Die richtigen Reifen für die Wüste: Im Ozean aus Sand
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(adrivo.com) Dakar-Sportchef Etienne Lavigne hatte es angekündigt, und der Franzose hielt Wort: Die Jubiläumsveranstaltung des weltberühmten Marathon-Raid dürfte dank anspruchsvoller Streckenführung und einer Länge von insgesamt 9.273 Kilometern zu einer ganz besonderen Härteprüfung werden. Neben Fahrern und Teams stellt sich auch der Reifenhersteller BFGoodrich der Herausforderung und rüstet die Werksteams von Mitsubishi und Volkswagen sowie das X-Raid-Team mit seinen erfolgreichen Off-Road-Pneus aus.

Tradition verpflichtet: Seit nunmehr 15 Jahren nimmt BFGoodrich mit großem Erfolg an dem wohl bekanntesten und härtesten Wüsten-Marathon der Welt teil. Die Dakar steht für Abenteuer, größte Anstrengungen und Ausdauer – Anforderungen, denen die Reifen von BFGoodrich in den vergangenen Jahren stets bestens gewachsen waren: Den ersten Triumph erlebten die amerikanischen Reifenexperten im Jahre 1999 mit Jean Louis Schlesser – seitdem entschieden sie die Dakar sieben weitere Mal für sich. Heute rüsten sie bis zu 80 Prozent des Starterfeldes mit Off-Road-Rennreifen aus. "Die Dakar ist elementarer Bestandteil der motorsportlichen Aktivitäten von BFGoodrich", betont Motorsport-Direktor Frédéric Henry-Biabaud. "Diese einzigartige Veranstaltung spiegelt unsere Vorstellung von Wettkampf und Leistungsfähigkeit wider und bietet ideale Testbedingungen. Die dort gesammelten Erfahrungen fließen in unsere Forschung und Entwicklung ein – und kommen somit auch der BFGoodrich Serienproduktion zugute."

Sand, Sand und noch mehr Sand

An die 570 Fahrzeuge mit Fahrern und Beifahrern aus über 50 Nationen werden sich am 5. Januar von Lissabon aus auf den 9.273 Kilometer langen Weg in die senegalesische Hauptstadt machen. Dabei gilt es 5.736 Kilometer Wertungsprüfung, aufgeteilt in 15 Tagesetappen, zu überwinden – die kürzeste Etappe ist traditionell die Schlussrunde um den Lac Rose vor den Toren Dakars, die längste WP ein 619-Kilometer-Brocken von der marokkanischen Grenze bis in die mauretanische Stadt Atar mitten in der Sahara.

Nach der etwas enttäuschenden Streckenwahl 2007 – die die Teilnehmer oft durch besiedelte Gebiet mit den entsprechenden Tempolimits führte – wird die Dakar 2008 "der Hammer", wie Rekord-Sieger und Mitsubishi-Werkspilot Stéphane Peterhansel voraussagt: "Uns steht eine der schwierigsten Herausforderungen seit langer Zeit bevor." Knapp zwei Drittel der wichtigen Wertungsetappen führen durch endlose Dünen, Rüttelpisten und über Schotterfelder – hier wird sich voraussichtlich die Spreu vom Weizen trennen. So viele Teilnehmer wie noch im Vorjahr werden 2008 wohl kaum das Ziel erreichen.

Den Beginn der Rallye bestimmen Schotteretappen im nordafrikanischen Marokko; aber schon ab dem zweiten Tag in Afrika wird Sand der Untergrund sein, auf dem sich Mensch und Material beweisen müssen. Vom superfeinen "Fech-Fech" – eine Art als Sand getarnter Kaugummi-Belag – bis zu Geröll und den allgegenwärtigen Kamelgras-Buckeln hält das Terrain etliche Herausforderungen bereit. Nachdem Mali von den Organisatoren aufgrund der instabilen Sicherheitslage als Durchfahrtland gestrichen wurde, verläuft die Strecke nun hauptsächlich durch die Westsahara Mauretaniens – eine adäquate und anspruchsvolle Alternative.

Von Jägern und Gejagten

Zwölfmal insgesamt und zuletzt siebenmal in Folge gewann Mitsubishi die Rallye Dakar – eine bislang einzigartige Leistung. Damit ist der Rekordsieger auch bei der 30. Neuauflage des Marathons klarer Favorit. Die Herausforderer stehen aber bereit, der einmaligen Erfolgsserie ein Ende zu bereiten: Volkswagen schickt vier Race Touareg an den Start, und auch das X-Raid-Team aus dem hessischen Trebur will mit drei BMW X3 den "Roten" das Wüstenleben schwer zu machen. Stets für eine Überraschung gut ist auch der zweimalige Dakar-Sieger Jean-Louis Schlesser, der die Werksteams mit seinen Eigenbau-Buggies aufmischen möchte. Sie alle werden die 9.273 Kilometer auf Off-Road-Pneus von BFGoodrich in Angriff nehmen – haben also hinsichtlich der Reifen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme an dem Rallye-Klassiker.

Den 13. Sieg vor Augen

Große Erwartungen bei den "Roten": "Unser Ziel ist der 13. Dakar-Sieg für Mitsubishi", postuliert Teamchef Dominique Serieys. Dafür arbeitet das Team seit dem Ende der Rallye 2007. Zur Vorbereitung nahm der im Detail überarbeitete Pajero MPR13 an einigen Läufen des Marathon-Weltcup 2007 teil. Mit dem Shakedown am 20. Dezember auf dem Testgelände in Marmagne nahe des französischen Teamsitzes in Pont de Vaux gelten die Vorbereitungen als abgeschlossen. "Alles verlief perfekt und reibungslos", so Thierry Viardot, Technischer Direktor des Mitsubishi Ralliart Teams. Neben letzten Feinarbeiten an der Sitzposition der Fahrer und weiteren kleineren Anpassungen am Setup galt das Augenmerk des letzten Tests der Funktionsprüfung aller mechanischer Komponenten. Damit steht für das Team Mitsubishi einem erfolgreichen Start der Rallye Dakar am 5. Januar in Lissabon nichts mehr im Wege.

Auch fahrerseitig ist Mitsubishi bestens aufgestellt: Gleich drei ehemalige Dakar-Sieger gehen für die "Roten" an den Start. Stéphane Peterhansel gewann den Klassiker dreimal als Pajero-Pilot und sechsmal mit dem Motorrad, Hiroshi Masouka fuhr 2002 und 2003 als erster über die Ziellinie. Luc Alphand – in den neunziger Jahren mehrfacher Ski-Weltcup-Sieger – absolvierte den Wechsel vom Schnee in den Sand mit Bravour und entschied den Marathon-Raid 2006 für sich. Er ist der bislang einzige prominente Quereinsteiger, dem dieses Kunststück gelang.

Heiß auf den Sieg

Wenn am 20. Januar 2008 in Dakar der Sieger der Wüsten-Rallye gekürt wird, sollte eine Fahrerpaarung der Wolfsburger Marke ganz oben stehen – zumindest, wenn es nach dem Willen von VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen geht: "Unsere Arbeiten für die Rallye Dakar 2008 sind abgeschlossen. Alle Race Touareg und der Service-Tross sind einsatzbereit. Wir hoffen, in diesem Jahr bis zuletzt um den Sieg kämpfen zu können." Auch die Fahrer rechnen sich gute Chancen aus und gehen dementsprechend motiviert an den Start: "Wir sind top vorbereitet und heiß auf den Sieg", fasst zum Beispiel der dreifache deutsche Rallye-Meister Dieter Depping die Stimmung im Team zusammen.
Neben dem Wedemarker, der bereits 2003 und 2007 an der Dakar teilnahm, hat VW auch den zweifachen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz an Bord. Gemeinsam mit Beifahrer Michel Périn gewann der Spanier im November den Titel im FIA Marathon-Weltcup – dies sollte dem eingespielten Duo reichlich Rückenwind bescheren. Mark Miller mit Beifahrer Ralph Pitchford sowie Giniel de Villiers mit seinem deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz runden das Fahrerfeld der Wolfsburger ab.

2007 hatte VW den Sieg nur knapp verpasst – mit verbesserter Zuverlässigkeit gelten die überarbeiteten Race Touareg 2008 erneut als größte Gefahr für Mitsubishi. Vier werksunterstützte und ein privates VW-Team ( Carlos Sousa / Andreas Schulz) treten am 5. Januar an, um die sieben Jahre währende Erfolgs-Serie des japanischen Mitsubishi-Teams endlich zu beenden.

Noch zwei im Bunde

Neben den beiden großen Werksteams ist BFGoodrich auch Reifen-Partner des Teams X-Raid sowie des zweimaligen Dakar-Siegers Jean-Louis Schlesser. Mit zwei selbst gebauten Buggies – einen davon wird er persönlich pilotieren, den zweiten der Spanier José-Louis Monterde – will Schlesser den großen Teams kräftig einheizen. Ein besonderer Vorteil ergibt sich für den Franzosen dabei aus der Möglichkeit der freien Reifenwahl: Für die Buggies gilt keine Beschränkung, was das Laufflächenprofil angeht. Außerdem dürfen ihre Pneus einen maximalen Durchmesser von 890 Millimetern aufweisen, jene der Allradler hingegen nur 810. Durch ihre größeren und breiteren Hinterreifen besitzen sie im Sand einen klaren Vorteil. Unter Umständen kann der 59-Jährige so für eine Überraschung bei der Dakar sorgen…

Das BMW-X-Raid Team wurde durch den tragischen Helikopterabsturz von Colin McRae hart getroffen. Mit dem Schotten verlor Rennstallbesitzer Sven Quandt nicht nur einen ausgezeichneten Piloten, sondern musste in kürzester Zeit auch einen Ersatzfahrer benennen. Mit Bruno Saby entschieden sich der Hesse für einen erfahrenen Rallye-Veteranen, der die Dakar 1993 schon einmal gewinnen konnte.

BFGoodrich Rock T/A: ein Typ für alle Fälle

Reglementbedingt steht den Werks-Teams mit Allradfahrzeugen bei der 30. Ausgabe der "Dakar" lediglich ein Reifentyp zur Verfügung. Ob auf den von scharfen Steinen gesäumten Pfaden Marokkos, den Sanddünen Mauretaniens mit ihren tückischen Felsen oder den harten Pisten im Senegal – ein Laufflächenprofil muss die Werksfahrer sicher von Lissabon nach Dakar bringen. Damit die Pneus bei allen Bedingungen bestens funktionieren, kommt dem Reifendruck eine besondere Bedeutung zu: Um auf den steinigen Strecken in Marokko die größtmögliche Haltbarkeit zu erreichen, erhöhen die Fahrer den Druck auf bis zu drei bar. In der Sandwüste hingegen benötigen die Pneus vor allem eine große Aufstandsfläche. Hier senken die Lenkradartisten den Druck auf rund 1,6 bar ab. Automatische Druckregelsysteme sind für die Teilnehmer der PKW-Kategorie verboten.

Insgesamt fahren rund 80 Prozent aller Teilnehmer auf frei verkäuflichen BFGoodrich Reifen. Für sie steht nicht der Gesamtsieg im Vordergrund, sondern schlichtweg die Zielankunft in Dakar.

© adrivo Sportpresse GmbH

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