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Test: Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi – Ein Großer geht
Test: Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi - Ein Großer geht Bilder

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Der Innenraum wirkt ein wenig überholt Bilder

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Die Preise starten bei rund 25.000 Euro Bilder

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Der Top-Diesel bietet viel Kraft Bilder

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Auf der Straße macht dem großen Ford kaum einer was vor Bilder

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Der Ford Mondeo Turnier zählt zu den größten Kombis in der Mittelklasse Bilder

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Im Jargon der Automobilbranche taucht immer häufiger die Wortbildung „Lifestyle-Kombi“ auf. Ein Trend-Begriff, nach dessen Vorbild mittlerweile eine Vielzahl von Autoherstellern ihre „Avants“, „Sports Tourer“ und „Shooting Brakes“ formen. Der sportlich-knappe Zuschnitt nimmt der vielleicht deutschesten aller Karosserieformen dann allerdings ihren eigentlichen Sinn: das immense Platzangebot. Nur Ford beharrt beim bald abgelösten Mondeo Turnier auf dem fast schon altmodischen Konzept des Kombinationskraftwagens – eine Würdigung für einen der letzten seiner Art.

1.745 Liter Laderaumvolumen – das reicht rein rechnerisch für 48 Bierkästen. Auch wenn die praktische Überprüfung wohl nur extrem durstige Ford-Fahrer jemals versucht haben, wirkt es schon bei bloßer Inaugenscheinnahme nicht ganz unmöglich, dass der Turnier den fünffachen Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Bundesbürgers schluckt. Natürlich müssen dabei die Lehnen der Rücksitze umgeklappt werden. Aber auch bei voller Bestuhlung sind respektable 549 Liter möglich.

Die Konkurrenz kann da einpacken – allerdings nur im übertragenen Sinne. Zum Vergleich: Ein Audi A4 Avant, Prototyp des schönen Kombis, bietet mit seiner abfallenden Dachlinie und der schrägen Heckklappe gerade mal 490 bis 1.430 Liter. Als einzige Wettbewerber liegen VW Passat Variant und Skoda Superb Combi auf einem [foto id=“438537″ size=“small“ position=“right“]ähnlichen Niveau.

Der Lifestyle-Verzicht bei Ford hat natürlich auch seine Kehrseite. Damit ist nicht einmal so sehr der raumnutzungsoptimierte Ladekoffer hinter der C-Säule gemeint, der optisch natürlich nicht mit der schlank-dynamischen Konkurrenz mithalten kann. Sondern eher die unnötig biedere Ausstrahlung. Auch wenn die Ford-Stilisten vollmundig von „Kinetic Design“ sprechen – besonders viel Bewegungsenergie vermittelt Mondeo mit dem leicht ausdruckslosen Gesicht und den nüchternen Karosserielinien nun nicht unbedingt.

Hinterm Steuer setzt sich der etwas unmodische Eindruck fort. Wo die meisten Wettbewerber bei Cockpit-Design und Anzeige-Displays eine technoide Coolness ausstrahlen, die am Stil der Apple-Unterhaltungselektronik geschult zu sein scheint, wirkt der Ford wie Windows 97. Bunte und kleinteilige Grafik, ein knöpfchenreiches und entsprechend umständliches Bediensystem und zahlreiche Kunststoffblenden in Metalloptik erscheinen wie die Vision einer ästhetischen Zukunft, die seit dem Marktstart 1997 einfach nicht eingetreten ist. Letztendlich ist auch das zumindest zum Teil Geschmackssache – aber die Konkurrenz dürfte die Vorlieben der Massen eindeutig besser getroffen haben.

Nichts vormachen kann man dem Ford hingegen auf der Straße. Der der 4,83 Meter lange Kombi rollt souverän und komfortabel seiner Wege, während die Insassen in überdurchschnittlich bequemen Sitzen Platz nehmen. Die direkte Lenkung und die exakte Schaltung sorgen dabei trotz der ausladenden Abmessungen für ein agiles Fahrverhalten. In innerstädtischen Parkhäusern ist es mit dem schlanken Eindruck aber sofort wieder vorbei. Dort verlangt der nicht nur überlange, sondern auch unübersichtliche Mondeo nach einem der seltenen Familien- oder [foto id=“438538″ size=“small“ position=“left“]SUV-Parkplätze. Dass die für Herbst 2013 erwartete neue Generation wohl noch einmal ein paar Zentimeter bei der Länge nachlegt, lässt da nichts Gutes ahnen.

Also besser zurück auf die Landstraße oder die Autobahn. Dort kommt auch der 2,2-Liter-Diesel des Testwagens besser zur Entfaltung. Mit 147 kW/200 PS stößt der Vierzylinder leistungsmäßig in V6-Regionen vor, auch wenn er seine Kraft nicht ganz so nonchalant und leise aus dem Ärmel schüttelt wie ein Sechsender. Im Ausgleich lässt sich der Spritdurst aber auch deutlich unter die Sechs-Liter-Marke zügeln. Wer die Richtgeschwindigkeit Richtgeschwindigkeit sein lässt, muss allerdings mit knapp sieben Litern rechnen. Immer noch durchaus in Ordnung.

Der Mondeo macht beim Fahren also durchaus Freude. Und auch sein unprätentiöses Auftreten gibt Sympathiepunkte. Mit Preisen ab 24.950 Euro für den Basisbenziner mit 24.950 Euro ist er zwar nicht viel günstiger als die Konkurrenz aus Wolfsburg, dafür ist die Optionsliste sehr fair gestaltet. Wer für 1.600 Euro Aufpreis die „Ambiente“- durch die „Trend“-Ausstattung ersetzt, hat bereits alles Wichtige dabei. Der der für 34.500 Euro angebotene Top-Diesel ist bereits in der Basisversion komplett, hat unter anderem Zweizonen-Klimaautomatik, CD-Radio und 16-Zoll-Räder an Bord.

Technische Daten – Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi
Kombi der Mittelklasse: Länge: 4,83 Meter, Breite: 1,89 Meter, Höhe: 1,51 Meter, Laderaumvolumen 549 – 1.745 Liter
2,2-Liter-Dieselmotor mit 147 kW/200 PS, max. Drehmoment 420 Nm bei 1.750 – 3.000 U/min,
null bis 100 km/h in 8,3 Sek.,
Vmax: 225 km/h,
Normverbrauch: 6,0 Liter,
CO2-Ausstoß 159 g/km,
Testverbrauch 6,5 Liter,
Effizienzklasse C;
Preis ab 34.500 Euro
Kurzcharakteristik – Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi
Alternative zu:  VW Passat, Opel Insignia, Skoda Superb
Passt zu: großem Platzbedarf
Sieht gut aus: beim Blick in den Laderaum

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Gast auto.de

Oktober 10, 2012 um 3:51 pm Uhr

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