„Rush“: Der wohl beste Rennfilm aller Zeiten

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Das Duell der beiden charismatischen Formel-1-Piloten Niki Lauda und James Hunt bescherte der Königsklasse des Rennsports 1976 eine ihrer dramatischsten Spielzeiten. Die Rivalität der beiden ungleichen Piloten hat nach 37 Jahren Hollywood erreicht. Nun ist der Film „Rush“ in den Kinos angelaufen, der diese Geschichte erzählt – und zwar in dem wahrscheinlich besten Rennsport-Film aller Zeiten.

Die Geschichte ist bekannt: Lauda dominierte 1976 die erste Hälfte der Saison. Nach seinem Feuerunfall auf dem Nürburgring konnte Hunt aufschließen und im Regenrennen von Japan mit einem Punkt Vorsprung den Titel erringen. Und das deshalb, weil der Österreicher wegen der indiskutablen Bedingungen seinen Ferrari in der zweiten Runde an der Box abgestellt hatte – trotz drei Punkten Vorsprung in der WM.[foto id=“485307″ size=“small“ position=“left“]

Seit Jahrzehnten thematisiert Hollywood in regelmäßigen Abständen den Motorsport. Eine Welt, in der die Protagonisten bei jeder Veranstaltung ihr Leben riskieren, scheint perfekt, um stetig dramatische Geschichten zu liefern. Doch in der Praxis brachte das Genre wenig Bemerkenswertes hervor. Filme wie „Grand-Prix“ von John Frankenheimer von 1966 oder „Le Mans“, den Schauspiellegende Steve McQueen 1970 produzierte, zeichneten sich zwar durch atemberaubende Rennsequenzen aus, die auch heute noch durchaus sehenswert sind. Doch die mageren Handlungsstränge um Leben, Liebe und Tod konnten sich nie aus dem Niveau von Arzt-Schmonzetten erheben, ebenso das knallige NASCAR-Spektakel „Tage des Donners“ von 1990 mit Tom Cruise. Der letzte bemerkenswerte Rennfilm „Driven“ von 2001 ging als einer der schlechtesten Streifen überhaupt in die Filmgeschichte ein. Nicht zuletzt weil Darsteller wie Silvester Stallone oder Til Schweiger derart konsequent als Knallchargen agierten, dass wenigstens die Schwelle der Realsatire gefallen ist.

Dass gerade „Rush“ weit über seine Vorgänger hinausragt, ist dem Glücksfall zu verdanken, dass weder Drehbuchautor Peter Morgan („Die Queen“, „Stand der Dinge“) noch der mit zwei Oscars prämierte Regisseur Ron Howard („Apollo 13“, „A Beautiful Mind“, „Der Da Vinci-Code“) erklärte Rennsport-Fans sind.

Morgan und Howard konzentrieren sich auf ihre beiden so polarisierenden Protagonisten und die Siebziger Jahre. Hunt wie Lauda waren Kinder der Epoche, deren Junge und Wilde sich dem Motto „Sex and Drugs and Rock´n Roll“ verpflichtet fühlten. Der Brite war 1976 gerade 29 Jahre alt, Lauda war 27. Beide haben es in ihrem Sport auf ganz unterschiedlichen Wegen an die Spitze gebracht. Die Gemeinsamkeit beschränkte sich auf den Bruch mit den jeweiligen Familien, um Rennen fahren zu können. Der Ferrari-Pilot Lauda trat 1976 als Titelverteidiger an, Hunt, das Supertalent, hatte bei McLaren endlich ein konkurrenzfähiges Team gefunden.

Die Rivalität herausragender Fahrer hat der Formel 1 zu allen Zeiten das Salz ihrer Suppe geliefert. Doch nie waren zwei Rivalen gegensätzlicher. Hunt betrieb seinen Sport fast anarchisch, Lauda analytisch. Der Engländer war Partylöwe, der Österreicher Pedant. Im wahren Leben standen sie sich persönlich freilich näher als der Film suggeriert.

Regisseur Howard gestaltet ohne große digitale Effekte ein sehenswerte Bilder der Zeit und ganz nebenbei auch des Rennsports, die für jüngere Menschen schon seltsam entrückt sind. Darüber hinaus standen ihm hervorragende Schauspieler zur Verfügung. Der 30-jährige Australier Chris Hemsworth verkörpert den blonden Hunt als Liebling der Medien, Sponsoren und Frauen so überzeugend wie Daniel Brühl den kühlen, eher unnahbaren Lauda. Der 35-jährige Deutsche eignete sich in [foto id=“485308″ size=“small“ position=“right“]einem intensiven Sprachtraining den eigentlich unverwechselbaren Slang Laudas so perfekt an, dass die Grenzen zwischen Vorbild und Darstellung verschwimmen.

„Rush“ ist somit ein Film, der auch Menschen anspricht, die nicht in der Nacht aufstehen, wenn die Formel 1 in Asien oder Australien antritt. Der Streifen unterhält auf hohem Niveau, bietet darstellerische Leistungen, die sich bereits für die nächste Oscar-Verleihung 2014 in Stellung bringen. Darüber hinaus liefert der Film eine überzeugende Antwort auf die Frage, warum sich begabte, intelligente und erfolgreiche Menschen mit einer Tätigkeit identifizieren, die sie regelmäßig zwanghaft in ein filigranes Fahrzeug aus Aluminium mit 500-PS-Motoren lockt. In Rennmaschinen, die die uneingeschränkte Bereitschaft erfordern, das Leben zu riskieren.

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