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Tradition: 40 Jahre Kadett C – Ein Opel für die Welt
Tradition: 40 Jahre Kadett C - Ein Opel für die Welt Bilder

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Vauxhall Chevette 2300H Sab 1976 Bilder

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Vauxhall Chevette Modellpalette 1976 Bilder

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Buick Opel 1976 Bilder

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Pontiac Acadian 1976 Bilder

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Isuzu Gemini 1979 Bilder

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Holden Gemini 1979 Bilder

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Chevrolet Chevette 1979 Bilder

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Chevrolet Chevette 1976 Bilder

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Chevette Brasilien 1981 Bilder

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Kadett 4tuerig ab 1977 Bilder

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Opel Kadett Caravan ab 1977 Bilder

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Kadett GTE 1977 Bilder

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Opel Kadett Aero 1976 Bilder

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Kadett GTE 1975 Bilder

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Kadett GTE ab 1975 Bilder

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Opel Kadett City ab 1975 Bilder

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Opel Kadett City ab 1975 Bilder

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Kadett OSV 40 Sicherheitsstudie 1974 Bilder

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Kadett Limousine, Caravan und Coupe 1973 Bilder

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Opel Kadett 2 tuerig ab 1973 Bilder

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Ein kleiner Kadett als meistverkauftes Auto Amerikas? Ein Opel als koreanischer Volkswagen und südamerikanisches Auto für alle? Wovon die Rüsselsheimer heute nur noch träumen können, machte der Kadett C vor 40 Jahren möglich. Der amerikanische General-Motors-Konzern (GM) hatte den kompakten Opel als Mutterfahrzeug seiner sogenannten T-Car-Modelle ausgewählt. T-Car versus T-Modell lautete die Parole, sollte doch mit den neuen Kleinwagen auf Kadett-Basis der globale Erfolg des ersten Massen-Automobils, des legendären T-Modells vom Erzrivalen Ford, übertroffen werden.

„Jedem den Seinen“, lautete ein Werbeslogan für das Auto, das jetzt die Welt mobilisieren sollte. Dazu wurde der Opel Kadett C als erstes GM-Weltauto von nicht weniger als 14 Marken mit über 40 unterschiedlichen Modellbezeichnungen und in noch mehr Karosserie- und Ausstattungsversionen auf allen Kontinenten produziert. Weit über sieben Millionen [foto id=“455475″ size=“small“ position=“left“]Einheiten konnten so von den T-Cars verkauft werden, darunter allein 1,7 Millionen Kadett aus dem Werk Stammwerk Bochum. Kein Weltrekord, aber immerhin ein Meilenstein. Lieferte General Motors mit dem T-Car doch für viele Länder das erste Volksauto überhaupt, während der Kadett in Deutschland den alten VW Käfer kurzzeitig niederrang und den jüngeren Ford Escort klein hielt. Nur mit dem neuen Golf konnte es das Einstiegsmodell ins Opel-Programm nicht aufnehmen, dazu fehlte es ihm am modernen Konzept von Frontantrieb und Quermotor. Dafür schrieb der letzte Kadett mit Heckantrieb Sportgeschichte, waren doch ab 1976 die Rallye-Legenden Walter Röhrl und Rauno Aaltonen mit bis zu 165 kW/225 PS starken GT/E erfolgreich. Schon im ersten Jahr sicherten die Werksfahrer Opel mit Siegen in Monte Carlo und Portugal den zweiten Platz in der Marken-Weltmeisterschaft.
 
Viel wichtiger war der Imagegewinn durch diese Rennmaschinen, die auf dem 1975 präsentierten Kadett GT/E basierten. Weg von der bürgerlichen Betulichkeit des Fahrers mit Hut, hin zu jugendlichem Ungehorsam und neuer Sportlichkeit. Freche Rallyestreifen, mattschwarze Motorhaube, Zusatzscheinwerfer und damals fast schon als überstark empfundene Motoren machten den GT/E zu einem Auto, das scheinbar nur versehentlich von Schotterpisten der Rallye-WM auf Straßenasphalt gewechselt war. Damit unterschied sich das Kadett Coupé auch von den ebenfalls 1975 gezeigten [foto id=“455476″ size=“small“ position=“right“]dezenteren Escort RS 2000 und Golf GTI: „Leute haltet Eure Hosen fest, der neue Kadett GT/E ist in 9,8 Sekunden auf 100! Womit wieder mal bewiesen wäre, dass Opels Hosenträger die schnellsten sind“, textete die Werbung.

Noch schneller war tatsächlich nur ein Rivale

Ein Schwestermodell des Kadett, der englische Vauxhall Chevette 2300HS. Die Chevette HS entsprach dem ebenfalls 1975 eingeführten Kadett City mit praktischer großer Heckklappe, konnte aber sogar mit einem neuartigen 100 kW/135 PS starkem 16-Ventil-Triebwerk aufwarten. Immerhin 450 Einheiten verkaufte Vauxhall von diesem Renner, der dreimal so viel kostete wie eine Standard-Chevette mit rau laufendem, 43 kW/59 PS leistendem 1,3-Liter-Motor. Genau damit sollte der billigste Vauxhall ab 1980 auch in Deutschland verkauft werden und so als Einstiegsmodell unterhalb des gerade neu eingeführten Kadett D die Wartezeit bis zur Einführung des ersten Corsa überbrücken.
 
Kleine Beispiele für das Konzept, das hinter dem 1973 erstmals vorgestellten Kadett C stand. Die dritte Kadett-Generation der Nachkriegszeit sollte nicht nur die Erfolge ihrer Vorgänger fortschreiben, sie sollte mit einer noch nie dagewesenen Variantenvielfalt die Basis für eine globale Karriere als sogenanntes T-Car setzen. Unter dem Code 1865 hatte General Motors dieses Projekt im Jahr 1970 angeschoben als moderne Alternative zum Volkswagen Käfer, der damals wiederum kurz davor war, das Ford T-Modell als Produktionsweltmeister zu überholen. Zu modern durfte das T-Car aber auch [foto id=“455477″ size=“small“ position=“left“]nicht sein, sonst wäre die weltweite Akzeptanz gefährdet gewesen. Deshalb blieb es beim Kadett C beim Hinterradantrieb, obwohl die meisten Europäer gerade auf Frontantrieb umstellten.
 
Tatsächlich hatte General Motors mit dem T-Car alles richtig gemacht, wie sich schon im ersten Jahr zeigte. Bevor der Kadett als Kernmodell im August 1973 eingeführt wurde, feierte im April in Brasilien die fast baugleiche Chevrolet Chevette einen furiosen Markstart. Kurz danach präsentierte der Kadett die damals konkurrenzlose Bandbreite der hübsch gezeichneten Karosserien: Neben zwei- und viertürigen Stufenhecklimousinen gab es den dreitürigen Kombi „Caravan“, ein elegantes Coupé, die Fastbackversion Kadett City mit Heckklappe (ab 1975) und regionale Spezialitäten wie die beim Stuttgarter Karossier Baur gefertigte Cabriolet-Limousine Aero (ab 1976). Auch ein Lieferwagen durfte nicht fehlen. In Asien und Südamerika rundeten Pickups das T-Car-Programm ab oder südamerikanische Modelle mit innovativen Kunststoffkarosserien, die das ohnehin geringe Leergewicht von 775 Kilogramm nochmals um 100 Kilogramm drückten. Auch einen fünftürigen Hatchback gab es. Für Vortrieb sorgten in Deutschland robuste Vierzylinder mit 1,0 bis 2,0 Liter Hubraum und Leistungswerten zwischen schwachbrüstigen 29 kW/40 PS und sportlichen 85 kW/115 PS. Unter anderen GM-Marken durften es bisweilen noch größere Motoren sein, dafür begnügten sich manche brasilianischen Chevette mit Ethanol.
 
Zum glücklichen globalen Gewinner wurden Kadett und Geschwister aber durch ein gänzlich unvorhergesehenes Ereignis. Ende 1973 überraschte die erste Ölkrise den Weltmarkt. Explodierende Benzinpreise und politische Forderungen nach verbrauchsarmen Fahrzeugen spielten General Motors den Ball zu, mit dem der damals weltgrößte Autobauer nun Treffer auf fast allen wichtigen Märkten erzielte. Das brandneue kleine T-Car wurde nicht nur Verkaufsbestseller der Rüsselsheimer GM-Tochter, sondern startete durch in Südamerika (ab 1973 unter den Marken Aymesa, Chevrolet, GMC, Opel und Grumett), in Asien (ab 1974 unter Chevrolet, Daewoo, Isuzu, Saehan und Opel), in Südafrika (ab 1976 unter Chevrolet), in Australien (ab 1975 unter Holden-Isuzu, Holden und Vauxhall) und entgegen allen anfänglichen Plänen auch in Nordamerika (ab 1975 [foto id=“455478″ size=“small“ position=“right“]unter Chevrolet, Buick-Opel, Pontiac und Isuzu). Während Kadett & Co in Südamerika vor allem Volkswagen und Ford zusetzten, brachten die koreanischen Lizenzbauten von Saehan und Daewoo die dortige Massenmotorisierung erst richtig in Gang.
 
Die eigentliche Sensation ereignete sich jedoch im Mutterland der Straßenkreuzer: Im September 1975 enthüllte Chevrolet die US-Version der Chevette in Washington D.C. passgenau zur Verabschiedung des ersten sogenannten Cafe-Gesetzes über Flottenverbrauchsreduzierungen. Ein Paukenschlag, zu dem die Chevette als sparsamstes Auto Amerikas mit einem Highway-Normverbrauch von umgerechnet 6,0 Litern auf 100 Kilometer überraschte. Damit nicht genug. Der Mini-Chevy wurde ein Maxiseller. Was bis dahin allen Compacts in den USA verwehrt geblieben war, gelang der US-Version des Kadett. Der kleinste Chevrolet eroberte über mehrere Jahre Platz eins der amerikanischen Zulassungscharts. Bis 1986 blieb die Chevette ein nationales Synonym für Ökonomie und Knauserigkeit, obwohl in Good Old Germany inzwischen schon längst zwei neue Kadett-Generationen mit Frontantrieb für Furore gesorgt hatten. Was aber auch die Südamerikaner nicht kümmerte. Dort wurde das mittlerweile antiquierte T-Car erst 1994 von einem modernen Nachfolger in den Ruhestand geschickt. In Europa hatte die meisten Opel Kadett C und Vauxhall Chevette zu dieser Zeit bereits der Garaus ereilt. Was nicht der Rost erledigte, besorgte später die Verschrottungswelle für Alt-Fahrzeuge ohne Katalysator. Entsprechend begehrt sind die überlebenden Kadetten, die einst weltweit „Jedem den Seinen“ stellten.

Modellchronik

1970: Entwicklungsstart für den Opel Kadett C und das T-Car-Projekt
1973: Als erstes GM-T-Car geht im März in Brasilien der Chevrolet Chevette als 2türige Stufenhecklimousine an den Start. Im Juli in Deutschland Produktionsende für den Kadett B, nachdem er zuvor zeitweise den ersten Platz in der deutschen Zulassungsstatistik belegt hat. Einen Monat später wird der Kadett C vorgestellt mit anfangs 18 Karosserie- und Motorvarianten. Letzter kompakter Opel mit Heckantrieb. Karosserieformen: zwei- und viertürige Limousine, dreitüriger Kombi „Caravan“, Coupé einschließlich Rallye und GT/E, zweitüriges Cabriolet „Aero“ (ab 1976), dreitüriges Fließheckmodell „City“ (ab 1975), dreitüriges Fließheckmodell Chevette (ab 1980). Auch dem Kadett C gelingt es kurzzeitig, den Käfer in den Verkaufszahlen zu überholen, nicht aber den 1974 lancierten Golf
1974: Debüt des seriennahen Sicherheits-Konzeptfahrzeugs OSV 40 auf Kadett-Basis. Im Oktober Serienstart für den argentinischen Opel K-180. Im November Produktionsanlauf für den japanischen Isuzu Bellett Gemini. In Deutschland rundet der Kadett mit 1,0-Liter-Motor das Programm nach unten ab
1975: In Großbritannien wird im März der dreitürige Hatchback Vauxhall Chevette eingeführt. Im Mai wird die deutsche Version als Kadett City vorgestellt. Im Juni wird das Vauxhall-Programm um die Stufenhecklimousinen und Kombis ergänzt. Auf der IAA feiert der Kadett GT/E Premiere. Außerdem debütiert 200 PS starker 16-Ventil-Motor für die Rallye-Kadett der Gruppe 2. In Australien wird der Holden Gemini vorgestellt. In den USA geht die Chevrolet Chevette in Serie
1976: Neuer 1,2-Liter-Motor mit 40 kW/55 PS für preiswerteres Normalbenzin. Bei der Rallye Monte Carlo belegt das Team Walter Röhrl/Jochen Berger einen damals sensationellen vierten Platz. Bis 1978: entstehen beim Karossier Baur in Stuttgart 1.242 Einheiten des Kadett Aero, eines Cabriolets mit feststehendem Überrollbügel. Auch in Südafrika läuft die Chevette-Produktion an
1977: Fünfgang-Getriebe und 115 PS starker 2,0-Liter-Motor im Kadett GT/E
1978: Der Kadett C wird nun in insgesamt 58 Varianten angeboten
1979: Produktionsende für den Kadett C nach 1.701.075 Einheiten (davon u.a. Kadett 1,0 Liter 254.723, City 263.090, Aero 1.242, Rallye 19.174, GT/E 1,9 Liter 8.660, GT/E 2,0 Liter 8.549). Auf der IAA feiert der Kadett D als erster Opel mit Frontantrieb Weltpremiere. In den USA ist der Chevrolet Chevette mehrere Jahre in Folge meistverkaufter Pkw
1980: Der Kadett City feiert Wiederauferstehung: Als Chevette aus Vauxhall-Produktion ist er bis 1982 (Einführung des Corsa) neues Einstiegsmodell in das Opel-Programm. In Brasilien wird der Chevrolet Chevette als dreitüriger Kombi eingeführt und Chevrolet Marajó genannt
1983: In Korea wird Daewoo mit dem Maepsy zum Volumenhersteller
1984: In Deutschland wird der Kadett E eingeführt
1986: Nach 2,5 Millionen Einheiten endet in den USA die Produktion der Chevette
1990: Bis 1994 werden in Argentinien GMC Chevette angeboten aus brasilianischer Produktion
1994: Weltweites Produktionsende für das T-Car von General Motors

Wichtige Motorisierungen Opel Kadett C

Opel Kadett C (1973 bis 1979) mit 1,0-Liter-Vierzylinder (29 kW/40 PS) bzw. 1,2-Liter-Vierzylinder (38 kW/52 PS bzw. 40kW/55 PS bzw. 44 kW/60 PS) bzw. 1,6-Liter-Vierzylinder (55 kW/75 PS) bzw. 1,9-Liter-Vierzylinder (77 kW/105 PS) bzw. 2,0-Liter-Vierzylinder (81 kW/110 PS bzw. 85 kW/115 PS)

GM T-Car, die wichtigsten Schwestermodelle des Opel Kadett C

Aymesa Cóndor (Ecuador)
Bedford Chevanne (Kombi als Lieferwagen, Großbritannien)
Buick Opel (USA)
Chevette (Deutschland, Einstiegsmodell ins Opel-Markenprogramm)
Chevrolet Chevette Hatchback (USA)
Chevrolet Chevette (u.a. Brasilien, USA, Südafrika)
Chevrolet Chevy Chevette (Chile)
Chevrolet Marajó (Brasilien)
Chevrolet Chevy 500 (Pickup, Brasilien)
Chevrolet San Remo (Kolumbien, Ecuador und Chile)
Chevrolet Cóndor (Sedan mit Kunststoffkarosserie, Coupé und Pickup, Ecuador)
Chevrolet Chevy Taxi (Kolumbien)
Chevrolet Cargo (Pickup, Kolumbien, Ecuador und Chile)
Daewoo Maepsy (Korea)
Daewoo Max (Pickup, Korea)
GMC 500 bzw. 1600 (Pickup, Südamerika)
GMC Chevette (Argentinien)
Grumett 250 M (mit Kunststoffkarosserie, Uruguay)
Grumett Color (mit Kunststoffkarosserie, Uruguay)
Holden-Isuzu Gemini (Australien)
Holden Gemini (Australien)
Isuzu Bellett Gemini (Japan)
Isuzu Gemini (Japan)
Isuzu I-Mark (US-Version des Isuzu Gemini)
Opel Kadett (Deutschland)
Opel K-180 (Argentinien)
Opel Gemini (Malaysia und Thailand)
Pontiac Acadian (Kanada)
Pontiac T1000/1000 (USA)
Saehan Gemini (Korea)
Saehan Bird (Korea)
Saehan Maepsy (Korea)
Saehan Max (Korea)
Vauxhall Chevette (Großbritannien)
Vauxhall Chevanne (Neuseeland)

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