24 Stunden von Le Mans: Kampf der Titanen
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Eine Lengende feiert Geburtstag. Die „24 Stunden von Le Mans“ zelebrieren in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum. Doch von Spuren einer Alterung ist beim Jubilar nicht zu bemerken. Wenn am Samstag um 15 Uhr 44 Boliden einmal rund um die Uhr über den 13,6 Kilometer langen Kurs jagen, liefern sich Audi und Toyota einen Kampf der Titanen. Die beiden Hersteller gehen in der Klasse „LMP1“ mit den komplexesten Rennfahrzeugen aller Zeiten an den Start. Im Gegensatz zu Rennserien wie der Formel 1, weist die Antriebstechnik direkte Bezüge zur Serie auf. Sowohl die Ingolstädter wie die Kölner, wo „Toyota Motorsport“ residiert, kämpfen mit Hybridfahrzeugen um die Krone des Langstreckensports am Flüsschen Sarthe.

90 Jahre Renngeschichte beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt füllen inzwischen dicke Bücher. Zu den Höhepunkten zählen die Siegfahrten der „Bentley-Boys“ Ende der Zwanziger, die millionenschwere Fehde zwischen Henry Ford II. und Enzo Ferrari in den Sechzigern, das filmische Denkmal, das der Amerikaner Steve McQueen der Hatz rund um die Uhr in den Siebzigern setzte, ebenso wie die größte Tragödie des Rennsports, die 1955 nach einem Unfall auf der Zielgeraden 85 Menschen in den Tod riss. Für die Teilnehmer am nächsten Rennen sind Geschichte [foto id=“471044″ size=“small“ position=“left“]und Statistiken jedoch allenfalls Zierrat, denn für sie zählen nur modernste technische Entwicklungen, wenn es um die Siegchancen vor rund einer viertel Million Fans geht, die sich traditionell um den Kurs versammeln und Party machen.

Der Bezug zur Serie bei der Renntechnik bildet für Audi wie für Toyota den Reiz, auch in diesem Jahr für die Rennschlacht zu rüsten. Audi, deutscher Pionier der Direkteinspritzung bei leistungsstarken Dieselmotoren für Pkw, setzte 2006 erstmals im großen Rennsport einen Diesel-Direkteinspritzer ein und siegte prompt, wie auch 2007, 2008, 2010 und 2011. Toyota als Pionier des Hybridantriebs kehrte 2012 nach Frankreich zurück, um die Antriebstechnik auch im Rennsport einzusetzen. Auch Audi setzt seit 2012 nicht nur auf einen Diesel, sondern ebenfalls auf Hybridtechnik. Denn mit dem zusätzlichen Antrieb, der auf die Vorderräder wirkt, generieren die Ingolstäder eine weitere Technologie, die für die Marke steht, wie keine andere: Quattro.

Der Audi „R18 e-tron quattro“ des Jahrgangs 2013 erhielt quasi eine neue Karosserie. Rund 60 Ingenieure entwickelten in neun Monaten drei Viertel aller Karosserieteile neu. Die aerodynamische Effizienz wird entscheidend für die Siegchancen sein. Sportchef Dr. Wolfgang Ulrich plant eine Marschzahl von 225 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit bei einem Verbrauch von gerade einmal 23 Litern pro 100 Kilometer. Ein Formel-1-Auto benötigt zwischen 60 Liter und 80 Liter für die gleiche Distanz im Renntempo. Für den Vortrieb sorgt ein V6 mit 3,7 Litern Hubraum, der rund 360 kW/490 PS leistet. Das Triebwerk besteht aus Leichtmetall, verfügt über einen Turbolader und eine Einspritzanlage von Bosch, die die Brennräume mit einem Kraftstoffdruck von etwa 2 800 bar versorgt. Der Hybridantrieb mit zwei 80 kW starken E-Maschinen, der ab 120 km/h auf die Vorderräder wirkt, wiegt 80 Kilo. Ingesamt bringt der Audi 915 Kilo auf die Waage. Auf den langen Geraden erreicht der „R18 e-tron quattro“ 330 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Toyota schlug sich 2012 in seiner ersten vollen Saison in der Sportwagen-WM wacker, dreimal konnten die Japaner Audi schlagen. Toyota schickte Autos mit einem besseren Abtrieb und leistungsstärkeren Kondensatoren für die Speicherung elektrischer Energie ins Rennen. Beim „TS030“ („TS“ steht für „Toyota Sport“) für 2013 überarbeiteten die Ingenieure ihren V8-Benzindirekteinspritzer mit 3,4 Litern Hubraum mit einem speziellen System für die Energierückgewinnung beim Bremsen. Da ein klassisches Batteriemodul zu schwer für den Rennwagen wäre, erfolgt die Energiegewinnung über Kondensatoren, die die gewonnene elektrische Energie kurzfristig speichern und beim nächsten Beschleunigungsvorgang [foto id=“471045″ size=“small“ position=“right“]wieder an den Elektromotor abgeben können. Toyota beziffert die Antriebsleistung mit 390 kW/530 PS. Für das Rennen sehen die Japaner ihre Rolle als die des Underdogs.

Der große Sport in Le Mans generiert sich jedoch nicht aus dem Duell der Werke. Bei den Sportprototypen in der Klasse „LMP2“ gehen in diesem Jahr 22 Autos an den Start. Mit Nissan, Honda und Judd aus England treten gleich drei Motorenlieferanten auf. In der GTE-Klasse kämpfen sogar fünf Hersteller um den Klassensieg. Zum ersten Mal seit fünf Jahren geht Dodge mit der „Viper“ wieder an den Start. Ferrari, Aston Martin und Chevrolet mit der „Corvette“ sind ebenso vertreten wie Porsche. Trotz ihres neuen „911 RSR“ gelten die Zuffenhäuser im Jubiläumsrennen nur als Außenseiter in ihrer Klasse.

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