Detroit 2013: Ein Boom für alle Welt

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Wenn die Auto Show in Detroit ein Indikator für den Verlauf der kommenden Monate ist, wird 2013 ein gutes Jahr. Selten sah man auf der ersten großen Branchenschau des Jahres so viele lächelnde Gesichter und gut gelaunte Mienen. Der US-Markt hat 2012 deutlich zugelegt und wird wohl weiter wachsen. Das verspricht gute Geschäfte.

Auch eine der wichtigsten Premieren der diesjährigen Messe-Ausgabe kann als Zeichen für Optimismus gelten: das Debüt der siebten Generation der Chevrolet Corvette. [foto id=“449517″ size=“small“ position=“left“]Die Neuauflage der Sportwagenikone war in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben worden, 2007 stellte General Motors die Entwicklung sogar kurzzeitig ein. Nun aber will man sich wieder ein Prestigemodell leisten. Mit rund 30.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr ist die wirtschaftliche Bedeutung zwar gering, doch um in der Spitzengruppe der internationalen Automobilhersteller mitzuhalten – vor allem gegen die europäische Konkurrenz – braucht der Konzern einen zweisitzigen Sportwagen. Als Symbol für das neue Selbstverständnis erhält die Corvette wieder den Beinamen Stingray, mit dem 1963 die Erfolgsgeschichte des einzigen ernstzunehmenden US-Sportwagens neben Chryslers Viper erst richtig begann.

Bei all der Hysterie – sogar die Türme der Firmenzentrale trugen zum Messestart das Corvette- statt des GM-Logos – tritt der eigentliche Umsatzgarant dezent in den Hintergrund. Um nicht komplett im Schatten des Sportwagens unterzugehen, wurde die Premiere des Pickup-Modells Silverado kurzerhand um zwei Wochen vorgezogen. In Detroit ist die Nummer zwei der US-Bestsellerliste jedoch erstmals mal öffentlich zu sehen.[foto id=“449518″ size=“small“ position=“right“]

Aber auch die deutschen Hersteller sind bester Stimmung. Mit 920.400 verkauften Autos konnten sie ihren Absatz im vergangenen Jahr um rund 13 Prozent steigern. Damit der positive Trend anhält, hat Mercedes eigens ein neues Einstiegsmodell für die US-Kundschaft entwickelt, das viertürige Kompakt-Coupé CLA. Unterhalb der C-Klasse angesiedelt, soll es mit dynamischem Styling und relativ günstigen Preisen künftig vor allem Neukunden locken. In Deutschland, wo der Einstig in die Mercedes-Welt mit der in den USA nicht angebotenen A-Klasse startet, wird der CLA ab April ebenfalls angeboten. Auf der Messe selbst steht aber die umfassend geliftete E-Klasse im Zentrum des Daimler-Standes. Mit geglättetem Design und neuen Assistenzsystemen soll sie den verlorenen Boden gegenüber Audi A6 und BMW 5er wieder gut machen.[foto id=“449519″ size=“small“ position=“left“]

Wie wichtig das US-Geschäft mittlerweile ist, zeigt auch Volkswagens neue Studie Cross Blue. Die speziell für den amerikanischen Markt entwickelte Langversion des Tiguan könnte ab 2015 die ideelle Nachfolge des gemeinsam mit Chrysler gebauten Vans Routan antreten. Mit fünf Metern Länge, einem Radstand von drei Metern, sechs bis sieben Sitzplätzen und im beliebten SUV-Stil soll er die aus Normalversion und Coupé bestehende Tiguan-Familie ergänzen. Für den Antrieb sorgt zumindest in der Studie eine Kombination aus Diesel und zwei Elektromotoren.[foto id=“449520″ size=“small“ position=“right“]

Vergleichsweise gelassen geht BMW das neue Jahr an. Neben dem 412 kW/560 PS starken M6 Gran Coupé in der Serienversion gilt das Interesse vor allem zwei Studien, deren Serienversionen noch für das laufende Jahr erwartet werden. Das 4er Coupé Concept gibt dabei den Startschuss für die neue 4er-Reihe, die die ehemals der 3er-Familie zugeschlagenen Mittelklasse-Coupés und Cabrios umfasst. Die Neubenennung zum Generationswechsel leitet gleichzeitig eine Höherpositionierung von Coupé und Cabrio ein – was sich an Motorenauswahl, Ausstattung und vor allem am Preis zeigen dürfte. Weniger Wert auf ökologische Überlegungen legen in Detroit Audi und Porsche. Die Ingolstädter zeigen mit dem SQ5 354 PS starke Hochleistungsversion des Q5, die dem deutschen Markt jedoch vorenthalten bleibt. Außerdem dabei, die RS-Version des A7 Sportback mit 560 PS. Die Konzernschwester aus Zuffenhausen hat als Premiere den Cayenne Turbo S mit 405 kW/550 PS im Programm.   Auch die Japaner setzen in Detroit selbstbewusste Zeichen. Mit dem Supersportwagen NSX hat Honda sogar einen der Messehöhepunkte am Start. Die Neuauflage des Nippon-Ferraris aus den 90er-Jahren soll dank V6 und zweier Elektromotoren überlegene Fahrleistungen und niedrigen Verbrauch kombinieren. Toyota-Tochter Lexus zeigt erstmals sein Mittelklassemodell IS. Die Limousine orientiert sich nun stärker am größeren Bruder GS und erhält neben [foto id=“449521″ size=“small“ position=“left“]konventionellen V6-Benzinern auch einen Hybridantrieb. Ohne die Spritspartechnik muss zunächst der Infiniti Q50 auskommen. Die Limousine tritt die Nachfolge des Infiniti G an und ist das erste Modell der Nissan-Tochter, das nach der neuen Q-Nomenklatur benannt ist. Leidtragender der guten Konjunktur ist das Elektroauto. Anders als in den Vorjahren haben die Stromer ihre prominente Stellung auf den Messeständen eingebüßt. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Cadillac ELR.  Das kompakte Coupé ist so etwas wie die Luxusversion von Opel Ampera und Chevrolet Volt. Die Antriebstechnik mit E-Motor und Range Extender entspricht den Schwestermodellen, Design und Ambiente sind – wie es der Edelmarke zukommt – aber deutlich höherwertig.

Die Weichen für ein erfolgreiches Jahr sind also gestellt. Und neben neuen Modellen spricht auch die Statistik für ein gutes Jahr. Zumindest in den USA, wo das Durchschnittsalter der Pkw-Flotte mit 11,2 Jahren hoch und das der Bevölkerung mit 37 Jahren niedrig ist. Beides spricht für eine wachsende Nachfrage nach Neuwagen.

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