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Mission Blockbuster – BMW kehrt auf den roten Teppich zurück
Mission Blockbuster - BMW kehrt auf den roten Teppich zurück Bilder

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Die Marke nutze die Filmleinwand für die Präsentation ihrer Fahrzeuge Bilder

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BMW stellte einige Filmautos zur Verfügung Bilder

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Tom Cruise rettet wieder die Welt Bilder

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BMW kehrt auf den roten Teppich zurück Bilder

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Unspektakulärer könnte der Auftritt in einem Megafilm wohl kaum sein: Lautlos gleitet der Vision Efficient Dynamics von BMW durch die Dunkelheit und den chaotischen Verkehr von Mumbai, unterwegs um die Welt vor einem Atomschlag zu retten. Am Steuer Tom Cruise alias Ethan Hunt, der Held von „Mission Impossible – Phantom Protokoll“. Mit der vierten Auflage der erfolgreichen Action-Reihe steigt auch der Münchener Hersteller wieder in den Film ein. An der Seite der Stars zeigt das Konzeptfahrzeug, eine Vorlage für den künftigen i8, quasi im Vorbeifahren die telematischen Tricks, die Connected Drive drauf hat. Obwohl es mit seinem surrenden Motor und den geradezu schwebenden Linien selbst schon so etwas wie ein Phantom darstellt, ist es kein Über-Fahrzeug aus dem speziellen Tuning-Labor von Q. Das Tüftel-Genie von James Bond hätte über so viel serienreifen Realismus wohl nur den Kopf geschüttelt.

Es ist vermutlich das erste Mal, dass ein Concept Car, das sonst eher statisch auf Automessen den Weg in die Zukunft verkörpert, durch ein Filmset rollt. Head-up-Display, Auffahrwarnung, Spracheingabe und vernetzte Navigation, das sind Telematik-Features, die nicht nur normalsterblichen Autofahrern zunehmend dienlich sind, sondern eben auch einem Superhelden bei der Arbeit. Weil der visionäre offene Viersitzer ein besonderes Auto ist, überlebt es seine Mission im Film auch unbeschadet. Anders als seine Mitakteure, darunter ein 6er-Cabrio und ein X3,  die bei der Europa-Premiere in der Münchener BMW-Welt sichtlich von den Dreharbeiten gezeichnet waren.

Für die geschickte Vermarktung ihrer Produkte in einem potenziellen Kinohit hat BMW eigens einen neuen Begriff kreiert: Entertainment Marketing. Geld sei keines geflossen, betont der Hersteller. Die Marke nutze die Filmleinwand für die Präsentation ihrer innovativen Technologien, die Entertainment-Industrie hingegen profitiert vom Prestige des Herstellers. Für BMW ist die cineastische Koproduktion nicht neu. In geheimer Mission im Dienste Ihrer Majestät sah man James Bond in „Octopussy“ am Steuer eines Fünfer, ein Z8 agierte in „Die Welt [foto id=“394469″ size=“small“ position=“left“]ist nicht genug“, in „Golden Eye“ war es ein Z3. Seit Daniel Craig Pierce Brosnan ablöste, fährt 007 wieder einen Aston Martin – natürlich von Q individualisiert.

Dass Autos und Film ein Dream Team bilden, ist ebenfalls nicht neu. Schließlich entstanden beide Phänomene etwa zur gleichen Zeit. Wenn es nicht gerade ein Historienfilm war, dienten sie als Komparserie auf der Straße, sie wetteiferten mit Flugzeugen, mit der Eisenbahn und mit Schiffen um die Beförderung der Schauspieler, und wenn sie ganz großes Glück hatten, waren sie selbst der Star. Wer sich an die wunderbar skurrile Komödie „Harold and Maude“ (1971) erinnert, hat auch den umgebauten schwarzen Jaguar XK-E zum Bestattungsfahrzeug nicht vergessen. Dunkler und bedrohlicher ist da schon „Christine“, ein 58er Plymouth Fury in John Carpenters gleichnamigen Film, dessen Eigenleben zu tödlichen Intrigen führt.

Hollywood als filmisches Zentrum der amerikanischen Autokultur hat immer verstanden, Zeitgeist und Faszination miteinander zu verbinden. Was wäre die legendäre Verfolgungsjagd in „Bullitt“ von 1968 ohne den Ford Mustang von Steve McQueen (wobei ein Porsche 356C auch eine Rolle übernehmen durfte). Mobilität im Sinne der Traumfabrik war fast immer ein Rennen: gegen die Zeit, gegen sich selbst, und schließlich gegen die Cops. Man denke nur an „American Graffiti“, „Getaway“, die „Blues Brothers“, „Auf dem Highway ist die Hölle los“ oder „Vanishing Point“ („Fluchtpunkt San Francisco“). Man könnte fast meinen, die Designer in Detroit hätten ihre Pony Cars und Muscle Cars auch mit einem Blick Richtung Filmstudio entworfen. Der Dodge Challenger R/T verdankt seinen Erfolg überhaupt erst dem Film „Vanishing Point“. Vor den packenden Sequenzen im staubigen Südwesten der USA war das Modell  Baujahr 1971 eher ein Ladenhüter. Kindgerechter trat in diesem Genre ein deutsches Produkt auf: VW-Herbie in dem Disney-Klamauk „Ein toller Käfer“.

Filme wie „Transformers“ (ein Camaro) oder „Fast and Furious“ feiern noch heute diese unbändige Freude an Speed und Massenkarambolagen. Ihr eher jugendliches Publikum hat vermutlich noch nie einen De Lorean auf der Straße gesehen. Als Zeitmaschine in „Zurück in die Zukunft“ hat der rassige amerikanische Supersportwagen mit der europäischen Formensprache überlebt. Das Unternehmen selbst gibt es längst nicht mehr. Oder der Ford Gran Torino, dem Clint Eastwood im gleichnamigen Film ein Denkmal gesetzt hat und ihn gleichzeitig zum Leitmodell [foto id=“394470″ size=“small“ position=“left“]einer intakteren USA erkor. Wenig Glück haben auch Interessenten eines Batmobile, das selbst Q hätte entwerfen können. Eher ließe sich Audi dazu bewegen, den RSQ, den Will Smith in „I,Robot“ chauffierte zu verkaufen.

Solitär oder Serie – die Platzierung eines Autos (oder eines Lkw im Fall von Steven Spielbergs frühem Meisterwerk „Duell“ oder Henri Clouzots „Lohn der Angst“) funktioniert wohl nur dann, wenn das Fahrzeug überzeugend in die Dramaturgie integriert ist, und nicht nur als Teil der Marketingstrategie ins Bild geschoben wird. Schließlich sollte man vorher wissen, dass dem Modell im Film vielmehr zustößt als in einer Werbekampagne des Herstellers. Man denke nur an die Mercedes M-Klasse, der in „Jurassic Park“ ein tobender Dinosaurier ans Blech will oder die Minis in „The Italian Job“, die ihren Ruhm – und potenziellen Käuferanreiz – mit Blessuren bezahlen.

Die Traummaschine Auto mag sich dem Drehbuch unterordnen, aber was sie in den Köpfen der Kinogänger und in ihrer Fantasie auslöst, kann kein Vermarkter berechnen. Wer die traditionsreichen New Yorker Checker Cabs liebt, sollte sich daher schnell „Taxi Driver“ mit Robert de Niro zulegen, denn künftig rollen Nissan NV 200 durch die Straßen der Metropole, und vielleicht durch den nächsten Film von Woody Allen. Und wenn 2014 die ersten Besitzer eines i8 unterwegs sein werden,  bereit auch ohne Tom Cruise die Welt zu retten, dann war auch diese unmögliche Mission erfolgreich. Im Kino wie im Leben.

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