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Nissan: Japans Autopionier in Europa
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Seit vier Jahrzehnten ist Nissan in Deutschland aktiv. Doch Japans zweitgrößter Autobauer wagte sich als erster Hersteller Nippons (so die japanische Übersetzung von „Land der aufgehenden Sonne“) überhaupt nach Europa. Das war bereits 1957. Als erstes Auto stellte Nissan einen „Prince Skyline“ beim Pariser Autosalon vor.

In der jüngeren Geschichte teilten sich Japan und Deutschland einige traurige Gemeinsamkeiten. Beide Länder brachen den Zweiten Weltkrieg vom Zaun, waren für den Tod von rund 50 Millionen Menschen verantwortlich und fanden sich nach der totalen Niederlage 1945 als zerstörte, besetzte und geächtete Nationen wieder. Der unmittelbar nach dem Weltkrieg rasch eskalierende Kalte Krieg brachte Deutschland mehr Glück. Das Land an der unmittelbaren Grenze zum Ostblock gewann höchste strategische Bedeutung, sodass sich vornehmlich die Amerikaner engagierten und das rasch aufblühende Wirtschaftswunder in Gang setzten. 1950 baute alleine Volkswagen bereits wieder mehr als 60 000 neue Autos.

Japan kam nach dem Krieg eine derartige Bedeutung nicht zu. Darüber hinaus wollten die Amerikaner den ruchlosen Überfall Japans auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 nicht vergessen und hielten sich entsprechend mit wirtschaftlicher Aufbauhilfe zurück. 1950 stellte die gesamte japanische Autoindustrie gerade rund 1 500 Pkw her. Im gleichen Jahr wendete sich das Schicksal des Kaiserreichs jedoch schlagartig, als im nahen Korea der Krieg ausbrach und die westlichen Alliierten eine feste Basis und riesige Mengen Nachschub benötigten. Den lieferte zum größten Teil bis zum Kriegsende 1953 Japan und zündete damit das Wirtschaftswunder beim asiatischen Kriegsverlierer.

Auch Japan konnte nun Jahr für Jahr nicht gekannte Wachstumsraten verzeichnen. Kein anderes asiatisches Land lockte damals so viele Investoren an, keine fernöstliche Volkswirtschaft drängte so schnell auf Exportmärkte. Als erster Automobilhersteller aus dem Land der Samurai wagte Nissan 1957 den Sprung nach Europa. Damals noch unter dem Namen Datsun. Auf jenen Kontinent, den alle Japaner als Wiege des Automobils mit besonderem Respekt betrachteten. Würdig für den Vorstoß schien deshalb allein Nippons erste Prestigelimousine Prince Skyline. Seine Premiere feierte der Prince im Grand Palais des Pariser Salons. Die 4,36 Meter lange viertürige Limousine verfügte über einen Vierzylinder mit 1,5 Liter Hubraum, der 44 kW/60 PS entwickelte. Bis zum Modellwechsel 1963 fertigte Nissan vom Skyline 33 579 Einheiten.

Presse und Publikum interpretierten den Prince weniger als Vorboten einer fernöstlichen Auto-Exportoffensive, sondern mehr als exotische Limousine mit majestätischem Namen. Dabei verkörperte bereits dieser erste Japaner für Europa fast alles, was kurz danach den Erfolg der Autos aus dem Land der aufgehenden Sonne ausmachte: Solide, robuste Technik und umfangreiche Ausstattung zu erschwinglichen Preisen. Die Messe-Besucher zeigten artiges Interesse, allerdings fehlte der 1966 vollständig von Nissan übernommenen Marke Prince eine internationale Vertriebsorganisation. Für die Exportoffensive sorgte ein anderes Nissan-Modell. Nachdem der Bluebird als Volksauto in Japan bis zu 70 Prozent Marktanteil erzielte, konnten die Stufenhecklimousinen und Kombis ab 1959 auch in Europa allmählich an Bedeutung gewinnen. Zunächst in Skandinavien und dann in Österreich, wo 1962 auch der aufregende Roadster Nissan Fairlady auf die Straße kam.

Es sollte schließlich noch fast zehn Jahre dauern, bis die ersten Nissan Schiffe im eigenen Hafen Hommuku Autos für Deutschland an Bord nahmen. Wieder zählte der Bluebird, nun in neuer Generation, zur Startaufstellung für das 123. Land der Erde, in dem Nissan im Jahr 1972 eine Vertriebsstruktur aufbaute. Einzelne Fahrzeuge waren allerdings schon im Vorjahr zugelassen worden; damit war Nissan der dritte japanische Automobilhersteller, der nach Honda und Toyota nach Deutschland gekommen war. Mazda folgte ebenfalls 1972.

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