Skoda

Test: Skoda Rapid Spaceback – Letzte Generation Golf
Test: Skoda Rapid Spaceback - Letzte Generation Golf Bilder

Copyright:

Das insgesamt überzeugende Auftreten des Rapid hat allerdings seinen Preis – ein Billigmodell ist der Kompakte nicht Bilder

Copyright:

Der Innenraum ist etwas einfacher als beim Golf Bilder

Copyright:

Der Gepäckraum ist mit 415 bis 1.380 Litern ein klein wenig größer als beim Konzernbruder mit den vier Buchstaben Bilder

Copyright:

Die klar und zeitlos gestaltete Karosserie strahlt schon optisch die Gediegenheit der Kompaktklasse aus Bilder

Copyright:

Skoda nutzt nicht den brandneuen Golf-Baukasten, sondern bedient sich im Konzern-Teileregal Bilder

Copyright:

Skoda macht mit dem Rapid Spaceback dem VW Golf Konkurrenz Bilder

Copyright:

Bislang musste Skoda in der Kompaktklasse einen Respektabstand zum Bestseller der Muttermarke VW halten. Der Octavia darf zwar die Technik des Golf nutzen, modifiziert sie aber so großräumig, dass er eher eine Gefahr für das Mittelklassemodell Passat ist. Seit kurzem aber haben die Tschechen mit dem Rapid Spaceback ein Kompaktmodell im Programm, das mit seiner 4,30 Meter langen Steilheckkarosserie konsequent auf das Erfolgsrezept in der Golfklasse setzt. Unterschiede zum Konzernbruder finden sich aber trotzdem.

Angefangen bei der Technik: Skoda nutzt nicht den brandneuen Golf-Baukasten, sondern bedient sich im Konzern-Teileregal in den Fächern „Polo“ und „Fabia“. Dass der Rapid genetisch also eher ein Kleinwagen ist, lässt er sich aber nicht anmerken. Die klar und zeitlos gestaltete Karosserie strahlt schon optisch die Gediegenheit der Kompaktklasse aus. Auch wenn es im Innenraum etwa im Vergleich zum Golf etwas an Schulterfreiheit mangelt, sitzt man alles andere als beengt. Die Fondpassagiere können sich sogar an einem durchaus üppigen Fußraum erfreuen. Und der Gepäckraum ist mit 415 bis 1.380 Litern ein klein wenig größer als beim Konzernbruder mit den vier Buchstaben.

Wo der Rapid wirklich spürbar kein Golf ist, ist die Innenraumanmutung. Dort hat der Wolfsburger mittlerweile ein Niveau erreicht, das kein direkter Konkurrent – und da gilt auch für die tschechische Verwandtschaft – erreicht. Das ist in diesem Fall allerdings keine Kritik, höchstens ein leichter Tadel. Denn trotz einfacherer Materialien, und fehlender Finesse im Detail ist der Skoda durchaus auf der Höhe der Zeit. Die Anordnung der Bedienelemente folgt der typischen und lang erprobten Volkswagen-Ordnung, Schalter und Knöpfchen kommen dem Fahrer aus zahlreichen anderen, älteren Konzernmodellen bekannt vor. Kein Wunder, verzichtet der Rapid doch auf die neuesten Assistenz- und Infotainmentsysteme. Stand der Technik ist hier nicht der Golf VII, sondern die Vorgänger aus Generation fünf und sechs. Das fällt allerdings nur wirklich ins Gewicht, wenn man den Wagen in Vollausstattung mit Navi und Co. ordert.

[foto id=“503003″ size=“small“ position=“left“]

Apropos Ausstattung: Die Optionsliste des Skoda verhält sich zu der des Golf wie das Telefonbuch von Hamburg zu dem von Homburg. Das Motto des Tschechen ist Hausmannskost plus ein paar Feinschmecker-Häppchen. In der Basis ist immerhin ein Radio an Bord, in den höheren Ausstattungslinien gibt es sogar exquisite Posten wie Xenonlicht oder Klimaautomatik. Moderne Assistenzsysteme wie der Golf sie hat, fehlen aber komplett. Dafür gibt es immerhin Extras wie ein großes Panoramadach mit per Hand bedienbarem Sonnenschutz-Rollo und eine verlängerte Heckscheibe, die noch mehr Licht in den Innenraum lassen soll.

Erstaunlich wenig Unterschiede zum Golf gibt es beim Fahren. Der Wolfsburger mag ein wenig präziser lenken und etwas ausgewogener Federn, der Tscheche aber schafft es durchaus, Agilität und Komfort angenehm zu verbinden. Dabei hilft ihm auch das im Vergleich zum Golf etwas geringere Gewicht. Dadurch hat der im Testwagen eingesetzte 1,2-Liter-Turbobenziner mit 77 kW/105 PS relativ leichtes Spiel. Nach einer spürbaren Anfahrtsschwäche unterhalb von 2.000 Touren legt er kräftig los und beschleunigt den Fünftürer flott auf Autobahntempo. Wer das präzise Sechsganggetriebe nutzt, hat auch dann immer noch ausreichend Reserven für zügiges Überholen. Beim Verbrauch verfehlt der Vierzylinder zwar den Normverbrauch von 5,4 Litern deutlich, rund sieben Liter auf 100 Kilometern gehen aber noch in Ordnung.

[foto id=“503004″ size=“small“ position=“right“]

Das insgesamt überzeugende Auftreten des Rapid hat allerdings seinen Preis – ein Billigmodell ist der Kompakte nicht. Mit dem 77 kW/105 PS starken 1,2-Liter-Benziner kostet er in der Basisversion „Active“ mindestens 16.090 Euro. Klimaanlage, Nebelscheinwerfer und hintere Fensterheber müssen dann aber noch dazu bestellt werden. Wer die deutlich attraktivere Linie „Ambition“ für 18.350 Euro wählt, hat aber das Wichtigste an Bord. Ein vergleichbarer VW Golf „Comfortline“ mit identischer Motorisierung ist dann jedoch mit 20.675 Euro preislich nicht mehr sehr weit entfernt. Wer aber auf das letzte bisschen Perfektion verzichten kann, findet im Rapid Spaceback zumindest zu den niedrigeren Ausstattungsniveaus des Golf eine fast gleichwertige Alternative. Geht es aber um starke Motoren, neueste Assistenzsysteme und die beste Infotainment-Ausrüstung, fährt der Wolfsburger dem Tschechen meilenweit davon. Das ist natürlich kein Zufall, denn zum echten Konkurrenten seines wichtigsten Modells will VW die östliche Tochter dann doch nicht machen.

Skoda Rapid Spaceback 1.2 TSI 77 kW – Technische Daten:

Länge: 4,30 Meter
Breite: 1,71 Meter (1,90 Meter mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,46 Meter
Radstand: 2,60 Meter
Kofferraumvolumen: 415 bis 1.380 Liter
Motor: 1,2-Liter-TSI, 77 kW/105 PS
Getriebe: Sechsgang-Getriebe, manuell
maximales Drehmoment: 175 Nm bei 1.550 bis 4.100 U/min
Vmax: 193 km/h
0-100 km/h: 10,2 s
Durchschnittsverbrauch: 5,4 l/100 km
Testverbrauch: 7 l/100 km
CO2-Ausstoß: 125 g/km
Effizienzklasse: C (C)
Preis: ab 16.090 Euro

Kurzcharakteristik – Skoda Rapid Spaceback: Fünfsitzige Steilhecklimousine der Kompaktklasse

Alternative zu: VW Golf, Hyundai i30, Toyota Auris

Passt zu: preisbewussten Käufern eines VW Golf in niedrigen Ausstattungsversionen

Sieht gut aus: ja – und das zeitlose Design dürfte auch noch eine Weile modern wirken

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

Volkswagen T7.

Erlkönig: Der Volkswagen T7 kommt

Mercedes-Maybach GLS.

Mercedes-Maybach GLS Erlkönig auf Testfahrt

Toyota Yaris Hybrid.

Toyota Yaris Hybrid: Neue Plattform mit neuer Technik

zoom_photo