Chevrolet

Können die nur billig?: Was bieten günstige Kleinwagen wirklich für ihr Geld

Es darf nicht der Fehler gemacht werden, nur die Einstiegspreise zu vergleichen. Ferner müssen nahezu vergleichbare Ausstattungen gegeneinander gestellt werden. Auto-Reporter hat eine Auswahl der Autos mit einer möglichst identischen Ausstattung verglichen. Restwert und Versicherungstarife haben wir nicht berücksichtigt, da teilweise noch keine Einstufungen vorliegen.
Volkswagen Fox. Foto: UnitedPictures/Thomas Bräunig
Als Mindestausstattung gelten: zwei Kopfstützen hinten, eine umklappbare Rückbank, fünf Türen falls lieferbar, Antiblockiersystem (ABS), Elektrisches Stabilitätsprogramm (ESP), Bremsassistent, Servolenkung, einstellbare Lenksäule, mindestens vier Airbags (zwei Front- und zwei Seitenairbags), CD-Radio mit vier Lautsprechern und ein vollwertiges Ersatzrad. Abschließend wird die Frage gestellt, ob es das Modell auch als Dieselvariante gibt und wenn ja, mit welcher Schadstoffnorm und ob es bereits einen Rußpartikelfilter dafür gibt. Alle weiteren Ausstattungen wurden nicht beachtet.
Der Opel Corsa hat als fünftürige Variante 1.0 Twinport Ecotec (44 kW/60 PS) einen Grundpreis von 10 504,31 Euro. Der Rüsselsheimer verfügt über eine ziemlich umfangreiche Serienausstattung, so dass für die geforderte Ausstattung lediglich drei Komponenten hinzugefügt werden müssen: ESP mit einem Preis von 525 Euro, ein vollwertiges Ersatzrad für 50 Euro sowie das CD-Radio zu einen Mehrpreis von 745 Euro. Dadurch beläuft sich der Endpreis für den Benziner auf 12 930 Euro. Für die gleiche Ausstattung im 1,3 CDTI Ecotec-Diesel (51 kW/70 PS) sind 14 970 Euro fällig. Im Augenblick ist für den kleinen Diesel der Rüsselsheimer kein Rußpartikelfilter vorgesehen, da er so bereits die Euro 4 Norm erfüllt.
Der Volkswagen Fox kommt mit einem Grundpreis von 8950 Euro für den 1,2-Liter-Basisbenziner mit 40 kW/54 PS. Für die gewünschte Ausstattung muss das ESP inklusive Bremsassistenten für 400 Euro, Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer zu einem Aufpreis von 450 Euro, die Servolenkung mit höhenverstellbarer Lenksäule für 450 Euro sowie das Radiosystem mit CD-Player für 450 Euro, extra bezahlt werden. Den Fox gibt es nur als Dreitürer, so dass auf fünf Türen verzichtet werden muss. Das ergibt für den kleinen Benziner einen Endpreis von 10 600 Euro. Die kleine Dieselvariante mit einem 1,4 TDI (51 kW/70 PS) schlägt mit 12 600 Euro zu Buche. Der kleine Wolfsburger erfüllt ohne Rußpartikelfilter die Euro 4-Norm.
Für den Kölner Autobauer Ford geht der Ka Student, angetrieben von einem 1,3 Liter-Benzinmotor mit 44 kW/60 PS, ins Rennen. Der Startpreis beträgt 7990 Euro. Die Ausstattung des kleinen Kölners ist so umfangreich, dass für die gewünschte Ausstattung lediglich das CD-Radio mit einem Preis von 730 Euro hinzugefügt werden muss. Für die so ausgestattete Version bezahlt der Käufer 8720 Euro. Allerdings muss auf das ESP und fünf Türen verzichtet werden. Außerdem gibt es den Ka Student nicht mit einem Dieselaggregat.
Der Hyundai Getz geht für den koreanischen Autobauer an den Start. Die 1,1-Liter-Basis mit 44 kW/60 PS hat als Fünftürer einen Grundpreis von 10 490 Euro. Trotz einer relativ umfangreichen Serienausstattung können bei dieser Fahrzeugvariante nicht alle Wunschausstattungen bestellt werden. Auf das vollwertige Ersatzrad muss verzichtet werden. Für das CD-Radio muss der größere Getz 1,6 GLS bestellt werden. Hierbei kann für einen Aufpreis von 700 Euro Ausstattungspaket bestellt werden, das ein CD-Radio enthält. Ansonsten muss der Käufer die Hilfe des Händlers in Anspruch nehmen, der verschiedene Geräte im Angebot hat. In der teureren Variante ist dann auch das Reserverad mit Serienbereifung enthalten Der Gesamtpreis beträgt dann 14 840 Euro. Für die Dieselvariante müssen 13 730 Euro investiert werden. Bei der Dieselvariante 1,5 CRDi mit 60 kW/82 PS kann eine Radiovorbereitung mitbestellt werden, allerdings ohne Endgerät. Bei den aktuellen Modellen steht kein ESP zur Verfügung. Der Koreaner erfüllt als Selbstzünder nur die Euro 3-Norm, ein Partikelfilter ist nicht erhältlich.
Der Peugeot 107 Petit Filou mit 50 kW/68 PS hat als Fünftürer einen Startpreis von 9340 Euro. Für ein Radio mit CD müssen zusätzlich 400 Euro bezahlt werden. Ein ESP ist für den kleinsten Peugeot nicht bestellbar. Für das so ausgestattete Modell muss ein Endpreis von 9740 Euro bezahlt werden. Eine Dieselvariante haben die Franzosen zur Zeit noch nicht im Angebot, er folgt Ende des Jahres, die Preise stehen noch nicht fest.
Der Citroen C1 rollt auf der gleichen Plattform und mit identischem Motor wie der Peugeot 107 zum Händler. Sein Grundpreis mit fünf Türen liegt bei 8790 Euro. Eine Servolenkung mit höhenverstellbarem Lenkrad kostet 300 Euro extra. Die Aufrüstung mit einem CD-Radio in Kombination mit einem Drehzahlmesser schlägt mit 420 Euro zu Buche. Das ergibt einen Preis von 9510 Euro. Auch hier ist kein ESP verfügbar und der Diesel lässt ebenfalls noch auf sich warten.
Der dritte Drilling – ebenfalls mit dem 1-Liter-Dreizylinder – ist der Toyota Aygo. Er ist als Fünftürer ab 9300 Euro erhältlich. Für das CD-Radio werden 400 Euro extra fällig. Das bedeutet einen Preis von 9700 Euro für den kleinen Benziner. Wie bei seinen Geschwistern ist kein ESP bestellbar. Das Dieselaggregat soll es ab Anfang 2006 geben.
Der nächste Kandidat ist der Daihatsu Cuore 1.0 Plus. Der Grundpreis mit fünf Türen liegt bei 8325 Euro. Bei der Ausstattung hat man keine große Auswahl. Neben der serienmäßigen Ausrüstung kann noch die Servolenkung zu einem Preis von 445 Euro bestellt werden. Ansonsten muss auf das CD-Radio, die einstellbare Lenksäule und auf Airbags verzichtet werden. Außerdem ist kein Dieselmotor im Angebot.
Der italienische Autobauer Fiat ist in dem Segment mit dem Seicento vertreten. Mit nur drei Türen hat er einen Grundpreis von 6950 Euro. Für die Kopfstützen im Fond werden 100 Euro zusätzlich fällig. Die geteilt umklappbare Rückbank schlägt mit 170 Euro zu Buche. Für die Servolenkung möchten die Italiener 470 Euro haben und für das CD-Radio mit vier Lautsprechern 410 Euro. Das ergibt einen Endpreis von 8100 Euro. Ein Dieselaggregat ist für das Modell nicht vorgesehen.
Der Dacia Logan von Renault – derzeit der Inbegriff des Billigautos – hat einen Einstiegspreis von 7200 Euro. Dafür bekommt der Kunde einen 1,4-Liter-Benziner mit 55 kW/75 PS. Zwei Airbags sind Serie, mehr wird es wohl auch nicht geben. Das ABS ist erst ab der teureren Ausstattung "Ambition" geplant, dann sind auch elektrische Fensterheber vorn mit an Bord. Im Grundpaket fehlt das ESP, das CD-Radio, die Servolenkung, die Seitenairbags, das vollwertige Ersatzrad und die einstellbare Lenksäule. Da die Preise laut Renault noch nicht feststehen, bleibt eine endgültige Bewertung schwierig. Wer auf den Internetseiten von freien Importeuren stöbert, kommt mit den geforderten Extras – sofern sie lieferbar sind – auf rund 9000 Euro. Von allen Autos in diesem Vergleich bietet der Logan den meisten Platz, er ist größer als alle anderen Mitbewerber.
Die hier vorgestellten Fahrzeuge sind bei weitem nicht alle, die derzeit unter 10 000 Euro zu haben sind. Auch der Daewoo Kalos, der Hyundai Atos, der Kia Opirus, der Mitsubishi Colt, der Seat Arosa oder der Renault Twingo bleiben unter der magischen Grenze. Außerdem bieten zahlreiche Hersteller aktuell Sondermodelle an, die oft gut ausgestattet sind und wie zum Beispiel der Nissan Micra "Season" oder der Ford Fiesta "Viva" 9990 Euro kosten. Auch der Hyundai Getz ist in der Regel immer in einer Sonderedition erhältlich und bleibt dabei unter 10 000 Euro. (ar/nic/sb)
Von Nicole Schwerdtmann und Stephan Bähnisch
12. Mai 2005. Quelle: Auto-Reporter

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