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Test: Renault Clio – Frankreichs Volks-Wagen
Test: Renault Clio - Frankreichs Volks-Wagen Bilder

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Den Innenraum kann man farbenfroh aufrüsten Bilder

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Die Heckscheibe ist recht klein gehalten Bilder

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Mit 4,03 Metern ist der Clio etwas länger als sein Vorgänger Bilder

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Die hinteren Türen sind versteckt Bilder

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Das Design zeigt die neue Linie von Renault Bilder

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Der Clio zählt zu den erfolgreichsten Kleinwagen in Europa Bilder

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Kleinwagen werden immer mehr zu Lifestyle-Mobilen. Unzählige Farbvarianten, Karosserie-Beklebungen und passende Design-Accessoires sollen vor allem junge oder junggebliebene Kunden locken. Das meiste davon lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Da macht auch der Renault Clio keine Ausnahme. Was aber bleibt vom französischen „Volks“-Wagen, wenn man den ganzen Zierrat abzieht?

Der Clio ist aktuell das europaweit wichtigste Modell im Angebot der kriselnden Marke Renault. 2012 setzen die Franzosen 244.280 Einheiten ab, deutlich mehr als vom Ex-Bestseller Mégane (199.167 Einheiten). In der europäischen Bestsellerliste landete der Clio zuletzt auf Rang fünf, knapp hinter den Segments-Kollegen VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa. [foto id=“453927″ size=“small“ position=“left“]Die seit November vergangenen Jahres angebotene vierte Generation muss es mindestens genauso gut machen. Was aufgrund der europäischen Neuwagenkrise eine schwere Aufgabe werden dürfte.

Doch der Clio geht selbstbewusst ans Werk. Selbst in der von uns gefahrenen Basismotorisierung ohne Design-Sperenzchen und mit nur 54 kW/75 PS wirkt der Klein- fast wie ein Sportwagen. Die weit in die Seiten gezogenen Scheinwerfer, eine flache Windschutzscheibe, schmale Seitenfenster und das coupéhaft abfallende Dach sorgen in Kombination mit dem Schwung über den Hinterrädern für eine Dynamik, wie sie in der sonst oft sachlichen Kleinwagenklasse selten zu finden ist. Den sportlichen Eindruck verstärken noch die raffiniert versteckten Fondtüren, deren Griffe sich in der Abdeckung der C-Säule finden. Beim Außen-Design kann der Clio also klar punkten; dafür braucht er weder Karosserie-Folien noch Leichtmetallräder.

Kehrseite der schönen Form sind funktionelle Schwächen, vor allem die schlechte Sicht nach hinten. Beim Rückwärtsrangieren kann der Fahrer zwar eingehend die breite C-Säule bewundern, von der Umgebung bekommt er durch das kleine Heck- und die schmalen Seitenfenster aber nur wenig mit. Das Platzangebot für Passagiere und Gepäck wiederum [foto id=“453928″ size=“small“ position=“right“]geht in Ordnung, die Vordersitze könnten aber wie in vielen anderen Kleinwagen auch eine großzügigere Beinauflage gebrauchen.

Parade-Motor des Clio ist der neue Dreizylinder-Benziner mit spritzigem Charakter und niedrigem Verbrauch. Leider kostet der Kleinwagen dann auch gleich 14.400 Euro, weshalb wir mit dem Einstiegstriebwerk vorlieb genommen haben. Der 55 kW/75 PS starke 1,2-Liter-Benziner ist im Prinzip schon aus dem Vorgänger bekannt, passt aber auch gut zur vierten Auflage. Trotz mäßiger Papierwerte wirkt er überraschend viril – auch dank des recht kurz gestuften Fünfganggetriebes bewegt er den Kleinwagen zügig durch den Stadtverkehr. Die schlabberige und unverbindliche Pedalerie stört den flotten Eindruck aber direkt wieder. Ein wenig mehr Widerstand und ein besser definierter Schleifpunkt hätten hier gut getan.

Auch auf der Autobahn wird man nicht zum Verkehrshindernis, muss aber mit einem erhöhten Verbrauch rechnen, da ein Drehzahl-senkender sechster [foto id=“453929″ size=“small“ position=“left“]Gang fehlt. Aber auch sonst ist der Vierzylinder mit einem Testverbrauch von 7,2 Litern ein rechter Schluckspecht.

Beim Fahrverhalten muss man sich von Vorurteilen lösen. Statt französischer Sanftheit war hier wohl Agilität die Entwicklungsvorgabe. In Kombination mit dem kleinen Motor kann sich das recht straffe Fahrwerk auf der Landstraße aber kaum entfalten, auf der Autobahn stört die Anfälligkeit für Querfugen. Und auf schlechteren Straßen ist der Renault einfach nur unkomfortabel. Positiv fällt hingegen die Lenkung auf, die gegenüber dem Vorgänger deutlich weniger synthetisch wirkt.

Fazit

Unterm Strich macht der Einstiegs-Clio im harten Konkurrenzkampf in der Kleinwagenklasse zwar wenig falsch, kann außer beim Design aber auch nicht mit besonderen Stärken punkten. Der Einstiegspreis von 12.800 Euro ist ebenfalls kein Schnäppchen – ein vergleichbarer VW Polo kostet nur 170 Euro mehr. Und ein Dacia Sandero, der sich unter anderem den Motor mit dem Clio teilt, kostet sogar nur 6.990 Euro. Zumindest für die Basisversion ohne Lifestyle-Chic ist das eine ernste Kampfansage.

Datenblatt: Renault Clio

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen
Länge: 4,06 Meter
Breite: 1,73 Meter (1,95 Meter mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,45 Meter
Radstand: 2,59 Meter
Kofferraumvolumen: 300 bis 1.146 Liter

Motorisierung

1,2-Liter, 54 kW/74 PS, 107 Nm bei 4.250 U/min
0-100 km/h: 15,4 s
Vmax: 167 km/h
Durchschnittsverbrauch: 5,5 Liter
CO2-Ausstoß: 127 g/km
Energieeffizienzklasse: D
Testverbrauch: 7,2 Liter
Preis: ab 12.800 Euro

Kurzcharakteristik: Renault Clio

Alternative zu: VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta
Passt zu: Kleinwagenfahrern mit Sinn für sportliches Design
Sieht gut aus: schon in der Basisversion ohne Zierrat

 

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Gast auto.de

April 3, 2013 um 10:24 am Uhr

Das Fahrwerk wird weder mit dem des Polo noch mit dem eines anderen Autos verglichen .. hast du den Test gelesen ?!

Gast auto.de

April 3, 2013 um 7:44 am Uhr

Wenn das Fahrwerk "sanfter" ausgelegt wäre, würde man wieder über das zu weiche Fahrwerk meckern… und das straffe Fahrwerk eines Polos in den Vordergrund stellen.

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