Mercedes-Benz

Mercedes 190 E 2.3-16: Weltrekorde für die Weltpremiere
Mercedes 190 E 2.3-16: Weltrekorde für die Weltpremiere Bilder

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Komfortautos für die Wirtschaftswunderkinder lautete das Nachkriegscredo für Mercedes über fast drei Jahrzehnte. Für´s Sportliche war eher der Stuttgarter Nachbar Porsche zuständig. Doch zur IAA 1983 sollte alles anders werden. Mercedes krönte das Sternbild seines kleinen Wagens 190 mit dem Fixstern 190 E 2.3-16. Der empfahl sich mit einer ganzen Latte frischer Weltrekorde.

Die festgefügte Welt beim ältesten Autobauer der Welt hatte bereits 1982 die ersten Risse gezeigt. Mit dem 190 hatten sich die Schwaben scheinbar in die Niederungen der Mittelklasse begeben, auf das Niveau von VW Passat, Opel Rekord oder einem Audi 80. Aus unternehmerischer Sicht stellte diese Erweiterung des Produktportfolios einen wichtigen Schritt für Mercedes dar, denn BMW bewies seit 1975 mit seinem erfolgreichen Dreier, dass eine Premiummarke gut daran tat, bereits die Einsteiger in seine feine Markenwelt zu locken und zu pflegen.

Zur IAA 1983 planten dann die Stuttgarter den nächsten Schlag. Der 190 E 2.3-6 sollte als erste reinrassige Sportlimousine unter dem Stern reüssieren. Mangels eigener Entwicklungskompetenz bei Sportmotoren ließen sich die Schwaben beim englischen Spezialisten Cosworth einen [foto id=“478214″ size=“small“ position=“left“]Vierventil-Kopf für den Vierzylinder mit 2,3 Litern Hubraum aus dem 230 E konstruieren. Der Sechzehnventiler mobilisierte 136 kW/185 PS und ermöglichte der Limousine damit im Serientrimm eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Um vor der großen Premiere auf der Frankfurter Messe 1983 die Zuverlässigkeit der Neukonstruktion unter Beweis zu stellen, expedierte das Werk im August 1983 eine Abordnung ins süditalienische Nardo, um auf der dortigen Hochgeschwindigkeitsstrecke von 12,6 Kilometer Länge das Leistungsvermögen des jungen Familiensportlers mit einer Weltrekordfahrt zu belegen. Das Serienauto stellte vom 11. bis 21. August gleich mehrere Weltrekorde auf. In nur 201 Stunden, 39 Minuten und 43 Sekunden legte es eine Distanz von 50 000 Kilometern zurück. Neben dieser Leistung sprangen noch zwei weitere Weltrekorde über 25 000 Meilen (rund 40 000 Kilometer), 25 000 Kilometer und neun Klassenrekorde für Fahrzeuge mit einem Hubraum von 2 000 bis 3 000 Kubikzentimeter heraus.

Insgesamt kamen in Nardo drei identische 190 E 2.3-16 zum Einsatz. Die neuen 2,3-Liter-Vierzylindermotoren liefen während der fast neun Tage dauernden Volllastfahrt wie die sprichwörtlichen Uhrwerke. Die serienmäßigen 136 kW/185 PS genügten zusammen mit den aerodynamisch optimierten Karosserieänderungen für Spitzengeschwindigkeiten von rund 250 km/h. Der Treibstoffverbrauch lag in Hinblick auf die nahezu permanent gefahrene Höchstgeschwindigkeit bei Motorendrehzahlen um 6 000/min mit rund 22 Litern auf 100 Kilometer ausgesprochen günstig.

Neben der reinen Materialerprobung nutzte die Forschungsgruppe Berlin der damaligen Daimler-Benz AG diesen Langstreckentest zu verkehrspsychologischen Untersuchungen. [foto id=“478215″ size=“small“ position=“right“]So ließen sich zum ersten Mal Werte über Fahrerbeanspruchung unter genau definierten Bedingungen und damit aussagefähigen Ergebnissen ermitteln.

Der 190 E 2.3-16 zählte unbestritten zu den Stars der IAA 1983. Der Hersteller hatte mit seinen Rekordfahrten nicht zu viel versprochen. Die sportliche Limousine erwies sich der Praxis als zuverlässig und erlangte schnell des Status eines Bestsellers. Die Rennversion agierte erfolgreich in der neuen Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) und BMW benötigte noch drei Jahre, bis den Münchnern 1986 mit dem M3 eine angemessene Antwort auf die erst Stuttgarter Sportlimousine gelang.

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