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Toyota Auris – Es ist nicht alles Golf was glänzt
Toyota Auris - Es ist nicht alles Golf was glänzt Bilder

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Toyota Auris: Es ist nicht alles Golf was glänzt

Warum in aller Welt haben die Japaner nur diesen Namen
aufgegeben, werden sich viele Freunde des Toyota Corolla fragen. Mit 32
Millionen verkauften Fahrzeugen ist der Kompaktwagen immerhin das
meistverkaufte Automobil der Welt. Doch der neue Corolla heißt in der
Schrägheckvariante „Auris“, ein vom lateinischen Wort „Aurum“ für Gold
abgeleitetes, durchaus wohlklingendes Kunstwort. Der Name ist Programm: Das
ab 15 200 Euro erhältliche Modell soll für Toyota goldene Zeiten in der
Kompaktklasse einläuten. Der Basis-Auris mit drei Türen feiert allerdings
sein Debüt erst Anfang März auf dem Automobilsalon in Genf. Dann kommt der
700 Euro teurere Fünftürer in Deutschland gerade in den Handel.

Auch hinten sitzt man fürstlich

Wie fast immer bei einem neuen Modell hat sich die in vielen Bereichen
zum Branchenprimus entwickelte Automarke die besten Wettbewerber zum Vorbild
genommen und um typische Toyota-Elemente erweitert. So trifft der Auris in
Länge (4,22 Meter) und Breite (1,76 Meter) jeweils bis auf wenige Millimeter
die Abmessungen des in dieser Fahrzeugklasse immer noch als Maßstab
geltenden VW Golf. Und selbst das Kofferraumvolumen liegt mit 354 Litern
fast punktgenau auf dessen Niveau. Gehörte der Corolla in seiner Klasse zu
den knapper geschnittenen Fahrzeugen, setzt sich der Auris nun beim
Platzangebot mit an die Spitze. Selbst hinten, wo es beim Vorgänger mehr als
eng zuging, sitzt man jetzt für diese Klasse geradezu fürstlich.

Augenfreundliche Optitron-Technik

Zu diesem Gefühl trägt auch der feine, mit hochwertigen Materialien
glänzende Innenraum des Auris bei. Schalter und Hebel sind nahezu perfekt
angeordnet und die schon aus anderen Modellen bekannten Rundinstrumente in
augenfreundlicher Optitron-Technik lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Im
Vergleich zum immer etwas biederen Corolla setzt der Auris optisch deutlich
stärker auf Dynamik. Trotzdem bleibt das Modell eine insgesamt eher
unauffällige Erscheinung. Dies gilt vor allem für die wenig ausgeprägte
Seitenlinie. Von hinten ist der Auris immerhin klar als Toyota zu erkennen,
während die Vorderansicht mit den vielleicht etwas zu groß geratenen
Scheinwerfern ganz klar die Schokoladenseite darstellt. Insgesamt bleibt der
Hersteller also auch beim Auris einer eher vorsichtigen Linie treu, was ja
auch dem Wettbewerber Golf immer gut bekommen ist.

Motorisierung

Zum Antrieb stehen insgesamt vier Motoren zur Wahl: Als Basis bleibt der
schon bisher verwendete 1,4-Liter-Antrieb mit 71 kW/97 PS erhalten, als
zweiter Benziner kommt ein neu entwickelter 1,6-Liter-Motor mit 91 kW/124 PS
hinzu. Der kann auf Anhieb durch ruhigen Lauf und guten Durchzug überzeugen,
ist allerdings für Vielfahrer mit hohem Autobahnanteil sicher nicht die
richtige Entscheidung. Dafür gibt es die Dieselmotoren, die an der Spitze
der Antriebspalette stehen. Der 2,0-Liter-Selbstzünder leistet jetzt mit 93
kW/126 PS zehn Pferdestärken mehr als vorher. Neu im Angebot ist der bisher
nur für den Corolla Verso und Avensis angebotene 2,2-Liter-D-CAT-Diesel mit
130 kW/177 PS. Der ist dank seiner Dynamik und Sparsamkeit natürlich die
beste, mit mindestens 24 250 Euro bei kompletter Grundausstattung aber auch
die teuerste Wahl.

Ausstattungsvarianten

Insgesamt stehen für den Auris vier Ausstattungsvarianten zur Verfügung,
die sich allerdings nicht mit jedem Motor kombinieren lassen. Volumenmodell
wird nach Unternehmensangaben in Deutschland der 1,6-Liter-Benziner in der
Version „Sol“ ab 18 600 Euro sein, der trotz wesentlich besserer Ausstattung
im Vergleich zum alten Corolla nur 180 Euro teurer geworden ist. Für die
Sicherheit gibt es neben den üblichen sechs Airbags einen siebten als
Knieschutz sowie alle gängigen elektronischen Helfer inklusive
Stabilitätsprogramm. Im Gesamtpaket ist der neue Auris dem alten Corolla
hier ebenfalls deutlich überlegen.

Würdiger Nachfolger des Toyota

Ein würdiger Nachfolger also für den alten Toyota-Bestseller. Und
wirklich weg ist der Corolla ja auch nicht. Er wird als viertürige
Stufenheckvariante weltweit immer noch in jährlicher Millionenauflage
produziert und in mehr Ländern angeboten als der Auris. Nur eben nicht in
Deutschland und einigen anderen mitteleuropäischen Ländern. Rund 29 000
Einheiten will Toyota hierzulande in diesem Jahr verkaufen, 2008 sollen es
über 30 000 Fahrzeuge werden. Dies dürfte eine lösbare Aufgabe für den neuen
Auris sein, denn das „Goldstück“ von Toyota beweist mit seinem ersten
Auftritt, dass in der Kompaktklasse nicht alles Golf sein muss, was glänzt.

Technische Daten Toyota Auris:

Drei- oder fünftürige Schräghecklimousine der Kompaktklasse;

1,4-Liter-Benziner, 71 kW/97 PS, maximales Drehmoment 130 Nm bei 4 400
U/min, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, 0-100 km/h: 13 s,
Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter;

1,6-Liter-Benziner, 91 kW/124 PS, 157 Nm bei 5 200 U/min, 190 km/h, 10,4
s, 7,1 Liter;

2,0-Liter-Dieselmotor, 93 kW/126 PS, 300 Nm zwischen 1 800 und 2 400
U/min,195 km/h, 10,3 s, 5,7 Liter;

2,2-Liter-Dieselmotor, 130 kW/177 PS, 400 Nm zwischen 2 000 und 2 600
U/min, 210 km/h, 8,1 s, 6,2 Liter;

Preise ab 15 200 Euro (Dreitürer) und 15 900 Euro (Fünftürer).

mid/ec

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