Kia

Vorstellung Kia Cerato: Koreanische Bachblütentherapie

Auch Kia hat sich eine Bachblütentherapie verordnet, will mit dem Cerato neue Impulse in der Mittelklasse setzen und im hart umkämpften C-Segment gegen VW Golf, Opel Astra, Honda Civic, Toyota Corolla, Ford Focus und Peugeot 307 antreten.
Kia Cerato. Foto: Auto-Reporter
Wer da bestehen will, der braucht gute Verkaufsargumente. Daran mangelt es Kia nicht. Volle fünf Jahre Garantie und jährlich eine Inspektion innerhalb dieses Zeitraumes – das gibt es serienmäßig und im Kaufpreis inbegriffen.
Im letzten Jahr hat Kia in Deutschland um satte 32 Prozent zugelegt und ist dabei, sein Image vom Billiganbieter zum preiswerten Hersteller hin zu wandeln. Dazu hat besonders das SUV Sorento beigetragen, auf das der deutsche Kunde wegen der hohen Nachfrage sieben Monate Lieferzeit in Kauf nehmen muss. Bis 2006 hat Kia europaweit einen Absatz von über 30 000 Cerato anvisiert, in Nordamerika sollen es sogar 120 000 Einheiten werden. Da hat die Therapie schon gewirkt.
Das Design des vier- und fünftürigen Cerato entstand in enger Zusammenarbeit der KIA-Entwicklungszentren in Korea, den USA und Europa und kostete rund 220 Millionen Euro. Hergestellt werden beide Varianten in Korea. Hergestellt werden beide Varianten in Korea. Designerisch bedient sich der Cerato ungeniert bei der Konkurrenz: ein bisschen Toyota Corolla am Heck, ein wenig Golf in der Seitenansicht und fertig.
Zwei Benziner und einen Diesel bietet Kia für den Cerato an. Beide Benzinmotoren erfüllen die Abgasnorm Euro 4, der Diesel Euro 3. Basistriebwerk ist der 1,6-Liter-Benziner mit Vierventil-Technik und einer Leistung von 77 kW/105 PS. Im Zweiliter-Benziner setzt Kia erstmals die kontinuierlich verstellbare Ventilsteuerung (CVVT) ein. Dadurch verbessert sich die Motorleistung bei niedrigen und mittleren Drehzahlen, während Benzinverbrauch und Abgasemissionen sinken. 105 kW/143 PS leistet der Zweiliter, spurtet in 9,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h, weiter bis auf 208 km/h Höchstgeschwindigkeit und gibt sich mit 7,5 Liter Normalbenzin pro 100 Kilometer zufrieden. Der Zweiliter-Dieselmotor 2.0 CRDi stammt aus dem Kompaktvan Carens und leistet 83 kW/113 PS und verbraucht durchschnittlich 6,0 Liter Diesel pro 100 Kilometer.
Beide Karosserievarianten des Kia Cerato bauen auf der Bodengruppe des Hyundai Elantra auf. McPherson-Federbeine vorn sowie eine kompakte Hinterradaufhängung mit quer verlaufendem Hilfsrahmen mit zwei unteren Querlenkern sowie einem nach vorne gerichteten Längslenker bieten akzeptablen Fahrkomfort. ABS, elektronische Bremskraftverteilung EBD, Scheibenbremsen rundum und ein Bremsassistent sind serienmäßig an Bord, die Modelle mit Zweiliter-Motor besitzen daneben noch eine elektronische Traktionskontrolle (TCS). In allen Modellen sorgen adaptive Frontairbags, Seitenairbags und durchgehende Kopfairbags sowie Dreipunkt-Sicherheitsgurte an allen fünf Sitzen, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne für die passive Sicherheit.
Innen wirkt der junge Koreaner hell und geräumig. Die große Kopf- und Beinfreiheit auf allen Plätzen sorgt für guten Sitzkomfort und das Kofferraumvolumen ist mit 381 Liter (Viertürer) respektive 394 Liter (Fünftürer) durchaus reisetauglich und lässt sich durch Umklappen der Rücklehne auf 1046 Liter erweitern. Kia bietet den Cerato als Basisversion LX und als besser ausgestatteten EX an. Bereits der LX verfügt über elektrische Fensterheber vorn und hinten, Radiovorbereitung und Antenne und eine manuelle Klimaanlage. Im EX sorgt eine Klimaautomatik für die richtige Temperatur und das Air Quality System (AQS) für angenehme Luftfeuchtigkeit und Luftgüte im Innenraum. Außerdem kommen in dieser Variante noch 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und ein Bordcomputer hinzu. Gegen Aufpreis gibt es ein Glasdach, Ledersitze und Sitzheizung. Die Stufenheckvariante steht bereits bei den Händlern, im August folgt der Steilheck-Cerato. Die Preise beginnen bei 13 600 Euro für den Cerato 1.6 LX Stufenheck und reichen bis 17 900 Euro für den 2.0 CRDi EX Steilheck. Rund 3000 Einheiten will Kia noch in diesem Jahr vom Cerato in Deutschland verkaufen. Eine eher homöopathische Dosis angesichts der Konkurrenz im Segment. Da fehlt dann doch das Selbstvertrauen zu richtig großen Absatzzahlen. Vielleicht hilft da noch ein wenig Bachblütentherapie.
Von Rolf-Peter Bleeker
6. Juli 2004. Quelle: Auto-Reporter

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