Los Angeles 2012 – Viel Leistung, wenig Show

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Die Hallen des Los Angeles Convention Centers sind fast menschenleer an diesem Morgen. Über einigen Autos hängen noch Stoffplanen. Es sieht so aus, als erwarten manche Autohersteller auf der letzten großen Automesse des Jahres nicht gerade einen Ansturm. Obwohl auf der L.A. Autoshow (bis zum 9. Dezember) 40 Premieren angepriesen werden, geht es eher gemächlich zu. Erst nach und nach tröpfeln die Journalisten am ersten Pressetag in die beiden Hallen, um sich am blanken Blech zu laben und einen Blick auf die Neuheiten des nächsten Jahres zu erhaschen. Überraschungen bleiben dabei aus – vor allem aus amerikanischer Sicht.

Für die Messehöhepunkte sorgen vielmehr deutsche Fahrzeuge

Der Porsche Cayman bietet in der nun zweiten Generation mehr Leistung, ein besseres Fahrverhalten, weniger Gewicht und einen geringeren Verbrauch. Die Basis treibt ein hochdrehender 2,7-Liter-Sechszylinder-Boxer an, der den 2,9-Liter-Boxer ablöst. Dennoch steigt die Leistung um 10 PS auf nun 202 kW/275 PS, gleichzeitig sinkt der Verbrauch um 1,2 Liter auf 8,2 Liter. Die stärkere S-Variante kommt auf 232 kW/315 PS. Direkteinspritzung, Start-Stopp-System und Rekuperation sind Standard, optional gibt es ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Markteinführung ist für den 2. März 2013 geplant, die Preise beginnen bei 51.385 Euro.

BMW zeigt mit der Studie einer Coupé-Version des elektrischen i3 die wohl letzte Studien-Ausbaustufe des Modells, dessen Serienversion auf der IAA 2013 präsentiert wird. Die Markteinführung soll noch 2013 erfolgen. Der Radstand von 2,57 Metern entspricht der Serie und ermöglicht einen großen Innenraum. Der heckbetriebene i3 wird von einem Elektromotor mit [foto id=“444488″ size=“small“ position=“left“]125 kW/170 PS angetrieben, der eine Reichweite von 160 Kilometern ermöglicht. Optional wird es auch einen Range-Extender geben.

Mercedes ist mit zwei Neuheiten auf der Messe vertreten. Zum einen zeigen die Stuttgarter den Brutalo-Sportler SLS AMG Black Series, zum anderen das Sondermodell Smart Forjeremy. „Black Series“, das steht bei der Mercedes-Tochter AMG für extra-sportliche Fahrzeuge. Aus dem Serientriebwerk mit 6,2-Liter-V8 und 420 kW/571 PS kitzeln die Ingenieure dank Drehzahlerhöhung auf 8.000/min, geändertem Ventiltrieb, neuer Ansaugluftführung und verändertem Motormanagement stramme 464 kW/631 PS. Damit rennt der Flügeltürer in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 (Serie 3,8 s). Die Höchstgeschwindigkeit liegt allerdings nur bei 315 km/h und damit 2 km/h niedriger als bei der Serienversion, was am mächtigen Flügelwerk liegt.

Damit wartet auch der Forjeremy auf. Allerdings nicht, um mehr Abtrieb zu erreichen, sondern um aufzufallen. Die Engelsflügel – Markenzeichen des Stardesigners Jeremy Scott – aus transparentem Fiberglas sind am Heck montiert. Am Ende der Flügel des weiß lackierten Smart befinden sich rote Brems- und Schlussleuchten. Dazu gibt es verchromte Felgenspeichen, einen ebensolchen Kühlergrill und Chromelemente an den Spiegelklappen und den Scheinwerfern. Das Modell soll in einer Kleinserie nächstes Jahr auf den Markt kommen, dann allerdings mit deutlich gestutzten Flügeln.

VW zeigt im Sonnenstaat Kalifornien sein neues Beetle Cabrio, das bis auf das traditionelle Stoffdach der Coupé-Version gleicht. Die Preise liegen rund 4.500 Euro über denen der geschlossenen Variante und starten bei 21.350 Euro. Als Antrieb dienen konventionelle Diesel- und Ottomotoren zwischen 105 und 200 PS. Unter der Haube des nun in den USA vorgestellten [foto id=“444489″ size=“small“ position=“right“]Jetta Hybrid pochen dagegen gleich zwei Motoren, ein Turbobenziner mit 110 kW/150 PS und ein Elektromotor mit 20 kW/27 PS. Die Kraftübertragung übernimmt ein Siebengang-DSG.

Für den amerikanischen Markt mit seinen leistungshungrigen Autofahrern wird der britische Jaguar XFR-S interessant sein. Unter der Haube arbeitet ein aufgeladener 5,0-Liter-V8 mit rund 550 PS. In vier Sekunden sind Tempo 100 erreicht und die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 300 km/h. Geschaltet wird schnell mittels eines neuen ZF-Achtgang-Automatikgetriebes. Ebenso ist ein Start-Stopp-System an Bord, das vor allem den Verbrauch in der Stadt reduzieren soll. Im EU-Durchschnitt fließen 11,6 Liter durch die Einspritzdüsen. Optisch ist der schnelle Brite an 20-Zoll-Rädern, vergrößerten Lufteinlässen und Seitenschwellern sowie einem Spoilerkit zu erkennen. Der Jaguar wird in Deutschland ab Mai für 107.800 Euro verkauft.

Deutlich günstiger ist die vierte Generation des Toyota RAV4, der erstmals in L.A. zu sehen ist. Das japanische Kompakt-SUV bietet neben einem frischeren Design auch mehr Platz, neue Motoren und ein geändertes Fahrwerk. Neue Fahrdynamik-Systeme sollen neben mehr Fahrspaß auch mehr Sicherheit bieten.

Auch Subaru zeigt ein neues SUV, den Forester, der leicht in den Abmessungen wächst und ein geändertes Design sowie einen neuen Top-Motor erhält. Der 2,0-Liter-Boxerbenziner [foto id=“444490″ size=“small“ position=“left“]verfügt über Turboaufladung sowie Direkteinspritzung und kommt so auf 177 kW/240 PS Leistung. Allradantrieb ist immer serienmäßig an Bord.

Mit der Neuauflage des Mitsubishi Outlander haben die Japaner nicht nur SUV-Fahrer im Visier. Denn beim fünf- bis siebensitzigen Mittelklasse-SUV mit neuer Optik und mehr Technik-Optionen sollen auch Kombi-Fans angesprochen werden. Den Antrieb übernimmt vorerst ein 2,0-Vierzylinder-Benziner. Das Triebwerk ist an ein manuelles Schaltgetriebe gekoppelt und kann mit Front- oder Allradantrieb bestellt werden. Optional sind nun ein Sechsgang-Automatikgetriebe und ein Start-Stopp-System erhältlich.

Eine weitere japanische Marke ist der Honda-Edelableger Acura. Mit dem RLX kommt wieder einen klassische Limousine auf den Markt, die vor allem Amerikaner ansprechen soll. Als Antrieb dient ein Hybrid aus Elektromotor und 3,5-Liter-V6 mit rund 370 PS, der an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist. Ebenfalls in Planung ist eine reine Ottovariante mit 310 PS.

Und aus amerikanischer Produktion?

Wenig bis gar nichts, neue Modelle sparen sich die US-Hersteller für die Detroit Autoshow Anfang Januar auf – damit das Jahr aus ihrer Sicht wenigstens gut beginnt.

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