Serienbremse bewährt sich im Motorsport
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Carbon-Keramik-Bremsscheiben haben ihre enormen Vorteile erneut unter härtesten Einsatzbedingungen unter Beweis gestellt: Der Audi R8 LMS gewann mit diesem Bremssystem die FIA GT3-Euopameisterschaft. Die frisch gekürten Euopameister Christopher Haase und Christopher Mies von Phoenix Racing sind sich einig: „Das Ansprechverhalten von Carbon-Keramik-Bremsscheiben ist im Vergleich zu Grauguss-Scheiben deutlich besser.

So bissig war noch keine Bremse.“ Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes – Hersteller der Hightech-Bremse – sieht im schnellen Ansprechverhalten kombiniert mit äußerst geringem Fading einen wesentlichen Vorteil von Carbon-Keramik-Bremssystemen im harten Motorsport-Einsatz: Die Rennfahrer können während des Rennens auf ein absolut gleich bleibendes Bremsverhalten vertrauen. Das heißt, selbst unter hohen Betriebstemperaturen lässt die Bremswirkung und das Ansprechverhalten kaum nach. So müssen selbst nach mehreren scharfen Runden die Anbremspunkte vor Kurven nicht verändert werden.

Das Bremssystem gehört zu den entscheidenden Komponenten im Rennfahrzeug. Von seiner Leistungsfähigkeit kann Sieg oder Niederlage abhängen. Bis zu fünfhundert Mal drücken die Fahrer pro Rennen aufs Bremspedal. „Jeder dieser Bremsvorgänge entspricht im Alltag prinzipiell einer Notbremsung aus hoher Geschwindigkeit“, erläutert Romolo Liebchen, der bei Audi das R8 LMS-Projekt leitet. „Da sich solche Bremsungen pro Runde sehr häufig wiederholen, wird die Bremsanlage permanent an der thermischen Belastungsgrenze betrieben.“ Das gilt vor allem für Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit. Die Carbon-Keramik-Bremsscheibe bleibt dagegen absolut unempfindlich. Aufgrund ihrer Werkstoff-Zusammensetzung aus Kohlefaser, Silizium und Siliziumcarbid beträgt ihre thermische Standfestigkeit weit über 1000 Grad Celsius, was übrigens der Hauptgrund für die enorme Fadingstabilität ist.

Audi schickte dieses Jahr den R8 erstmals als so genanntes Kundenfahrzeug ins Rennen. Das heißt, Audi engagiert sich als Hersteller nicht selbst beim Rennen, sondern bietet den speziell für den Motorsport ausgelegten R8 LMS privaten Rennställen wie Phoenix Racing oder Team Rosberg an. Insgesamt waren 2009 zehn R8 LMS in den verschiedenen europäischen GT3-Serien am Start. Basis für die LMS-Version ist dabei jeweils der serienmäßige Audi R8 mit nur geringfügigen Veränderungen. An den Ceramic Brakes, wie Audi das Carbon-Keramik-Bremssystem nennt, wurde im Vergleich zum Serienmodell lediglich die Bremsenbelüftung optimiert. Die Scheibendimensionen blieben unverändert: An der Vorderachse drehen sich 380×38 Millimeter und an der Hinterachse 356×32 Millimeter große Scheiben. Das zeigt, welch hohe Ansprüche diese Hightech-Bremse von Haus aus erfüllt.

Trotz der enormen Scheibengröße wiegen die Carbon-Keramik-Bremsscheiben deutlich weniger als vergleichbare Grauguss-Scheiben. Pro Fahrzeug können über zehn Kilogramm Gewicht gespart werden – und das an entscheidender Stelle: Durch die Verringerung der so genannten ungefederten Massen verbessert sich das Einlenkverhalten, und das Fahrwerk kann feinfühliger abgestimmt werden. Romolo Liebchen zählt noch einen weiteren Vorteil auf, den er an den Carbon-Keramik-Bremsscheiben schätzt: „Der Härtegrad dieses Werkstoffes ist so hoch, dass der Verschleiß im Vergleich zu Grauguss deutlich geringer ist. Ihre Lebensdauer ist im harten Motorsport-Einsatz etwa doppelt so hoch.“ Im öffentlichen Straßenverkehr wirkt sich dieser Vorteil noch stärker aus. Hier liegt die Lebensdauer etwa fünfmal höher als bei gewöhnlichen Grauguss-Scheiben und kann bis zu 300.000 Kilometer betragen. Im Straßen-Alltag vertraut inzwischen nicht nur Audi auf die vielfältigen Vorteile von Carbon-Keramik-Bremsscheiben.

Nahezu alle Hersteller von hochdynamischen Sportwagen und Oberklasse-Limousinen haben die Hightech-Bremse im Programm, entweder als Serien- oder als Sonderausstattung. Lediglich die hohen Produktionskosten, die hauptsächlich durch den langen Herstellungsprozess von rund 20 Tagen pro Scheibe verursacht werden (Grauguss-Scheiben werden innerhalb weniger Stunden gegossen), verhindern bisher einen breiteren Einsatz. Doch das soll sich mittelfristig ändern. Dazu Antonio Braiato, technischer Geschäftsführer von Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes: „Wir nehmen derzeit die gesamten Entwicklungs- und Fertigungsprozesse genau unter die Lupe, um die Effizienz weiter zu steigern.“

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