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Der neue Mazda6 – Sechs in seiner schönsten Form

Holger Zehden — Das Auge isst mit. Und Autos kauft es auch. Ein wichtiger Pluspunkt des neuen Mazda6 ist daher sein gelungenes Design. Mit sparsamen und doch agilen Motoren, umfangreicher Ausstattung und nach wie vor zivilen Preisen will Mazda mit seinem neuen Flaggschiff den Konkurrenten VW Passat, Ford Mondeo oder Toyota Avensis davonfahren

Wiederholungstäter 
Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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Copyright: auto.de/hersteller/

2012 heimste das Kompakt-SUV CX-5 viel Lob von der Presse ein, und auch die Kundschaft fragte das Modell deutlich stärker nach, als Mazda erwartet hatte. Ein ähnlich großer Wurf könnte den Japanern nun mit der Neuauflage ihres Flaggschiffs der 6er Baureihe gelingen. Die ersten Vorzeichen sind zumindest ähnlich. Auf der internationalen Präsentation des neuen Mazda6 in Lissabon ist sich die Presse einig: Ein wirkliches schönes Auto haben die Japaner auf die Räder gestellt, so ziemlich das Schönste, was es aktuell in der Mittelklasse zu kaufen gibt.

Schick in Serie

Für dieses große Lob haben sich die Mazda-Designer dankenswerterweise sehr dicht an den Studien Shanari und Takeri orientiert, während im Normalfall die Messe- und Serienmodelle herzlich wenig gemein haben. Dem Mazda6 liegt die KODO-Design-Sprache zugrunde.

Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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Der markante Kühler wird von einer Chromschwinge untermalt, die zu beiden Seiten fließend in die Scheinwerfer übergeht. Für ein extrem dynamisches Auftreten sorgen die weit ausgestellten und schwungvoll in die Seite einfließenden Radhäuser. Die markante, in Richtung Heck leicht ansteigende Schulterlinie und die coupéhaft abfallende Dachlinie verhelfen dem 6er zu einer eleganten Optik. Am Heck runden dynamisch gezeichnete Rückleuchten und eine weitere Chromspange das schicke Bild des Mittelklässers ab. Während VW für den Passat-Ableger CC saftige Aufpreise verlangt und ihn nur als viertüriges Coupé anbietet, gibt es die gelungene Optik beim Japaner in Serie und zudem noch als Kombi.

Interieur – Platz wie in der Oberklasse

Auch beim Interieur haben die Japaner im Vergleich zum Vorgänger deutlich nachgebessert.

Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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Erdrückte Mazda den Fahrer früher gern mit einer Fülle von Schaltern und Reglern, wurde deren Anzahl im neuen Flaggschiff deutlich reduziert. Die Mittelkonsole gibt sich fast minimalistisch. Die Bedienung der Fahrzeug-Funktionen, der Klimaanlage und des Infotainments erfolgt über wenige Schalter und Regler, über die zentrale Bedieneinheit »Multicommander« oder direkt über den Touchscreen. Lediglich das Multifunktionslenkrad ist bei Vollausstattung etwas überladen.

Überladen im wörtlichen Sinn kann man den Mazda6 hingegen nur schwer. Den Designern ist es gelungen, den neuen 6er trotz coupéartig abfallender Dachlinie weder im Fond- noch im Kofferraum unnötig schrumpfen zu lassen. Mit 489 Litern in der Limousine und 522 bis 1.664 Litern Stauraum beim Kombi liegt der neue Mazda6 zwar im guten Mittelfeld. Bei der Beinfreiheit im Fond überflügelt

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er den Laderaum-Primus von VW jedoch deutlich. Die Kopffreiheit ist durch die sportliche Linienführung zwar etwas geschrumpft, reicht jedoch auch für groß gewachsene Passagiere, solange sie keinen all zu hohen Hut tragen. In Materialauswahl und -Verarbeitung hat der neue Mazda6 vor allem im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt. Die Verarbeitung ist gut, die Materialien wirken wertig. Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für unschönes Hartplastik bei der Abdeckung der Staufächer in der Mittelkonsole.

Kein Downsizing, kein Hybrid

Mit dem Modellwechsel stattet Mazda nun auch den 6er mit der neuesten Generation der SkyActive-Motoren aus. Zum bereits aus dem CX-5 bekannten 2.2-Liter Diesel in den zwei Leistungsstufen mit 150 PS (380 Nm) und 175 PS (420 Nm) sowie dem 2.0-Liter Benziner mit 145 PS (210 Nm) oder 165 PS (210 Nm) führt Mazda beim neuen 6er als Topmotor einen potenten 2.5-Liter Benziner mit 192 PS (256 Nm) ein, der ausschließlich mit einer 6-Gang-Automatik gekoppelt ist. Für alle anderen Aggregate, mit Ausnahme des Basis-Benziners, ist die Automatik optional. Sie kommen serienmäßig mit einer manuellen 6-Gang-Box, deren kurze und knackige

Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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Gangwechsel tatsächlich eines Sportcoupés würdig wären. Die Nachfrage von auto.de, ob es denn vom neuen Mazda6 auch wieder eine High-Perfomance-Variante MPS geben wird, wollte Mazda weder dementieren noch bestätigen. Jochen Münziger, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Mazda Deutschland, erklärte jedoch, dass man sich hierzulande über einen neuen Mazda6 MPS sehr freuen würde. Eine klare Absage erteilten die Japaner generell einer Hybridvariante des 6ers. Im Rahmen des »Zoom-Zoom Nachhaltigkeitsprogramms« habe sich das Unternehmen dazu entschieden, global vorerst die sparsamen SkyActive-Aggregate in alle Baureihen zu bringen. Der Flotten-CO2-Ausstoß ließe sich so effektiver senken. Ende 2013 soll ein erstes Mazda-Hybrid-Fahrzeug für den japanischen Markt erscheinen. Ob und wann es auch nach Europa kommt, steht jedoch in den Sternen.

Entspannt fahren …

Als ersten Prüfling wählte auto.de die Limousine mit 175 PS Diesel und 6-Gang-Automatik. Obwohl es sich beim Aggregat um ein Wandler- und kein Doppel-Kupplungs-Getriebe handelt, wechselt der 6er flüssig von Gang zu Gang. Schaltpausen sind so gut wie nicht vorhanden. Der 175-PS-Diesel hat dank konsequenten Leichtbaus mit der 1.495 kg schweren Limousine keine Mühe. Die Lenkung des Mazda6 fällt zwar nicht ganz so direkt aus, wie es die sportliche Optik der Limousine vermuten lässt, legt dafür jedoch eine Spurtreue und Gelassenheit an den Tag,

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die ihresgleichen sucht. Dank des ausreichenden Platzes, bequemer Sitze und sehr guter Geräuschdämmung werden auch lange Strecken im Mazda6 entspannt absolviert. Dabei helfen auch optional die radar-gestützte Distanzregelung MRCC (Mazda Radar Cruise Control), das Pre Crash Safety-System mit aktivem Bremseingriff SBS (Smart Brake Support) mit Distanzerkennung und Hinderniswarnung, der City-Notbremsassistenten SCBS, der Fernlichtassistent und das adaptive Kurvenlicht.

Beim Verbrauch will Mazda beim 6er Maßstäbe setzen. Der ohnehin sparsame SkyActive Diesel wird hierfür von einem neuartigen System zur Bremsenergie-Rückgewinnung unterstützt. Das i-Eloop System speichert die Energie in einem Kondensator. Dieser kann die Bremsenergie effektiver speichern als eine Batterie und bei vollständiger Ladung Bordelektronik, Radio, Klima und Sitzheizung bis zu einer Minute mit Strom versorgen. Der Verbrauch aller Aggregate (außer dem 1.5-Liter-Benziner) soll damit um etwa 10 Prozent gesenkt werden. Das bestätigt auch unser Test, in dem sich der 175-PS-Diesel mit Automatikgetriebe im Schnitt 5,7 statt der angegebenen 4,8 Liter gönnte. Andere Mittelklässer brauchen im realen Verkehr meist mehr. 

Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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Als Zweites nahmen wir uns den Kombi mit 165 PS starkem Benziner und Handschaltung vor. Diese fällt extrem knackig aus und animiert den Fahrer zu einer sportlichen Fahrweise. Die missfällt jedoch dem Motor, dem man das niedrigere Drehmoment – im Vergleich zum Diesel – beim deutlichen Verbrauch anmerkt. Der Benziner wirkt dank 165 PS zwar nicht zu schwach, will man jedoch eine ähnlich flotte Gangart an den Tag legen wie mit dem Diesel, steigt der Verbrauch spürbar an. Bei normaler Fahrt schluckte der Mazda6 Kombi in unserem Test statt 6,0 Liter (Normverbrauch) 7,7 Liter pro 100 km. Kein schlechter Wert für die Mittelklasse. Zum Vergleich: der VW Passat mit 160-PS-Benziner soll laut Norm bereits 6,9 Liter verbrauchen und kam in einem früheren auto.de-Test gar auf 9,7 l/100 km.

Preise und Ausstattung

Mazda rechnet damit, ab dem Markstart am 2. Februar bis Ende 2013 insgesamt 10.700 Einheiten des neuen Mazda6 zu verkaufen. Helfen sollen dabei verhältnismäßig günstige Preise und die umfangreiche Serienausstattung. Die Basis-Variante des Mazda6 ist mit 24.990 Euro zwar kaum günstiger als ein Basis-Passat, bietet jedoch 23 PS

Test Mazda6 - Sechs in seiner schönsten Form

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mehr und kostet als Limousine und Kombi das gleiche. Zur Ausstattung zählen serienmäßig unter anderem i-Stop (Start/Stopp-System), Alufelgen, Klimaanlage und Radio. Mazda erwartet jedoch, dass sich kaum jemand für die Basis-Variante entscheidet. Der Löwenanteil der Kunden (60 Prozent) dürfte laut Mazda die Ausstattungslinie Centerline wählen. Diese startet ab 26.990 Euro und bietet zusätzlich City-Notbremsassistent, Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Audio-Streaming, abgedunkelte Heck- und Seitenscheiben, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor und einen 5,8-Zoll-Touchscreen. Für einen vergleichbar ausgestatteten Passat muss man mindestens 4.000 Euro mehr rechnen. Kostenlos erhält man bei Mazda zudem ein extrem ansehnliches Blechkleid, das sich VW beim (Passat) CC zusätzlich bezahlen lässt.

Fazit

Der Mazda6 bringt Schwung ins Segment der Mittelklasse. Das Flaggschiff der Japaner bietet vieles in Serie, was die Konkurrenz extra berechnet. Neben der ab Centerline sehr umfangreichen

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Ausstattung zählen dazu auch das schicke Design und der Stauraum eines Kombis. Dass es den Kombi in Deutschland zum gleichen Preis wie die Limousine gibt, dürfte der nationalen Kombi-Verliebtheit geschuldet sein. In die USA soll der Kombi überhaupt nicht verkauft werden, in anderen Märkten nur gegen Aufpreis. 

Fahrdynamisch kann sich das neue Flaggschiff von Mazda zwar nicht mit den ganz Großen – etwa einem BMW 3er – messen, doch diesen Anspruch stellen die Japaner nicht. Dafür ist der neue Mazda durch verbesserte Federn und Lenkung kaum aus der Ruhe zu bringen. In der Nicht-Premium-Mittelklasse bietet der neue Mazda6 daher eines der preislich wie optisch attraktivsten Angebote. Mazda profitiert außerdem davon, dass sich die Produktion des neuen Ford Mondeo – der in der Presse vorab mit vergleichbar viel Lob bedacht wurde – auf bisher nicht absehbare Zeit verschoben hat. Wir vermuten also einfach mal: »Sechs sells«.

Technische Daten – Mazda6 (Limousine und Kombi)
   
Länge/Breite/Höhe (m) 4,87 (4,80)/1,84/1,45
Radstand (m) 2,75 (2,83)
(Angaben in Klammern Kombi)
   
Benzin-Motoren 2.0-Liter mit 107 kW/145 PS, 210 Nm
2.0-Liter mit 121 kW/165 PS, 256 Nm
2.5-Liter mit 141 kW/192 PS, 256 Nm
Diesel-Motoren 2.2-Liter mit 110 kW/150 PS, 380 Nm
2.2-Liter mit 129 kW/175 PS, 420 Nm
   
   
Verbrauch  
Verbrauch laut Hersteller (l/100 km) Benziner: 5,5 – 6,4
Diesel 3,9 – 4,9 Liter
CO2-Ausstoß laut Hersteller (g/km) Benziner: 129 – 150
Diesel: 104 – 129
Schadstoffklasse Euro 6
Energieeffizienzklasse A-C
   
Ausstattung (Basismodell) i-Stop (Start/Stopp-System), Alufelgen, Klimaanlage und Radio
   
Gewicht und Zuladung  
Leergewicht (kg) 1.375 (1.380)
zulässiges Gesamtgewicht (kg) 1.935 (1.980)
Kofferraumvolumen (l) 489 (522 – 1.664)
(Angaben in Klammern Kombi)
   
Preis (Euro)  
Basismodell ab 24.990,00 Euro
Topmodell ab 35.090,00 Euro

 

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4 Kommentare
  • Gast auto.de

    Ein sehr schönes Auto. Komplimet Mazda!

  • Gast auto.de

    Ich bin seit1998 Mazdafahrer und würde es auch bleiben,bei so einem schönen Auto,aber leider gibt es in unserer Nachbarschaft kein Mazdahaus mehr.Darum muß ich mir leider ein anderes Auto kaufen. dieses sollte Mazda mal endern,den ich kann in der heutigen Zeit nich erst 30 Km.Fahren um eine Wehrkstatt und Autohaus von Mazda zu finden.

  • Community

    @ 2. Auto-Fan schrieb am 21.1.2013, 11:11 Uhr

    Auf der Präsentation hatte Mazda erähnt, dass man das Händlernetz neu strukurieren will. (In der Leverkusener gegend, wo Mazda Deutschland sitzt, sollen gar bis zu 100 Händler Mazda neu ins "Programm aufnehmen wollen) Es besteht also Hoffnung, dass auch in Ihrer Gegend bald wieder ein Mazda-Händler zu finden sein könnte.

  • Gast auto.de

    Auch Ich denke dass Mazda einen wunderschönen 6er gebaut hat. Ob er denn wirklich so im Vorteil gegen den Passat ist wie der Herr Zehden meint kann wohl nur ein direkter Vergleichstest zeigen, unter Zugrundelegung richtiger Messmethoden. Herr Zehden ist mal wieder nicht fähig das Drehmoment im Text und in der Tabelle richtig anzugeben. Zur Meinung des Mazda Fahrers seit 1998: 30 Km zur Markenwerkstatt ist ärgerlich, zwingt aber meiner Meinung nach nicht unbedingt zum Markenwechsel. Zweifelhaft bleibt die Antwort der community – will Sie den Mazda Fahrer damit verarschen dass Ihr Schreiben genauso von Rechtschreibfehlern strotzt? Oder weiss Sie es nicht besser?