Genfer Salon 2012: Studien und Concept Cars – Das ökologisch korrekte SUV-Cabrio mit italienischem Flair

Der Trend geht zum alternativ angetriebenen Offroad-Cabrio im italienischen Design-Stil – zumindest, wenn man einige Studien auf dem Genfer Salon (bis 18. März) als Indikator für künftige Entwicklungen nimmt. Die Frühjahrsschau bietet auch in diesem Jahr Visionäres – von realistisch über ambitioniert bis eher skurril.

Der SUV-Boom reißt nicht ab.

Selbst bei den Serienfahrzeugen sind in diesem Jahr zahlreiche Spätstarter zu sehen. Offroad-Studien müssen daher um Aufmerksamkeit buhlen und auf Knalleffekte[foto id=“408529″ size=“small“ position=“left“] setzen. Am konsequentesten macht das Magna Steyr. Die Österreicher zeigen ein SUV mit elektrisch öffnendem Stoffverdeck, das sich durch neuarrangieren der Sitze in einen Pick-up verwandeln lässt.  Während das Drei-in-Eins-Modell eher eine Fingerübung des Zulieferers ist, sind andere SUV-Cabrios näher an der Serie. Der südkoreanische Hersteller Ssangyong etwa macht sein SUV-Concept XIV-2  mit einem Rolldach zum Cabrio und will so für seine ab 2014 kommenden Crossovermodelle werben. Noch offener zeigt sich der Range Rover Evoque. Die in Genf gezeigte Studie mit komplett versenkbarem Stoffdach soll das Interesse der potentiellen Kundschaft an einem  Boulevard-Cruiser mit Frischluft-Anschluss ausloten. Eine Serienumsetzung scheint nicht ganz unwahrscheinlich.

Der Elektro-Hype hat in Genf sein vorläufiges Ende gefunden. Da die meisten Hersteller bei ihren Serienmodellen auf verbrauchsoptimierte Verbrennungsmotoren setzen, finden sich alternative Antriebe in die Concept-Car-Ecke verbannt. Dort feiert vor allem der Range Extender fröhliche Urstände. Infiniti [foto id=“408530″ size=“small“ position=“left“]beispielsweise setzt die Kombination von Elektromotor und Verbrenner zur Reichweitenverlängerung im Sportwagen Emerg-E ein. Die Technik soll einen blitzschnellen Antritt und eine Endgeschwindigkeit jenseits der 200 km/h mit einer Reichweite von bis zu 480 Kilometern verbinden. Noch weiter könnte es der Tata Megapixel bringen. Der Kleinstwagen, der in Europa an Stelle des Billigautos Nano auf den Markt kommen soll, lässt sich laut dem indischen Hersteller mit einer Batterie- und Tankfüllung knapp 900 Kilometer weit bewegen – allerdings auch nur wenig schneller als mit 100 km/h. Ob die Kombination von vier elektrischen Radnabenmotoren und einem Cola-Dosen-großen 0,3-Liter-Benziner aber wirklich in Serie geht, ist mehr als ungewiss. Bei Nissan-Tochter Infiniti scheint das weniger ausgeschlossen, wenn die Technik auch nicht notwendigerweise an Bord des zweisitzigen Sportwagens kommen muss. 

Aber auch der klassische Hybridantrieb zeigt sich wandlungs- und zukunftsfähig. Pionier Toyota etwa zeigt an Bord der Kleinwagenstudie FT-Bh die Kombination eines Elektromotors und eines Zweizylinderbenziners. Im Zusammenspiel mit einer Leichtbau-Karosserie sollen so Verbrauchswerte deutlich unterhalb der aktuellen Vierzylinder-Hybridtechnik möglich sein. Volkswagen setzt bei der [foto id=“408531″ size=“small“ position=“left“]Effizienzsteigerung stattdessen auf den Diesel. Die bereits in Tokio gezeigte Tiguan-Studie Cross Coupé ist für Genf zu diesem Zweck mit einer Kombination aus Diesel- und Elektromotor ausgerüstet worden, die bei einer Leistung von 225 kW/306 PS auf einen Verbrauch von 1,8 Litern kommen soll.

Dass beim Thema Alternative Antriebe insgesamt ein wenig Ernüchterung eingekehrt ist, zeigt nicht zuletzt Bentley. Die britische VW-Tochter gibt in Genf mit dem EXP 9F einen Ausblick auf ihr kommendes SUV-Modell und legt alle marken- und landestypische Zurückhaltung ab. Der Allrader der obersten Luxus-Klasse wird von einem alles andere als bescheidenen Zwölfzylinderbenziner mit  mehr als 600 PS angetrieben. Der Leistungsanspruch wird zudem durch ein aggressiv-bulliges Äußeres unterstrichen.

Ein Gegengewicht zu Protz und Prunk bilden in Genf jedoch die italienischen Karossiers mit ihren im Vergleich geradezu feingliedrigen Sportwagen. Besonders spektakulär ist der Disco Volante von Touring Superleggera geraten, der mit seinem spacigem Stil seinem Namen (ital. für „Fliegende Untertasse“) mehr als gerecht wird. Das Coupé auf Basis des Supersportwagens Alfa 8C Competizione basiert auf einem [foto id=“408532″ size=“small“ position=“left“]50er-Jahre-Rennwagen der italienischen Marke und könnte bei entsprechenden Kundenreaktionen in Kleinserie gehen.

Eher als Hommage an Firmenpatron Nuccio ist Bertones gleichnamige Sportwagenstudie zu sehen. Der extrem flache Keil erinnert stark an den legendären Lancia Stratos 0, der unter Bertones Ägide gebaut wurde. Dass Italiens Designschmieden aber nicht nur Retro-Ideen haben, beweisen zwei andere Karosseriebauer. Italdesign-Giugiaro, mittlerweile zum VW-Konzern gehörig,  zeigt mit dem viersitzigen Sportwagen Brivido, wohin es künftig in Sachen Bord-Entertainment geht. Für die Fondpassagiere gibt es 3D-Fernsehen, der Beifahrer bekommt ein eigenes Armaturenbrett und alle Infotainment-Funktionen können über das iPad gesteuert werden. Die Studie ist aber nicht nur Versuchsträger für VW-Elektronik, sondern geht auch optisch eigene Wege. Die bis in Höhe der Flügeltüren in die Flanke gezogenen Scheinwerfer etwa dürften zu den längsten aller Zeiten gehören. Pininfarina hingegen setzt auf Umweltfreundlichkeit. In der Sportlimousine Cambiano sorgen vier Elektromotoren für Vortrieb, die von einer kleinen dieselbetriebene Turbine mit Strom versorgt werden. Die Batterien sollen für 200 Kilometer elektrische Fahrt reichen, weitere 400 bis 600 Kilometer sind mit der Energie aus dem Dieseltank möglich.

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