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Dr. Alfons Hierhammer ist Leiter Produktmanagement SUV und Kompaktfahrzeuge bei Mercedes. Bilder

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4Matic serienmäßig: Mercedes-M-Klasse auf Timmelsjoch-Hochalpenstraße. Fotos: Koch Bilder

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Hochgurgl – Erst auf schwierigeren Pisten zeigt sich, wer gut und sicher unterwegs ist. „Dabei kommt es auf bestmögliche Fahrstabilität, hohe Sicherheit und hohe Traktionsreserven an“, sagt Alfons Hierhammer, Leiter Produktmanagement SUV und Kompaktfahrzeuge bei Mercedes, jetzt beim Allrad-Workshop der Stuttgarter in Hochgurgl in Tirol.

Welchen Hauptunterschied bei Allrad gibt es?

Alfons Hierhammer: Während andere Systeme ihren Allrad erst zuschalten, wenn es brenzlig wird, arbeitet der bei uns, den wir 4Matic nennen, in jedem Allrad-Mercedes ohne wertvolle Zeit zu vergeuden.

Wenn man sich die Technik näher anschaut, die dahinter steckt, ist Allrad aber auch bei Ihnen nicht gleich Allrad?

Alfons Hierhammer: Das hat damit zu tun, dass wir Kunden maßgeschneiderte Systeme für unterschiedliche Bedürfnisse und Einsatzzwecke anbieten wollen. So hat etwa die neue M-Klasse eine 4Matic, die neben souveränem und sicherem Antrieb auf der Straße auch hochkarätige Offroad-Technik umfasst wie das On-&-Offroad-Paket …

Das rund 2260 Euro extra kostet.

Alfons Hierhammer: … das aber neben der 100-Prozent-Sperre am Mittendifferenzial und dem speziell abgestimmten elektronischen Traktionssystem auch sechs spezifische Fahrprogramme beinhaltet, mit denen die neue M-Klasse für jeden Untergrund optimal abgestimmt ist.[foto id=“393390″ size=“small“ position=“left“]

Gilt das auch unter schwierigeren Bedingungen, mit Anhänger etwa?

Alfons Hierhammer: Auch da. Genauso in schwerem Gelände oder eben bei winterlichen Verhältnissen. Speziell der Wintermodus sorgt für verbessertes Fahrverhalten und zusätzliche Sicherheit beim Fahren mit und ohne Schneeketten.

Dafür müssen Sie aber doch ziemlich aufwändig in die Steuerung des Systems eingreifen?

Alfons Hierhammer: Wir haben das gezielt getan, die Siebenstufen-Automatik angepasst, eine spezielle Sperrensteuerung und eine flachere Kennlinie für eine feinfühligerer Betätigung des Gaspedals angelegt.

Und was bringt das beim Fahren?

Alfons Hierhammer: Noch mehr Längstraktion für zuverlässiges Anfahren und Vorankommen sowie gleichzeitig verbesserte Querdynamik und Fahrsicherheit. Das sind, wenn Sie so wollen, elektronische Schneeketten auf Knopfdruck. Die M-Klasse verfügt damit über größere Reserven, bevor echte Schneeketten gefragt sind.

Problem bei höher bauenden Fahrzeugen oder Fahrzeugen mit höherem Schwerpunkt ist oft, dass sie zum Wanken neigen, gerade in Kurven.

Alfons Hierhammer: Dem können Sie aber mit einer aktiven Wankstabilisierung zum Beispiel vorbeugen …

Die nochmals rund 3700 Euro extra kostet.

Alfons Hierhammer: … mit der sich aber, kombiniert mit dem On-&-Offroad-Paket, eine bestmögliche Winterabstimmung erreichen lässt.[foto id=“393391″ size=“small“ position=“left“] Für dynamischen Fahrspaß bei hoher Fahrzeugkontrolle und Fahrsicherheit stehen bei Schneeverhältnissen zudem zwei neue Regelstrategien bereit.

Und das wären?

Alfons Hierhammer: Zum einen reagiert das System bei Lenkimpulsen des Fahrers weniger dynamisch, gleicht äußere Einflüsse durch stark wechselnde Reibwerte des Untergrunds schneller aus. So fährt der Wagen viel ruhiger, souveräner. Zum anderen haben wir uns moderne taillierte Ski zum Vorbild genommen, die mit hoher Spurtreue dem gewünschten Kurvenverlauf auch bei kleinen Radien folgen.

Beim Skifahren kommt es auf optimal Gewichtsverlagerung an.

Alfons Hierhammer: Bei uns sorgt eine dynamische Verschiebung der Radlasten für sicheres Fahrverhalten in Kurven und für mehr Traktion.

Allradantrieb ist nicht nur teurer, er steht bislang leider immer auch für mehr Gewicht und mehr Verbrauch.

Alfons Hierhammer: Die aktuelle Generation unseres Permanentsystems ist leichter, kompakter und effizienter. Davon profitiert ebenfalls unsere Allradneuheit in der E-Klasse

Sie meinen die Kombination eines Vierzylinder-Dieselmotors erstmals mit 4Matic in der E-Klasse im E250 CDI BlueEfficiency?

Alfons Hierhammer: … die sich pro 100 Kilometer mit im Schnitt 5,6 Litern begnügt und damit in der Oberklasse sparsamste Diesellimousine mit Permanentallrad ist. Zur besseren Effizienz tragen neben dem reibungsoptimierten Allradtriebstrang die serienmäßige Eco-Stopp/Start-Funktion und die Siebenstufen-Automatik 7G-Tronic Plus bei.

Die Verteilung der Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse müsste da eigentlich sportlicher sein, also etwas mehr nach hinten?

Alfons Hierhammer: Ist sie auch. Das Verhältnis beträgt 45:55.

Und wenn es hart auf hart kommt?

Alfons Hierhammer: Dann leitet die Lamellensperre das Antriebsmoment um bis zu 70 Prozent an eine der beiden Achsen – zum Beispiel dann, wenn es sehr glatt ist.

Wohin geht jetzt der nächste technische Schritt beim Allrad?

Alfons Hierhammer: Noch leichter. Noch kompakter. Noch effizienter.

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