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Rallye Dakar: “Die Begeisterung der Fans gibt uns Recht“

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Zweiter „Dakar“-Sieg mit TDI-Technologie: Volkswagen hat in Argentinien und Chile den Titel bei der härtesten Rallye der Welt erfolgreich verteidigt. Mit Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E), Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) und Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) errang Volkswagen einen Dreifachsieg.

Die Vorjahressieger Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) komplettierten die geschlossene Teamleistung in einem vierten Race Touareg auf Rang sieben. Das Interview mit Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen (49).

?: War das für Sie die härteste Rallye Dakar aller Zeiten?

Kris Nissen: „Es war mit Sicherheit für die Autos und auch für die Fahrer die härteste ‚Dakar‘, die Volkswagen je bestritten hat. Ich glaube auch die Härteste, die es je gegeben hat. Für das Team dahinter in Sachen physischer Kraftaufwendung dagegen nicht. Denn die Mannschaft hat zuhause eine tadellose Vorbereitung absolviert, der Race Touareg hat allen Bedingungen standgehalten und auch der Service-Plan hat perfekt funktioniert. Das sind Gründe, warum das gesamte Team etwas weniger Stress hatte als die Jahre zuvor. Ich glaube sogar, dass es durch die schonende Fahrweise der Fahrer und die Zuverlässigkeit des Gesamtpakets in dieser Hinsicht die unkomplizierteste ‚Dakar‘ seit unserem Einstieg war. Wir haben uns in den vergangenen Jahren eben permanent weiterentwickelt.“

?: Welchen Erfolg empfinden Sie denn als intensiver: den Doppelsieg von 2009 oder den Dreifacherfolg von 2010?

Nissen: „Der Sieg vergangenes Jahr hat den Druck vom gesamten Team genommen, die ‚Dakar‘ zu gewinnen. Ich denke aber, dass der Wettbewerb in diesem Jahr härter war. Vor allem durch die X-raid-BMW. Auch die Strecke war in diesem Jahr härter. Deshalb finde ich, dass dieser Sieg noch wertvoller ist. Gerade weil unsere Fahrer bis zum Zielstrich hart um den Gesamtsieg gekämpft haben, empfinde ich den Erfolg 2010 als den wertvolleren.“

?: Volkswagen ist als Titelverteidiger und Favorit ins Rennen gegangen. Inwieweit hat das die tägliche Arbeit beeinflusst?

Nissen: „Überhaupt nicht. Wir haben vor der Rallye Dakar 2009 ein Lastenheft mit allen Punkten verfasst, die wir optimieren wollten und es konsequent abgearbeitet. Für die ‚Dakar‘ 2010 war dieses Lastenheft deutlich dünner. Das, was wir ändern wollten, haben wir bereits bei den Vorbereitungsrallyes, der ‚Sertões‘ und der Silk-Way-Rallye, voll und ganz erprobt. Wir waren perfekt vorbereitet. Das einzige, das wir nicht wussten, war, wie stark die Konkurrenz war. X-raid-BMW war der erwartet starke Gegner, Robby Gordons Hummer dagegen war nicht so stark wie gedacht. Dazu hat sich der Race Touareg als das zuverlässigste Auto erwiesen.“

?: Volkswagen hat bei der „Dakar“ 2010 eines der spannendsten Duelle der Geschichte zugelassen. Wie wichtig war Volkswagen ein fairer Kampf um das Gesamtklassement?

Nissen: „Wir haben nicht nur das Rennen gewonnen, sondern auch das Rennen gemacht. Ich glaube trotzdem, dass man erst die ‚Dakar‘ bezwingen muss, bevor man sie gewinnen kann. Das haben wir im Vorfeld gewusst. Im Verlauf hat sich erst ein Volkswagen Trio an der Spitze mit mehr als zwei Stunden Vorsprung etabliert, dann hat sich ein Zweikampf mit Nasser Al-Attiyah und Carlos Sainz herauskristallisiert. Doch man kann eine ‚Dakar‘ nicht vorausplanen und Siege einkalkulieren. Deswegen bin ich klar der Meinung, dass die Entscheidung, jedem Fahrer die Chance auf den Sieg zu lassen, die richtige war. Für das Team. Und auch für die Rallye selbst. Ich denke die Begeisterung der Fans gibt uns Recht.“

?: Der Race Touareg hat bei der „Dakar“ 2010 die meisten Etappensiege auf dem Konto und hat sich zudem als das zuverlässigste Fahrzeug im Feld erwiesen. Welcher dieser Punkte war Ihrer Meinung nach für den Gesamtsieg ausschlaggebend?

Nissen: „Ganz klar: Man kann eine ‚Dakar‘ nur gewinnen, wenn man ein standfestes Auto hat, das schnell genug ist und man Fahrer hat, die damit umgehen können. Man muss nicht jede Etappe gewinnen, um am Ende vorn zu sein. Man hat dieses Jahr bei dieser starken Leistungsdichte gesehen, dass es immer von Nachteil ist, als Vortagessieger als erstes Fahrzeug auf die Strecke zu gehen. Ein Schlüssel zum Erfolg von Carlos Sainz und Lucas Cruz war es, jeden Tag eine gute Etappe zu haben, jedoch nicht zwingend gewinnen zu müssen.“

?: Viele Kritiker sind der Meinung, dass eine „Dakar“ auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden muss. Wie bewerten Sie die beiden zurückliegenden Südamerika-„Dakars“?

Nissen: „In erster Linie ist ‚Dakar‘ mehr ein Begriff als eine Ortsangabe. Wenn man die Historie der Rallye betrachtet, dann gab es schon einige Ausgaben, die keinen Start oder keinen Zieleinlauf in Dakar hatten. Eine ‚Dakar‘ gehört in ein Gebiet, wo es organisatorische Sicherheit gibt und ein herausforderndes Gelände. Wenn darüber hinaus dort auch ein großer Markt für die Hersteller gibt, dann ist das ein Bonus. Doch das wichtigste sind die ersten beiden Faktoren. Das findet man derzeit in Afrika nicht vor. Ich finde, die ‚Dakar‘ gehört in Länder wie Argentinien, Chile, Brasilien, Amerika, China, Russland oder Indien. Die beiden vergangenen ‚Dakars‘ in Südamerika haben bewiesen, dass die Prüfungen genauso hart oder noch härter sind als in Afrika. Mehr braucht es nicht.“

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