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Panorama: Bugatti Veyron Vitesse – Heizen bis zum Horizont
Panorama: Bugatti Veyron Vitesse - Heizen bis zum Horizont Bilder

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1.200 PS leistet das Triebwerk Bilder

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Man sitzt in einer Oase aus Lack und Leder Bilder

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Überhaupt wähnt man sich am Steuer der Veyron nicht im Cockpit eines Kampfjets Bilder

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Nach 7,1 Sekunden zeigt der Tacho 200 Bilder

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Nicht umsonst reicht der erste Gang bis 104 km/h und die Stoppuhr hat dann noch nicht die drei Sekunden voll Bilder

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1.500 Nm reißen an den größten Reifen, die je bei einem Sportwagen montiert wurden Bilder

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Hinter den Sitzen stürmen 16 Kolben durch acht Liter Hubraum Bilder

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Die ersten 100 km/h erreicht man so schnell, dass man sie gar nicht richtig mitbekommt Bilder

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1.500 Nm reißen an den größten Reifen, die je bei einem Sportwagen montiert wurden Bilder

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Die ersten 100 km/h erreicht man so schnell, dass man sie gar nicht richtig mitbekommt. Eben noch hat man den Sitz zurecht gerückt, das Karbonornat bewundert und seine Hände um den dicken Kranz des Lenkrad geschlossen, schon steht der Tacho des neuen Bugatti Veyron Vitesse weit im dreistelligen  Bereich. Wenn hinter den Sitzen 16 Kolben durch acht Liter Hubraum stürmen, 1.200 PS wüten und 1.500 Nm an den größten Reifen reißen, die je bei einem Sportwagen montiert wurden, dann braucht man schon eine gehörig schnelle Auffassungsgabe. Nicht umsonst reicht der erste Gang bis 104 km/h und die Stoppuhr hat dann noch nicht die drei Sekunden voll.

Tunnelblick in sieben Sekunden

Und das ist nur der Anfang. Denn während die Augäpfel wieder so langsam ihren Weg zurück ins Gesicht finden und sich der Mund ein wenig schließt, stürmt der Veyron weiter als gäbe es kein Morgen mehr. Heizen bis zum Horizont lautet der Auftrag, und der Tiefflieger aus Molsheim wird ihm willfährig gerecht: 150,180, nach 7,1 Sekunden zeigt der Tacho 200 und von Anstrengung ist noch immer nichts zu spüren.[foto id=“421937″ size=“small“ position=“right“]

Zumindest nicht beim Auto. Der Fahrer dagegen bekommt langsam einen Tunnelblick. Angestrengt fixiert man hier auf der Teststrecke irgendwo in Spanien nur noch die Steilkurve, die man bei diesem Tempo noch ganz ohne Lenkeinschlag nehmen kann und sehnt sich mit Bangen und Hoffen nach der Gegengerade. Dort wandert der Fuß weiter gen Bodenblech, das hier natürlich aus Karbon ist und man rutscht noch einmal tiefer in die Sessel. So spontan und leichtfüßig wie andere Autos nicht einmal beim Anfahren macht der Veyron den nächsten Satz, die Leistungsanzeige schnellt nach oben und während man noch zu schlucken versucht, hat man 250, 300 Sachen auf der Uhr.

Schnellster Roadster der Welt

Klar, diese Geschwindigkeiten erreichen heute manche Sportwagen. Doch der Veyron lässt keinen Zweifel daran, dass hier für ihn der Spaß erst so langsam beginnt. Wo selbst ein Mercedes SLS oder ein Audi R8 viel Anlauf und Rückenwind brauchen, reicht dem Bugatti dafür ein Fingerschnippen. Und die Reserven sind riesig. Erst recht beim neuen Vitesse. Denn nicht umsonst feiert ihn die französische VW-Tochter als den „schnellsten Roadster der Welt“ und gibt ein Spitzentempo von 410 km/h an.

[foto id=“421938″ size=“small“ position=“left“]Die technische Basis dafür liefert das Veyron Super Sport Coupé, das vor zwei Jahren mit 431 km/h als schnellster Seriensportwagen der Welt ins Guinnessbuch gefahren ist. Seinen 1.200 PS-Motor haben die Ingenieure jetzt auch in den Roadster gesteckt – mitsamt der riesigen Turbos, die bis zu 3.700 Kilo Luft pro Stunde in die Zylinder pressen und der vier Treibstoffpumpen, die in der gleichen Zeit 264 Kilo Sprit fördern können. Dazu wurde die Aerodynamik so modifiziert, dass man sich selbst bei Vollgas im offenen Auto noch beinahe normal unterhalten kann und nur ein laues Lüftchen am Scheitel zupft.

Cockpit eines Kampfjets

Überhaupt wähnt man sich am Steuer der Veyron nicht im Cockpit eines Kampfjets. Obwohl es der Bugatti wahrscheinlich auf dem Boden mit jedem Starfighter aufnehmen könnte, gibt er sich so ruhig und friedlich wie es im Auge eines Orkans sein soll. Man sitzt in einer Oase aus Lack und Leder, genießt den überbordenden Luxus eines Autos, bei dem Geld und Gewicht keine Rolle spielen und wundert sich, dass man[foto id=“421939″ size=“small“ position=“right“] den stärksten, schnellsten und teuersten VW aller Zeiten so einfach und unkompliziert fahren kann wie einen Up. Zumindest wenn nebenan nicht der Instruktor zur Eile mahnt und zum Bleifuß ermuntert.

Allradantrieb oder Verstellfahrwerk hin und Bügelbrettspoiler oder Diffusorklappen her – dann sollte man auch den Bugatti mit fester Hand führen, die Schaltwippen allenfalls noch mit dem Fingerspitzen touchieren und den Blick wachsam nach vorne richten. Denn bei mehr als 300 km/h wird die lange Gerade zwischen den Steilkurven nicht nur verdammt schmal, sondern auch gefährlich kurz. Dabei sind die Bremsen des Veyron so stark, dass Bugatti eigens die Hupe überarbeiten musste, weil sie sich sonst bei einer Vollbremsung schon durch die Fliehkraft aktiviert hätte.

Kein Ende in Sicht

Am Ende seiner Möglichkeiten ist der Roadster da noch lange nicht. Auch jenseits von 320 km/h hat er noch so viel Durchzug wie ein Porsche 911 beim Ampelspurt und für einen kurzen Moment scheint [foto id=“421940″ size=“small“ position=“left“]die Schallmauer von 400 km/h tatsächlich greifbar. Dass man die mit einem Veyron spielend niederreißen kann, weiß keiner besser als der Beifahrer Pierre Henri Raphanel, der mit dem Coupé vor zwei Jahren den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienfahrzeuge aufgestellt und dabei 431 km/h geschafft hat.

Dieser Triumph bleibt allerdings selbst den reichsten Rasern in der Regel verwehrt. Zwar schafft sogar der Roadster mit seinem Hardtop aus Karbon 410 km/h und oben ohne kaum weniger. Doch bei 375 km/h haben die Entwickler noch einmal eine Hürde eingebaut, die so etwas wie die letzten Chance für die Vernunft ist. Schneller fährt der Veyron nur, wenn man ihn mit einem zweiten Schlüssel den Top-Speed-Modus aktiviert und vorher das Auto entsprechend präpariert.

Der „Club 400“

Das kann zwar jeder auch daheim auf seinem privaten Rennkurs. Doch empfiehlt Bugatti dafür dringend eine Werksbetreuung und einen Termin in Ehra-Lessien. Der beginnt schon ein paar Tage vorher bei Bugatti in Molsheim mit einem Training bei Rekordfahrer Raphanel und führt erst über eine weitere Trainingseinheit [foto id=“421941″ size=“small“ position=“right“]auf das geheimnisumwitterte Testgelände des VW-Konzerns im niedersächsischen Nirgendwo. Diesen Kick haben sich bis dato nur die wenigsten Besitzer der mittlerweile gut 300 ausgelieferten Bugatti gegönnt: Gerade einmal 19 Namen stehen auf der Ehrentafel in Molsheim, die man bei Bugatti das Board des  „Club 400“ nennt. Angst? Respekt? Zeitmangel? Dafür mag es viele Gründe geben. Aber dass die rasante Erfahrung mittlerweile stolze 50.000 Euro extra kostet, wird niemanden ernsthaft stören. Wer 2.011.100 Euro für ein Auto wie den Vitesse überweist, der zahlt die Raserei aus der Portokasse.

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