Rückruf-Aktionen und Kostendruck nehmen zu
Rückruf-Aktionen und Kostendruck nehmen zu Bilder

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Immer mehr Fehler, immer mehr Rückrufe – Autofahrer und Auto-Industrie sind angesichts dieser Nachrichten aufgeschreckt. Die Sorge steht vielen sicher ins Gesicht geschrieben, und bei einigen fährt vielleicht sogar die Angst mit. Schon beim Kauf dürfte sich jetzt so mancher fragen: Wie sicher ist mein Auto überhaupt noch? Die Zahl der Rückrufaktionen der Hersteller auf dem Referenzmarkt USA hat im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht. Betroffen waren davon 2013 vor allem die koreanischen und japanischen Konzerne sowie Fiat-Chrysler, BMW und Honda.

Negativ-Spitzenreiter bei den Rückrufen nach absoluten Zahlen ist Toyota mit knapp 5,3 Millionen Fahrzeugen, gefolgt von Fiat-Chrysler mit 4,67 Millionen Autos und Hyundai-Kia mit knapp 3,3 Millionen Pkw. In Relation zu den Neuzulassungen schneidet bei den Rückrufquoten der Hyundai-Kia-Konzern am schlechtesten ab. Knapp dahinter landet Fiat-Chrysler, und auch Toyota, BMW und Honda liegen weit über dem Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, das die Rückruf-Trends der globalen Automobilhersteller analysiert hat.

Die fehlerhafte Produktion der Autos und die notwendigen Rückrufe entwickeln sich zu einem zunehmenden Risikofaktor der Hersteller. So wurden 2013 allein in den USA insgesamt mehr als 20,5 Millionen Pkw zurückgerufen. Das entspricht einem Plus von rund fünf Millionen Fahrzeugen. Damit wurde sogar das Pannenjahr 2010 übertroffen, als rund 18 Millionen Autos in die Werkstätten beordert wurden. Auch Premium-Hersteller BMW rief in den USA insgesamt über 870 000 Pkw (Vorjahr: 550 000) zurück, unter anderem erneut wegen Problemen mit der Stromversorgung. Die Konzerne Volkswagen (inklusive Audi und Porsche) sowie Daimler weisen dagegen wie im Vorjahr im US-Markt deutlich unterdurchschnittliche Mängelquoten auf. Während VW einen leichten Anstieg der Rückrufe verzeichnet, gelingt es Daimler, den Bestwert der Branche zu setzen.

Die Automobilhersteller stehen aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität unter enormen Kostendruck. Das stellt nach Ansicht von Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management, eine Gefahr für die Produktqualität dar. Die Autobauer geben den Kostendruck an die Zulieferer weiter, die dazu angehalten sind, ihre eigene Kosten und die ihrer Teile- sowie Rohstofflieferanten zu drücken. Die Zulieferer spielen eine immer stärkere Rolle, damit die Hersteller Kosten-, Zeit- und Innovationsvorteile realisieren können. Große Teile der Wertschöpfung werden auf die Automobilzulieferer übertragen. Ihr Anteil ist mittlerweile auf rund 75 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steigen mit dieser Verlagerung die Anforderungen an ein unternehmensübergreifendes Qualitätsmanagement, das darüber hinaus auf globaler Ebene sichergestellt werden muss.

Die Hersteller setzen verstärkt darauf, mehr Modelle pro Plattform zu produzieren. So plant BMW etwa, die Zahl der Fahrzeuge je Plattform bis 2019 zu verdoppeln, Volkswagen will diese Zahl gar verdreifachen. Diese Strategie entwickelt sich nach Ansicht von Stefan Bratzel zu einem wichtigen Erfolgs- und Überlebensfaktor der Hersteller, da sich aus ihr erhebliche Kostenvorteile ergeben können. Die Experten gehen aufgrund der Untersuchungsergebnisse davon aus, dass das „Verwundbarkeitsrisiko“ der Automobilhersteller auch in Zukunft hoch ist.

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