Sonst noch was? – Da stinkt doch was
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Während sich Europa in dieser Woche überwiegend mit einem insularen Kleinststaat und dessen krachend gescheitertem Geschäftsmodell beschäftigte, dreht sich die Welt tatsächlich weiter. Denn in Umkehrung des bekannten Dummspruchs interessiert es tatsächlich in China niemanden, ob auf Zypern (oder in Europa) ein Sack Reis, oder sollten wir lieber sagen ein Säckchen Euro, umfällt.

Während die deutsche Autoindustrie mit ein paar vergrätzten Zypriern und deren wahrscheinlichem künftigen Boykott deutscher Edelware sicher leben kann, ist in China zwar kein Sack Reis umgefallen, dafür sind Mercedes, Audi, BMW und VW in einen im wörtlichen Sinn schlechten Geruch geraten. Nun können wir uns zwar sehr gut daran erinnern, dass sich bis auf unseren damaligen, gegen Kopfschmerzen scheinbar komplett resistenten Praktikanten niemand mehr in den Brilliance-Testwagen setzen wollte – genau: jenes Modell, dass an der Euro NCAP-Wand krachend scheiterte -, allerdings waren wir bisher solches von deutschen Fahrzeugen eher nicht gewohnt.
 
Womit sich auf die Frage, was die Chinesen da wohl für ein Problem haben könnten, wie meist im Leben einmal mehr zwei mögliche Antworten auftun. Erstens: Die deutschen Hersteller bauen in ihre China-Autos andere, nämlich stinkende Kunststoffe ein. Dies ist die Lösung für Menschen, die auch daran glauben, dass die Amerikaner nie auf dem Mond waren. Zweitens: Ein wenig Hetze gegen ausländische Unternehmen kann zur Stärkung der eigenen Industrie nie schaden. Das ist die richtige Antwort für Menschen, die im Alter von 8 bis 10 Jahren aufhörten an den Weihnachtsmann zu glauben. Sie haben die Wahl!
 
Aber es gab ja auch gute Neuigkeiten. Neuigkeiten sogar, die einen fast Tränen rühren könnten. So zum Beispiel die neue Freundschaft zwischen VW und Greenpeace, die sich in einer gemeinsamen Erklärung zum 95 Gramm-CO2-Ziel bis 2020 niederschlug. Vergessen schien für einen Moment die teilweise gerade von Seiten der Umweltschützer recht burschikos geführten Auseinandersetzungen um Autos und deren Rolle beim Klimawandel. Jetzt herrscht erst einmal wieder Burgfrieden. Bis zur nächsten Konfrontation. Zum Beispiel, wenn das Thema der sogenannten „Supercredits“, also der mehrfachen Anrechnung von Elektro– und Hybridfahrzeugen auf den Flottenausstoß, wieder auf den Tisch kommt.
 
Themenwechsel. In vielen Ländern Europas, gerade den etwas südlicher gelegenen, hat man häufig das Gefühl, die politischen und wirtschaftlichen Protagonisten sowie deren Wähler sind zu einem nicht geringen Teil der Meinung: Ganz gleich wie stark es mit uns den Bach runtergeht, Hauptsache mein Lieblingsclub hat wieder gewonnen.
 
Da passt es doch ganz prima, dass ausgerechnet in dieser Woche der italienische Automobilhersteller Fiat eine Kooperation mit dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt bekanntgab. Als neuer Hauptsponsor will man, so heißt es pathetisch, „im Zeichen der Mailänder Schlange und des Frankfurter Adlers“ zusammenarbeiten. Mit der Schlange ist übrigens nicht Berlusconi sondern Alfa Romeo gemeint. Da wundert es den unbedarften Beobachter schon ein wenig, für was Marketing-Abteilungen so alles Geld haben und für was dann natürlich zwangsläufig auch wieder nicht.
 
Zur Erinnerung: Alfa Romeo hat im vergangenen Jahr so um die 7.500 Fahrzeuge in Deutschland verkauft, ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber 2011. Und in den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurden gerade mal 556 Autos der Marke mit der Mailänder Schlange verkauft, ein Rückgang von weiteren knapp 60 Prozent. So gesehen hätte man Alfa doch eher auf der Trikotbrust von Energie Cottbus erwartet.
 
Sonst noch was? Erst wieder nächste Woche.

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